Reporter Eutin

Der „Päppelpool“ braucht Unterstützung

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Preetz (los). Wenn die flauschige Kükenschar einen Ausflug ins Planschbecken macht, gibt es kein Halten mehr. Runde um Runde, Bugwelle voran sausen die kleinen Federbällchen mit Tempo durch den blauen Kunststoffteich. Danach setzt Mia Specht die kälteempfindlichen Tiere unter die Wärmelampe, bis das Gefieder getrocknet ist.
Die Preetzer Schülerin, die sich derzeit um fünf Entenküken kümmert, engagiert sich seit drei Jahren im Wildtierheim der Vogelschutzgruppe in der Evangelischen Jugend. Mit jungen Tauben sammelte Mia Specht erste Erfahrungen, später folgten Spatzen und Amselküken in einer Zeit, als die Volieren am Kirchsee voll mit Jungvögeln waren. „Die Küken habe ich in einer Transportbox einschließlich Wärmflasche mit zur Schule genommen, weil sie alle 45 Minuten etwas zu fressen brauchten“, erzählt sie. Jegliche Störungen hielt sie energisch von ihren Schützlingen fern, sie weiß sich durchzusetzen. Eine Außenvoliere im Garten nutzt sie erfolgreich für die Auswilderung.
Derzeit hat Mia Specht alle Hände voll zu tun, um den neuen Tiernachwuchs bei sich zu Hause aufzupäppeln, der Corona-bedingt ausgelagert wurde – in diesem Jahr gängige Praxis. Je zwei kleine Schellenten und Brandgänse – alle vier von unterschiedlichen Fundorten – sowie ein Stockenteküken hat die 15-jährige derzeit unter ihren Fittichen. Das bunt gemischte, etwa gleich alte Plüschensemble braucht konsequente Rundumbetreuung und gutes Futter. Mehlwürmer und Heimchen stehen als hochwertige Eiweißquelle auf dem Speiseplan. Letztere sind für die Küken und Gössel große Leckerbissen. Leider sind diese auch kostspielig und treiben die Futterkosten nach oben. „Pro Schachtel kosten Heimchen 25 Euro“, erläutert Wiebke Bahruth, die das Wildtierheim leitet und die Helfer anleitet. Ein Vogel in Amselgröße komme damit rund eine Woche aus. Etwa sechs Wochen würden zur Aufzucht eines Amselkükens benötigt. Für Spatzen, die auch Körner verspeisen, sind die Futterkosten geringer. Da die Brutsaison dem Wildtierheim wie jedes Jahr um diese Zeit unzählige Pfleglinge beschert, haben Wiebke Bahruth und das ehrenamtliche Helferteam mittlerweile eine „Kükenpatenschaft“ ins Leben gerufen. Tierfreunde, die das besondere Hilfsprojekt finanziell unterstützen möchten, können einfach so vor Ort spenden, oder sie melden sich telefonisch (04342-799 1173, AB) oder per E-Mail (info@wildtierheim.de) im Wildtierheim. Wer für einen ganz bestimmten Vogel spenden möchte, bekommt eine Patenurkunde mit einem Foto des Kükens, analog zur Igelpatenschaft im Winter.
Darüber hinaus hofft Wiebke Bahruth darauf, weitere „Päppelprofis“ in ihren Pool an ehrenamtlichen Helfern aufnehmen zu können, da die Welle hilfloser Jungtiere noch längst nicht abebbt. Zahlreiche Familien und Jugendliche in Preetz und Umgebung sind bereits dabei. Durch die Corona-Beschränkungen konnten und können viele Menschen etwas Zeit erübrigen. Viele Knowhow wurde per wöchentlicher Videokonferenz vermittelt, ein gegenseitiger Erfahrungsaustausch unter den Jugendlichen angeschoben. „Die Gruppe hilft sich gegenseitig“, erklärt Wiebke Bahruth. So habe diese Art der Kommunikation viel an Fahrerei gespart. „Es ersetzt aber nicht das direkte Zeigen“, erklärt sie mit Blick auf die teilweise schwachen und kranken Tiere. Von rund 80 Singvögeln in diesem Frühjahr habe gut die Hälfte überlebt und zum Teil schon den Weg in die Freiheit gefunden.
Erste Hilfe für Küken: Wildtierheim kontaktieren (AB: Rückruf erfolgt zeitnah). Fund-Küken nicht in die pralle Sonne setzen, da sie dehydrieren. Besser ist ein geschützter Schattenplatz, mit Wärmflasche. Kein Wasser geben, da es dabei zu leicht in die Lunge des Vogels gelangen kann.


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