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Deutsche Weihnachtslieder für britische Soldaten Das 32. Heft der „Preetzer Blätter“ gewährt wieder einen kleinen Blick ins Stadtarchiv

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Preetz (vg). Sie haben es wieder getan: Der Preetzer Stadtarchivar Peter Pauselius und das Redaktionsteam um Gudrun Lob haben Anfang Dezember das mittlerweile 32. Heft der „Preetzer Blätter“ veröffentlicht. Mit der informativen Lektüre wollen die Macher interessante Geschichten aus dem Archiv der Stadt Preetz publik machen, aber auch aktuelle Geschehnisse in der Schusterstadt dokumentieren.
Zu letzterem Ansinnen zählt ein Artikel zum Ruhestand von Pastor Christoph Pfeifer sowie Hinweise auf den Hundeplatz am Castöhlenweg und den Fitness-Parcours in den Wehrberganlagen. Im Mittelpunkt des Heftes stehen aber zwei Archivrecherchen von Peter Pauselius. Zum einen geht es um das sogenannte „Fannystift“, ein Kinderheim im Hufenweg 12, das auf Anregung des Vaterländischen Frauenvereins vor rund 150 Jahren gegründet wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es geschlossen und dem Zwecke der Gemeindepflege zur Verfügung gestellt – es entwickelte sich zur Diakonie-Sozialstation.
Das andere Schwerpunktthema beschäftigt sich mit „Weihnachten vor langer Zeit“. Genauer gesagt hat Peter Pauselius im Wesentlichen zusammengetragen, was die Preetzer Zeitung bei ihrem Wiedererscheinen nach dem Zweiten Weltkrieg ab Oktober 1949 über die weihnachtlichen Aktivitäten in der Kleinstadt veröffentlicht hat. Demnach ist verbürgt, dass es schon damals einen „lichtüberstrahlten Weihnachtsbaum“ auf dem Markt gab. Nahezu 30 Kinder der Wilhelminenschule brachten im Gewerkschaftshaus „Stadt Kiel“ das Weihnachtsstück „Englein Tausendschön“ zur Aufführung. Außerdem bestand die Möglichkeit, das Weihnachtsmärchen „Der kleine Muck“ im Kieler Stadttheater zu besuchen.
Die Heimatzeitung berichtete über Sportvereine im Zeichen der Weihnacht. So wurden im Saal des „Schützenhofs“ in zwei Veranstaltungen etwa 600 Kinder vom Preetzer TSV für ihre Vereinstreue vom Weihnachtsmann beschenkt und mit einer Märchenaufführung belohnt. Die Freie Turnerschaft beging ihre Feier am ersten Weihnachtstag: Platzkonzert mit dem Spielmannszug auf dem Marktplatz, Kindertanz im Gewerkschaftshaus. Am Abend folgte der Weihnachtsball für die Erwachsenen. Am ersten Feiertag sangen auch die Mädchen des Petonke-Chores im Church-House des Klosters vor britischen Soldaten deutsche Weihnachtslieder. Der Vortrag fand großen Beifall, für die Kinder gab’s Kakao und Geschenke vom Weihnachtsmann.
Weiße Weihnacht – Fehlanzeige. Preetz musste 1949 ohne Schnee feiern, berichtete Redakteur Friedel Zscharschuch. Außerdem war es ein Advent ohne böse Nachrichten. Die Preetzer Polizei schien sich in den letzten Wochen sehr gelangweilt zu haben, schrieb Zscharschuch, und weiter: „Denn nicht eine Meldung über Unfall, Einbruch oder andere Delikte erschien in der Presse.“ Auch über die Weihnachtsfeste in den Jahren 1913, 1923 und 1968 finden sich Notizen in den „Preetzer Blättern“. Sie bieten einen nostalgischen Blick zurück auf die vermeintlich gute, alte Zeit.
Erhältlich ist das neueste Heft zum Preis von 4 Euro in der Preetzer Bücherstube, der Buchhandlung am Markt, bei Tabak-Müller im Fachmarktzentrum und in der Kührener Straße, bei Edeka-Schröder, in der Gärtnerei Möller sowie in der Tourist-Info in der Mühlenstraße.

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