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Dokumentarfilm über Bredeneeker Schmiedemeister Kurt Lange läuft im Preetzer Capitol-Kino

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Preetz (vg). Wie spannend es sein kann, einen Schmiedemeister bei der Arbeit zu begleiten, beweist der Dokumentarfilm „Langes Eisen“ der Bordesholmer Filmemacherin Elsabe Gläßel. Der Streifen ist bereits vor etlichen Hundert Zuschauern in verschiedenen schleswig-holsteinischen Kinos gelaufen, so etwa in Kiel, Bordesholm und Eutin. Jetzt ist der Film, der den Metallgestalter Kurt Lange aus Bredeneek porträtiert, auch im Preetzer Capitol-Filmtheater zu sehen – und zwar am Sonntag, 21. Januar und 24. Februar, um jeweils 16 Uhr.
Über die großartige Resonanz ist Kurt Lange selbst „ein bisschen überrascht“. Wenn man jedoch bedenkt, wo der Metallgestalter überall im Land seine Spuren hinterlassen hat, verwundert es nicht, dass die Menschen mehr über den Kunstschmied erfahren wollen. So hat er zum Beispiel den Haupteingang des Botanischen Gartens der Uni Kiel mit einem eindruckvoll-verspielten Zaun mit Bäumen und Pflanzen aus Stahl zusammen mit Ehefrau Isabel gestaltet. Auch die schweren Bronze-Türen am Südportal der Eutiner Michaeliskirche stammen aus der Lange-Werkstatt. Außerdem hat er das filigrane Portal des Leuchtturmes Kiel-Holtenau rekonstruiert und restauriert. Lange hat die Zäune, Tore und Handläufe für das Schloss Plön gefertigt und den Anker für die Hamburger Kogge geschmiedet. In Preetz hat er unter anderem den Wetterhahn der Stadtkirche instandgesetzt und das Geländer im Treppenhaus der Klinik Preetz zu einem echten Hingucker weiterentwickelt, ohne die alte Substanz aus den 1950er-Jahren zu ersetzen. „Und zurzeit haben wir einen Metallzaun vom Klosterhof in der Werkstatt, bei dessen Restauration wir auch fehlende Stücke ergänzen“, erzählt Kurt Lange. „Bei allem, was wir machen, gehen wir ins Detail. Das ist zeitaufwendig, macht viel Arbeit, aber die Ergebnisse sprechen für sich.“
Die optimalen Arbeitsbedingungen finden er, seine Frau Isabel als freie Künstlerin und sein Team – ein junger Meister und drei Lehrlinge – in der ehemaligen Reithalle des Schlosses Bredeneek. „Die Räume haben wir 2008 bezogen und zuvor drei Jahre lang umgebaut“, berichtet Lange. Hier kann er das Eisen auf 1200 Grad erhitzen und mit 70 Jahre alten Hämmern bearbeiten. Aber auch moderne Technik wie ein Plasmaschneidgerät kommt zur Anwendung. Ob Kunstprojekte oder denkmalpflegerische Aufträge, zumeist muss Lange individuelle Lösungen finden – und ist glücklich damit. „Sich nur zu reproduzieren, das wäre nicht der richtige Job für mich. Es kommt darauf an, sich immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen“, betont Lange.
Für den Metallgestalter ist klar, dass noch vor der körperlichen Kraft drei Dinge für einen Schmied wie ihn wichtig seien: sich Gedanken zu machen sowie Geschicklichkeit und Geduld zu beweisen. Für den 60-minütigen Dokumentarfilm hat die Regisseurin Kurt Lange knapp drei Jahre lang begleitet und Arbeitsweise und Denken des (Kunst-)Handwerkers eingefangen.

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