Reporter Eutin

Eine Bildergeschichte in zehn Sprachen

Bilder
Christine Wulff und Jutta Ziegler haben anlässlich des bundesweiten Vorlesetags ein interkulturelles Videoprojekt verwirklicht.

Christine Wulff und Jutta Ziegler haben anlässlich des bundesweiten Vorlesetags ein interkulturelles Videoprojekt verwirklicht.

Plön (t). Am 20. November findet zum 17. Mal der bundesweite Vorlesetag statt, in diesem Jahr unter dem Motto „Europa und die Welt“. Normalerweise gibt es an diesem Tag - auch im Kreis Plön - zahlreiche Veranstaltungen. Freiwillige, manchmal auch Prominente, lesen in Schulen, Kindergärten oder Bibliotheken vor, um Kinder für Geschichten und Bücher zu begeistern. Wegen der Corona-Pandemie ist auch das in diesem Jahr nicht möglich. Zwei Kolleginnen aus der Koordinierungsstelle für Integration und Migration der Kreisverwaltung Plön haben sich deshalb ein interkulturelles Projekt einfallen lassen: Sie haben das preisgekrönte Kinderbuch „Der Besuch“ von Antje Damm mit Zustimmung des Moritz-Verlages in zehn verschiedene Sprachen übersetzen und anschließend vortragen lassen. Die Videos dazu können bis zum Jahresende im Internet unter den Link https://www.kreis-ploen.de/International/Startseite/ angesehen werden.
„Wir haben kurzerhand ein Büro zum Filmstudio umgebaut“, erzählt Initiatorin Jutta Ziegler. Sie arbeitet als Koordinatorin für Integration und Teilhabe bei der Kreisverwaltung in Plön. Entstanden sind Videos auf Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Polnisch, Russisch, Türkisch, Dari/ Farsi, Tigrinya und Plattdeutsch. In Form des japanischen Papiertheaters „Kamichibai“ wird die Geschichte der kleinen Frau, die alleine in einem Haus lebt und überraschend Besuch bekommt, mit Bildkarten vorgetragen. Die Filmaufnahmen und die Videobearbeitung hat Christine Wulf übernommen.
„Alle, die wir angesprochen haben, waren ganz begeistert von der Idee und haben gerne mitgemacht“, berichtet sie. Zu den Akteuren, die für das Projekt vorgelesen haben, zählt Nancy Minard, Englischlehrerin, Malerin und Schriftstellerin aus Kanada; sie lebt seit 23 Jahren in Deutschland. Auf 36 Jahre in Deutschland blickt Martine Lestrat aus Frankreich zurück. Die Diplom-Sozialpädagogin hat sich auch als Autorin im Kreis Plön einen Namen gemacht. Aber auch Menschen, die noch nicht solange in Deutschland leben, freuten sich, in ihrer Heimatsprache vorzulesen: Alye Tayi aus Afghanistan ist mit ihrem Sohn (9 Jahre) 2015 nach Deutschland geflohen. Heute lebt sie mit ihrer Familie im Kreis Plön. Efrem Tesfay aus Eritrea ist Soziologe (BA) und berät geflüchtete Menschen zu beruflichen Fragen im Projekt „Alle an Bord” der Zentralen Bildungs- und Beratungsstelle für Migranten e.V.. Er engagiert sich zudem als Mitglied in der Deutsch-Eritreischen Gesellschaft „Daero“.
Auch Mitarbeiter der Kreisverwaltung haben sich beteiligt: Fahra Badla, Architektin/Bauzeichnerin im Bauamt der Kreisverwaltung Plön, ist mit ihrer Familie im Jahr 2015 aus Syrien nach Deutschland gekommen. Svetlana Krug, Verwaltungsangestellte im Veterinäramt, ist im Alter von 13 Jahren aus Kamyschin, Russland, mit ihren Eltern als Spätaussiedlerin nach Deutschland gekommen. Magdalena Wassink, Koordinatorin für Integration und Teilhabe sowie das Ehrenamt, ist im Alter von zehn Jahren aus Polen nach Deutschland gekommen. Christel Pfau, schon immer in Schleswig-Holstein lebend, hat die Geschichte auf Plattdeutsch vorgelesen. Die Familie von Abdullah Sarikaya, Sozialpädagoge in der Hilfeplanung der Kreisverwaltung, kommt ursprünglich aus der Türkei. Er lebt in der dritten Generation in Deutschland . Und weil ihr das Vorlesen eine Herzensangelegenheit ist, hat Jutta Ziegler das Vorlesen der deutschen Version selbst übernommen.
„Ich freue mich, über das außerordentliche Engagement meiner Mitarbeiterinnen und finde es toll, wie viele Freiwillige das Projekt unterstützt haben“, so Landrätin Stephanie Ladwig. Vorlesen sei für Kinder so wichtig, weil es unter anderem den Wortschatz erweitere, die Fantasie wecke und Toleranz fördere. „Deshalb hoffe ich, dass die Videos viele Kinder und Erwachsene – nicht nur im Kreis Plön – erreichen und bei ihnen die Begeisterung für’s Vorlesen wecken“.


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