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Großtierrettung in der Praxis

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Rastorf/Preetz-Land (tg). Einsatzkräfte der Feuerwehren des Amtes Preetz-Land und Umgebung haben die technische Großtierrettung in Theorie und Praxis geübt. 20 Kameraden der Wehren Rastorf, Schellhorn, Kirchbarkau, Löptin, Klein Barkau, Kühren, Schönkirchen, Lammershagen, Preetz und Raisdorf probten bei der Freiwilligen Feuerwehr in Rastorf einen Tag lang den Ernstfall. „Einsätze mit großen Tieren haben in den letzten Jahren merklich zugenommen“, berichtet Matthias Slamanig, Amtswehrführer der FFW des Amtes Preetz-Land.

 

„Wir hatten auch schon diverse Einsätze, bei denen Pferde gerettet werden mussten.“ Bisher haben sich die Wehren immer mit ihren Bordmitteln beholfen, aber das entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. „Das Tierwohl und die schonende Rettung steht für uns heute im Mittelpunkt“, betont Slamanig. Zusätzlich nehme die Zahl von Kameraden, die landwirtschaftliche Kenntnisse besitzen immer mehr ab, so dass die Erfahrung, wie mit großen Tieren richtig umzugehen ist, einfach oft fehle. Ein genereller Trend, den Michael Böhler, Großtierrettungstrainer im ComCavalo-Team, ebenfalls bestätigen kann.

 

„Die Zahl der Einsätze, bei denen Pferde, Rinder oder andere Großtiere aus Notlagen befreit werden müssen, steigt stetig an“, so Böhler. Aus seiner Erfahrung weiß er: „Bei der Großtierrettung wird oft viel falsch gemacht und auch Tierärzte wissen oft nicht Bescheid, wie solche Tiere technisch und vor allem schonend gerettet werden können.“ Hierbei seien alle Tiere, die größer als ein Schäferhund sind, im technischen Sinn ein Großtier. Typische Rettungseinsätze sind umgekippte Schweinetransporter. Oder ein Pferd ist in einen Graben gerutscht, oder ein Rind in die Güllegrube gefallen. „Gerade hier im ländlichen Bereich, mit den vielen Pferdehöfen, ist es wichtig, zu wissen, wie man richtig rettet“, betont Teilnehmerin Maike Rottstegge-Koch von der FFW Lammershagen. Sie hatte mit ihren Kameraden auch schon Einsätze mit Rindern, die in Gräben gelandet sind, erlebt. Die Verantwortlichen der Feuerwehren des Amtes Preetz-Land haben sich deshalb entschieden, ihre Rettungskräfte für derartige Einsätze trainieren zu lassen. Das Ziel der Ausbildung sind sichere und tierschonende Einsätze.

„Rettungen, bei denen Tiere an Beinen oder Hälsen herausgezogen werden, mit entsprechenden schlimmen Folgen für das Tier, sind heute nicht mehr vorstellbar“, erklärt Michael Böhler. Das Eintagestraining in Rastorf bestand aus einem theoretischen und ausführlichen Praxisteil. Im Theorieteil wurden verschiedene grundlegende Themen behandelt, wie zum Beispiel die Anfahrt zum Rettungsort, Organisation und Techniken, Einsatz von Spezialwerkzeug sowie kritische Situationen und Gefahren. Richtig los ging es für die 20 Einsatzkräfte dann im Praxisworkshop. Geübt wurde an einem lebensgroßen, professionellen Rettungsdummy (Pferd „Hope“), unter Einsatz der Spezial-Rettungswerkzeuge und eines Krans. Dabei wurden, in unterschiedlichen Szenarien folgende Techniken geübt: Anlegen von Nothalfter und Sicherungsseilen, ein liegendes Pferd bewegen, Fädeltechniken und sogenannte Assistenten sowie Einsatz der Spezialwerkzeuge und –techniken. „Unwegsames Gelände, große Enge, und ein Tier in Panik sind ein gefährliches Gemisch“, weiß Trainer Michael Böhler und betont noch einmal. „Hier braucht es bewährte Strategien und Vorgehensweisen, mit entsprechenden Werkzeugen, um solche Einsätze unbeschadet zu überstehen.“


Alle Schulungsteilnehmer haben an diesem Praxistag viel für ihre zukünftigen Rettungseinsätze mit Großtieren mitgenommen. Nun geht es darum, zu schauen, welche Wehren im Kreisgebiet mit dem Hilfeleistungssatz (Kosten 8000 Euro) ausgerüstet werden können. „Wir hoffen, dass wir für unsere Wehren zwei Sätze beschaffen können, mit denen wir uns dann untereinander im Ernstfall aushelfen können“, so Slamanig.


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