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Kleine Kabel – große Wirkung

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Landrätin Stephanie Ladwig lässt sich von Schülerin Emma Röhl Möglichkeiten des „digitalen Unterrichts“ aufzeigen.

Landrätin Stephanie Ladwig lässt sich von Schülerin Emma Röhl Möglichkeiten des „digitalen Unterrichts“ aufzeigen.

Preetz (los). Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahrs verfügen die Schulen in der Trägerschaft des Kreises Plön, das Friedrich-Schiller-Gymnasium (FSG) in Preetz, die Heinrich-Heine-Schule in Heikendorf, das Gymnasium Schloss Plön, sowie das Gymnasium in Lütjenburg und die Gemeinschaftsschule im Hoffmann-von-Fallersleben Schulzentrum, zudem auch drei Standorte des Regionalen Berufsbildungszentrums (BBZ) des Kreises Plön über einen Glasfaseranschluss. Durch die neue Breitbandversorgung gehören die bislang nur beschränkten Möglichkeiten eines „digitalen Unterrichts“ und eines pädagogischen Netzwerks der Vergangenheit an. „Es ist ein Quantensprung für die digitalen Bildungsmöglichkeiten gelungen“, freute sich Landrätin Stephanie Ladwig, die anlässlich der Bereitstellung der Glasfaseranschlüsse das FSG besuchte. In einem nächsten Schritt sei nun die Umsetzung einer WLAN-Infrastruktur geplant, um von Computerräumen unabhängigen digitalen Unterricht zu ermöglichen. Über die neuen Unterrichtsmöglichkeiten am FSG freut sich nicht nur Schulleiterin Dr. Anja Grabowsky. Es geht zudem um neue „Formen des Kontakts zwischen Schüler und Lehrer“: Hausaufgaben verschicken, Projektarbeiten, von mehreren Räumen aus digital zusammenarbeiten zu können, aber auch „über die Schule hinaus“ mit anderen Schulen zu kommunizieren. „Das Internet kann mit allen Chancen und Risiken zum Gegenstand von Unterricht werden“, erklärte sie mit Blick auf die Verwendung neuen visuellen Lernmaterials. Einige Schüler haben mit komplexem Wissen in diesem Bereich die Nase vorn: Den „IT-Service“ haben am FSG derzeit drei Schüler übernommen. „Sie helfen an der Schule mit technischem Knowhow, wenn es um einfache Probleme geht“, erklärt Dr. Torsten Röhl, der zahlreiche Projekte hierzu anbietet. Die Grundidee: Schüler mit mehr Wissen geben dieses an Mitschüler weiter, damit der Kreis derer, die damit umgehen können, größer werde. Zudem würden diejenigen, die sich im Umgang mit den Medien weniger gut auskennen, durch die Betreuung durch Mitschüler gefördert. Richtungweisend für die Ausstattung der Schulen des Kreises mit einem Glasfaseranschluss war eine Entscheidung des Plöner Kreistags am ersten Oktober 2015. Insgesamt 244000 Euro seien hierfür bewilligt worden. 1997, vor 20 Jahren erhielten die Schulen in der Trägerschaft des Kreises durch die Ausstattung mit einem digitalen ISDN-Anschluss erstmals Zugang zur digitalen Welt im Internet. In den vergangenen Jahren bildete eine Übertragungsgeschwindigkeit von (nur) zwei bis sechs Mbit/s im „Downstream“ den Standard für die Schulen. Zum Vergleich: Aktuell sind es Downstream-Bandbreiten von 200 Mbit/s und Upstream-Bandbreiten von 100 Mbit/s. Die derzeit eingesetzte Systemtechnik ist in der Lage, bis zu ein Gbit/s pro Anschluss zu realisieren. Durch den Austausch der Systemtechnik seien perspektivisch unbegrenzte Bandbreiten möglich. „Ab heute können die Schüler mit Turbogeschwindigkeit ins Internet“, erklärte Thomas Krieger von der Deutschen Telekom, Leiter der „Technik Nord“. 33000 Kilometer Glasfaser seien 2016 neu verlegt worden. 40000 Kilometer seien für dieses Jahr geplant. „Wir schließen eine Lücke, wo der Glasfaserausbau noch nicht abgeschlossen wurde.“


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