Reporter Eutin

Ohne die Leute im Hintergrund kein THW-Spiel…

Kreis Plön (dif). Darauf warten die Handballfans des THW Kiel sehnlichst: Ein Mittwochabend, 10.000 Besucher „peitschen“ -in der für echte Anhänger immer noch „Ostseehalle“- den Rekordmeister zum Sieg. Ein stetig ausverkauftes Event aus Zeiten, in denen man Corona nur als Gerstensaft kannte. Doch nicht die Handballer, sondern die Leute im Hintergrund sollen hier einmal im Mittelpunkt stehen. Dies immer in der Hoffnung, „dass es bald wieder losgehen kann“. Für den gemeinen Handball-Fan beginnt der Spieltag seiner Zebras etwa eine Stunde vor dem Anpfiff. Bis dahin sind aber schon diverse Vorbereitungen aus den verschiedensten „Sparten“ erledigt worden, die zum Gelingen einer solchen Veranstaltung gehören. Doch wer macht eigentlich was bevor es auf die Platte geht? Die zuständige 40 Mann starke Security trifft sich beispielsweise bereits zwei Stunden vor dem Anpfiff und wird dann vom Sicherheitschef auf die verschiedensten Positionen geschickt, um ein sicheres Match zu gewährleisten. Neben Einlasskontrollen gehört auch das „Bewachen“ der VIP-und-Tagungsräume, sowie Garderoben-und-Platzanweisungsaufgaben dazu. Bei einem THW-Spiel haben fast alle Besucher seit Jahrzehnten eine Dauerkarte. Hier entfällt also die erwähnte Platzsuche fast komplett. Ein weiterer Baustein beim aktuellen Ligazweiten ist Harald Stenzel. „Ich bin quasi das Mädchen für alles“, grinst er, der gefühlte 50 Jahre schon im „Schwarz-Weißen Team“ dabei ist. Rund um ein Handballspiel der 1. Bundesliga herrschen strenge Sitten, denn beispielswiese nur mit einer Akkreditierung darf man als Pressevertreter an den Spielfeldrand und für die entsprechenden Gazetten tätig sein. Und dann kommt natürlich auch der „Hauptteil“, sprich die Handballspieler. Der Bus des gegnerischen Teams wird auf den Hallenparkplatz geleitet, die Aktiven, nebst Schiedsrichtergespann von Stenzel in ihre Kabinen gebracht. Anders als etwa beim Fußball braucht man hier vor aggressiven Hooligans o.ä. keine Sorge zu haben. Es gibt die Rivalität zwischen Kieler und Flensburger Anhängern, denn die Konkurrenz um den Titel ist zwischen den beiden jedes Jahr sehr groß. Trotzdem gibt es aber auch Fan-Freundschaften untereinander. Und sollte es tatsächlich mal Probleme geben, dann sind sie auch schnell und souverän vor Ort, die Sicherheitsleute. Nun erscheinen die Kieler Handball-Stars, die komplett Allüren frei auftreten. Jeder Ordner, ob in der Vorhalle oder im Garderobentrakt, wird von den Zebras per Handschlag begrüßt. Da macht kein THWer eine Ausnahme. Ob nun der Welthandballer Niklas Landin, der Mönkeberger Rune Dahmke, Nachwuchsakteuer Malte Voigt oder Siebenmeter-Crack Niclas Ekberg. Sie alle wissen, ohne die „Leute im Hintergrund kein Bundesligahandball“. Das Verhältnis Ordner/Spieler ist nahezu perfekt. Aber auch zwischen den Anhängern der beiden Fanclubs „Zebrasprotten“ und „Schwarz Weiß“ haben sich mit den Sicherheitsleuten über die Jahre Freundschaften gebildet, die nach den 60 Spielminuten, sprich Feierabend, auch oftmals mit einem Bierchen enden. Der ganze Ablauf „Ankunft bis Abpfiff“ wird von Security Mitarbeiter Ewald Scherzinger an der Einlasstür begutachtet. Einst bei der Marine und auch im Munitions-Depot auf dem Ostufer tätig, ist auch er schon seit Ewigkeiten in der Halle, die ja nun „Wunderino-Arena“ heißt. Scherzinger kennt nicht nur die eigenen Handballer persönlich, auch weiß er von „netten Geschichten“ am Rande eines Handballspiels zu berichten. „Es war noch vor der Pandemiezeit, an einem Sonntag, da kam einmal ein THW-Stammgast der VIP-Loge mit zwei Eintrittskarten auf mich zu, übergab sie mir (Anm.: Ich hätte sie fast entwertet) mit den Worten, dass seine Frau und er heute keine Zeit hätten. Ich möge sie doch bitte verschenken“, berichtet der Sicherheitsmann. „Ich dachte nur “Chapeau”. Macht sich doch ein fast 80jähriger an einem Feiertag die Mühe und auf den Weg zur Halle um seine Karten jemand anderem zukommen zu lassen“, so der Ordner bewundernd weiter. Eine kleines, aber sicherlich schönes und immer in Erinnerung bleibendes Ereignis. Aber ob nun Spieler, Security-Mittarbeiter, Hallenchef, Veranstaltungsleiter oder oder oder, sie alle warten aktuell aus der Ferne auf den Re-Start der 1. Handballbundesliga mit Publikum. Auf einen Kieler Hexenkessel gegen Lemgo, die Rhein Neckar Löwen, Magdeburg, Leipzig, die Füchse aus Berlin, Minden und nicht zuletzt auf die SG Flensburg Handewitt.


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