Reporter Eutin

Vorhang auf und Manege frei!

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Plön (ed). Popcornduft, Zirkusmusik, ein buntes Zelt und viele kleine ZirkuskünstlerInnen in bunten Kostümen sind das Finale einer ganz schön arbeitsreichen Woche für die Kinder der Plöner Breitenauschule – und statt Lesen, Rechnen, Schreiben, Erdkunde standen auf dem Stundenplan Fächer wie Jonglieren, Feuerspucken, Akrobatik, Ziegendressur, Clownerie und Trapezkunst. Eine Woche lang war der Familienzirkus Zaretti an der Plöner Grundschule zu Gast – „wir haben den Zirkus schon vor Corona gebucht“, erzählt Dana Przisambor, Lehrerin an der Breitenauschule, „die Kinder haben sich so lange darauf gefreut – und jetzt können wir ihn endlich stattfinden lassen, auch dank des Fördervereins, der viele der Kosten übernommen hat.“ Es ist eine Woche, die die Kinder sich nach der langen Corona-Zeit wirklich verdient haben – voller Spaß, Bewegung, Erfolgserlebnisse und am Ende eine richtige, echte Zirkusvorstellung mit allem drum und dran.
Die Zirkusfamilie widmet sich den Kindern mit viel Geduld, Feingefühl und Herz – stellt zu Beginn die Bereiche vor, in denen die Kinder zu ZirkuskünstlerInnen werden können, „das Tolle ist, meist sehen sie schon, welche Rolle zu welchem Kind passt“, lacht Dana Przismabor, „und das ist genau das, wofür die Kinder sich entschieden hätten.“ Nur zwei Tage des disziplinierten Übens haben die Kinder, um eine Zirkusvorstellung auf die Beine zu stellen – und sie legen sich so ins Zeug, dass im Handumdrehen echte ZirkuskünstlerInnen aus ihnen werden. „Es ist unglaublich, was Kinder innerhalb kürzester Zeit lernen können“, freut sich Zirkusdirektor Philipp Maatz über seine NachwuchszirkuskünstlerInnen. Allerdings muss es auch Spaß machen, und Spaß haben die Kinder dank seiner Zirkusfamilie. Sie gewinnen an (Selbst-)Vertrauen und wenn mal was nicht klappt – auch während der Vorstellung – dann heißt es: Einfach nochmal versuchen, wetten, dass es dann klappt? Sie sprechen den Lütten Mut zu, zeigen ihnen, dass sie für sie da sind, dass einfach nichts schiefgehen kann. „Es macht uns einfach Spaß und uns liegt jedes Kind am Herzen, jedes soll mit einem Erfolgserlebnis und einem Lächeln hier rausgehen können, das ist uns wichtig“, sagt Philipp Maatz, der aus einer alten Zirkusfamilie stammt und 1986 den ersten Mitmachzirkus Deutschlands nach einem schwedischen Vorbild gründete. „Und das ist etwas, was die Kinder ihr Leben lang nicht vergessen – mittlerweile kommen Mütter zu mir, die schon bei uns im Zirkus waren, und jetzt ihre Kinder hier haben, das ist einfach schön.“ Viele der Kinder seien über einen Riesenschatten gesprungen, hätten sich einfach getraut, losgelegt und seien über sich hinausgewachsen – so sei ein sehr schüchternes Mädchen, das sonst nur sehr leise spreche, zu einer echten Clownin geworden, die für laute Lacher im Publikum sorgt. Leon, einer der Clowns, erzählt, dass es ganz einfach war, so witzig zu sein: „Wir fanden uns selber total lustig, da war das Lampenfieber nicht mehr schlimm.“ Sein Kollege Mika erzählt, wie cool es ist, mal den ganzen Tag sogar Quatsch machen zu müssen – „und die Musik hier, die ist einfach das beste. Das war alles noch besser, als ich es mir vorgestellt habe.“ Hannah wird in nur zwei Tagen zur super Jongleurin – „das haben die echt gut erklärt, das hat Spaß gemacht. Am meisten die Nummer mit den leuchtenden Bällen.“ Und Noa hatte sich die Akrobatennummer ausgesucht und ist einfach begeistert – „das war total schön“, sagt sie strahlend. Und ob lustig-revoluzzerische Disco-Clowns, unfassbar mutige TrapezkünstlerInnen und Fakire, atemberaubende Akrobaten, wagemutige Dresseure der gefährlichsten Tiere der Welt oder die geschicktesten JongleurInnen – die Kinder reißen ihr Publikum zu Begeisterungsstürmen hin und begeistern alle restlos.


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