Reporter Eutin

Eigentlich war alles toll geplant …

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Mönkeberg (kud). Inzwischen kann Lynn Wäger wieder lachen. Noch vor wenigen Wochen war ihr danach allerdings nicht mehr zumute. Dabei hatte alles so schön begonnen: Abitur im vergangenen Jahr, dann die Idee, gemeinsam mit Freundin Morline eine Weltreise zu machen, bevor es an den „Ernst des Lebens“ geht. Corona ließ die letzten Wochen der Reise allerdings zum Fiasko werden.
Ein halbes Jahr, so die Planung der beiden jungen Frauen, sollte die Reise dauern. Am 1. November ging es los. Lynn: „Unser erstes Ziel war Thailand. Dort wollten wir bis zu meinem Geburtstag am 28. November bleiben. Es war wirklich wunderbar. Die Menschen waren sehr freundlich, die Hostels sauber und schön. Auf unserer Rundreise trafen wir dann noch zwei Jungen aus unserer Schule, was unsere Eltern zu Hause sehr beruhigte. Dabei waren wir auch allein bestens in Thailand aufgehoben. Wir fühlten uns wirklich sicher.“ Über eine Jugendreise-Organisation hatten die Mädchen gebucht, sechs Flüge für 2 000 Euro.
Nach der Entspannung Zeit für Abenteuer. Lynn schmunzelt. „Es ging nach Neuseeland. Da haben wir erst einmal ein Auto gekauft für unsere Rundreise. Von Oakland aus haben wir die Nordinsel umrundet und zwei Wochen auf einer Kiwifarm gearbeitet. Das hat uns doch etwas desillusioniert. Es gab keine Unterkunft für uns. Die ganze Zeit haben wir im Auto campiert, die Arbeit war sehr anstrengend.“ Aber auch diese Zeit ging vorüber, weiter führte die Fahrt auf die Südinsel. „Da ging es uns viel besser. Wir haben in einem Packhaus Nektarinen verpackt. Hier konnten wir dann endlich mal wieder ein normalen Betten schlafen.“ Drei Monate lang erkundeten sie Land und Leute, bevor sie schließlich einen Abstecher nach Australien einlegten. Lynn erinnert sich: „Wir haben uns einen Ausflug nach Sydney gegönnt, dort ein wenig Sightseeing gemacht, mussten dann aber noch einmal nach Neuseeland, wo wir unser Gepäck bei Freunden untergestellt hatten.“
Weiter!Wieder drei Stunden Flug, diesmal nach Fidschi. Und ab hier begann dann eine vierwöchige Tortur.
Lynn: „Wir kamen am 14. März an und hörten damals schon, dass wir möglicherweise gar nicht mehr nach Hause kommen würden, weil nach und nach weltweit immer mehr Flughäfen schlossen und die Einreise in viele Länder nicht mehr erlaubt war.“ Noch aber blieb alles scheinbar normal. Die beiden Weltenbummlerinnen konnten wie geplant eine Bootstour unternehmen, schnorcheln, eine Lagune besuchen. Die geplanten Rückreiseflüge waren noch nicht abgesagt. Unmerklich aber schlichen sich doch Veränderungen ein. „Vier Engländer und wir waren schließlich die letzten Hotelgäste. Täglich gab es weniger Personal und wir hörten, dass die Hotelmitarbeiter einer nach dem anderen zu ihren Familien zurückkehrten, bevor sie durch Reisebeschränkungen daran gehindert werden konnten.“ Langsam kamen den jungen Frauen doch Bedenken.
Zuhause in Mönkeberg läuteten Lynns Eltern inzwischen „Plan B“ ein, denn der normale Rückflug war mittlerweile ersatzlos gestrichen. Nun sollte die Route über Kanada gehen. „Als der dann auch noch ersatzlos gestrichen wurde, wurde uns doch langsam mulmig. 23. März, der Tag, an dem es eigentlich in die Heimat zurückgehen sollte. Aber nichts geschah. Statt dessen schlossen nach und nach alle Hotels, Fähren stellten ihren Dienst ein, und Lynn bekam eine Mittelohrentzündung. „An die Schmerzen möchte ich mich lieber nicht erinnern. Das Essen im Hotel wurde immer schlechter, das Personal immer unfreundlicher.“ Die vier Engländer hatten noch einen Flug ergattert und boten an, die Mädchen mitzunehmen. Doch dann kam die Rückholaktion der Bundesregierung. Aber auch das ging nicht ohne Probleme vonstatten. Lynn: „Beim Abflug gab es noch einen Zyklon.“ Mittlerweile schlugen die Mädchen im Kalender den 8. April auf. Aber wenigstens ging es nun in Richtung Heimat – über Australien, Katar bis nach München. Von dort weiter mit dem Zug nach Kiel.
Viele Eindrücke – schöne wie schwierige. Wie haben die Freundinnen das gemeistert? Lynn lacht: „Wir sind immer noch befreundet. Natürlich gab es auch mal kleine Auseinandersetzungen. Aber wir waren aufeinander angewiesen. Da erledigt sich so etwas schnell.“ Eine sehr wichtige Emotion bei der Rückkehr wird Lynn aber noch lange begleiten: „Ich erlebe meine Familie und mein Leben hier zu Hause viel intensiver und weiß alles viel besser zu würdigen.“


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