Reporter Eutin

„Auf Reisen“ im Kubah

Eutin (aj). Es passt einfach mit der Kunst und dem alten Eutiner Bahnhof. Aktuell sind in den großzügigen Räumlichkeiten die Arbeiten von Brigitte Schröder-Heimbächer, Angela Warnecke-Trabandt, Christian Trabandt und Jens-Peter Trodler zu sehen. „Auf Reisen“ heißt die Schau des Eutiner Kunstkreises und in diesem Titel begegnen sich der Charakter des Ausstellungsortes KuBah (für Kulturbahnhof) mit Blick auf die Gleise und die Freiheit, die aus allen Bildern strahlt. 

Vier Ausstellende, das heißt immer auch vier unterschiedliche künstlerische Handschriften und damit viel zu schauen und zu entdecken für die Besucher*innen. Da sind die vielfach großformatigen, wirkmächtigen Ölgemälde von Christian Trabandt, der im reichen Fundus seiner Bilder nicht lange suchen musste, nachdem das Thema gefunden war: „Wir sind viel gereist und ich habe festgestellt, dass ich viele passende Motive habe“, erzählt er. Er nimmt die Betrachterin mit nach Goa, in die Toskana, nach London und lenkt ihren Blick auf Wolkenberge in blaue Himmel. 

Die feinen Aquarelle von Brigitte Schröder-Heimbächer stehen dem in nichts nach. Sie hat ein Auge auch für die stille Schönheit der Natur, fängt Stimmungen ein, die vertraut sind und verleiht ihnen einen neuen Zauber: „Die Natur ist immer mein Antrieb zu malen – Himmel, Wolke und vor allem Licht, ohne Licht ist ein Bild leblos“, meint sie. Als Kunstlehrerin hat sie diese Begeisterung an viele Kinder und Jugendliche weitergegeben und manches Talent ans Licht gebracht: „Auch wilde Pubertierende werden beim Malen ganz still“, weiß sie. In Eutin aufgewachsen hat sie viele Jahre in Hamburg unterrichtet. Im KuBah stellt sie nun zusammen mit einer Freundin aus Jugendzeiten aus: Angela Warnecke-Trabandt stammt aus Malente, ist mittlerweile in Hamburg zu Hause, Ostholstein aber verbunden geblieben – auch über die Kunst. Ihre Bilder bestechen durch eine leichte Heiterkeit, sprechen direkt und unbefangen zum Publikum. Ihr Blick auf die Alster berührt wie ein Stück Poesie im Alltäglichen. 

Wie überhaupt dem Wasser große Bedeutung zukommt in dieser Ausstellung: Regen, Nord- und Ostsee, ein Seerosenteich. Eine Umgebung, in die sich die Zeichnungen von Jens-Peter Trodler wie von selbst einfügen. Dass sie untergehen in all der Farbigkeit, ist keineswegs zu befürchten. Mit gekonnt gesetzten Strichen, viel Liebe zum Detail und einem besonderen Gespür für den Gegenstand seiner Betrachtungen zieht Trodler mit Schiffsbildern in Bann. Die enge Beziehung zwischen Zeichner und Motiv wundert wenig, wenn man weiß, dass der Bosauer als Kapitän durchs Berufsleben navigiert ist. 

Auf Kurs zu bleiben ist eine Herausforderung, die alle im Quartett kennen: „Es gibt Bilder, die entwickeln sich wie von selbst, um andere muss man wirklich ringen“, so beschriebt es Christian Trabandt. Brigitte Schröder-Heimbächer pflichtet ihm bei: „Man braucht Zeit und eine Staffelei, die ist wichtig, damit man zurücktreten und das Bild aus der Distanz betrachten kann.“

Auch die Hängung ist eine Herausforderung, zumal, wenn vier künstlerische Charaktere sich die Fläche teilen. Wenn die Ausstellung eröffnet wird, gehört sie ganz dem Publikum: „Ich male nur, bewerten müssen meine Bilder die Betrachter. Erklären will ich sie nicht“, sagt Christian Trabandt. 

Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 27. Februar am Freitag, Sonnabend und Sonntag jeweils von 12 bis 18 Uhr. 


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