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Das letzte Kapitel der FF Majenfelde-Quisdorf

Majenfelde (ik). Ein bisschen Wehmut war zu spüren bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Majenfelde-Quisdorf. Denn Ortswehrführer Nils Raese eröffnete die letzte Sitzung in dieser Zusammensetzung. Im Rahmen der Umstrukturierung der Feuerwehren in der Gemeinde Bosau wird sich die FF Majenfelde-Quisdorf nach 91 Jahren auflösen und im Mai 2026 der FF Thürk anschließen.

Für eine Zusammenlegung von Feuerwehren bedarf es der Auflösung einer der Wehren, zu der sich nach Abwägung aller Faktoren die FF Majenfelde-Quisdorf entschlossen hatte.

In ihren Grußworten zollten die Gäste dieser Entscheidung Respekt.

Bürgermeister Jens Arendt dankte den Feuerwehrmännern- und frauen für ihren ehrenamtlichen Einsatz und für den Mut, mit Blick auf die Zukunft diesen Weg zu gehen.

„Es tut im Herzen weh, dass eine Feuerwehr aufgelöst wird“, so Kreiswehrführer Michael Hasselmann, „und es ist schon etwas Besonderes, eine letzte Jahreshauptversammlung zu veranstalten.“ Er sei stolz auf die Kameradschaft und die Ehrlichkeit, mit der mit dem Beschluss umgegangen würde.

Der Wehrführer der benachbarten Feuerwehr Neudorf, Stefan Zein, hatte zwar von den Planungen zu einer Auflösung gewusst, doch dass es nun schon so weit sei, habe ihn doch geschockt, wie er sagte.

Alexander Daum, Jugendwart der Jugendfeuerwehr Bosau, sieht in einer Zusammenlegung auch eine Chance. Die Jugendfeuerwehr würde vormachen, dass ein übergreifender Dienst erfolgreich klappe.

Auch Gemeindewehrführer Andreas Riemke, der demnächst in die Ehrenabteilung wechselt, sieht die Feuerwehren der Gemeinde Bosau auf einem guten Weg,

In den letzten zwei Jahren sei die Zusammenarbeit der Wehren Majenfelde-Quisdorf und Thürk immer mehr vertieft worden, so Ortswehrführer der FF Thürk, Andre Riemke.

Fast alle Dienste und Veranstaltungen wurden zusammen durchgeführt, was vor allem der reibungslosen Kommunikation miteinander zu verdanken sei. Auch zukünftig würden die Traditionen beider Wehren beibehalten und bei der Umbenennung die Namen aller berücksichtigt werden. Er würde es nicht Auflösung nennen, sondern sähe es als eine gleichberechtigte Zusammenschließung. „Schaun wir mal, was wird.“

Im Jahr 2025 wurden die 18 Kameraden und Kameradinnen der FF Majenfelde-Quisdorf zu einem Kleinbrand gerufen, der sich allerdings als kontrolliertes Feuer in einer Feuerschale herausstellte. Außerdem wurde die Wehr im März zu dem Großbrand einer landwirtschaftlichen Scheune in Bichel nachalarmiert. Die Wehr stellte einen Atemschutzträger und unterstützte die Wasserversorgung sowie die Einsatzbereitschaft vor Ort.

Neben den regulären Diensten, Fortbildungen, internen und externen Veranstaltungen gab es letztes Jahr neben der Jahreshauptversammlung bedingt durch die nötigen Beschlüsse in Bezug auf die Auflösung gleich drei Mitgliederversammlungen. Außerdem hatte die Wehr den alljährlichen Gemeindefeuerwehrfußmarsch ausgerichtet, der von allen Beteiligten als sehr gelungen bewertet wurde.

Eine besondere Ehrung für 60 Jahre Mitgliedschaft bei der FF Majenfelde-Quisdorf erhielt Richard Leide aus der Ehrenabteilung. Für 50 Jahre aktiven Dienst wurden Armin Penner und Rolf Behrens ausgezeichnet. Mit dem Blick auf den „Beginn des letzten Kapitels der Freiwilligen Feuerwehr Majenfelde-Quisdorf“ endete die Versammlung.


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