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„Heute wurde besondere Geschichte geschrieben“

Sieversdorf/Neukirchen (cb). Es war eine besondere Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Sieversdorf, die am 23. Januar im übervoll besetzten Saal des Neukirchener Hofs stattfand. Und es ist ein Datum, das sicher in die Annalen der Wehr eingehen wird. Neben vielen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden konnte Sieversdorfs Ortswehrführer Michael Müller auch einige Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft begrüßen.

Mit der Zusammenlegung der Feuerwehren Sieversdorf und Malkwitz/Söhren stand ein Ereignis zunächst im Mittelpunkt des Abends, auf das der Malenter Gemeindewehrführer Martin Guttchen in seiner einführenden Ansprache einging. Im vergangenen Jahr zeichnete sich ab, dass die Wehr Malkwitz/Söhren den Anforderungen nicht mehr gerecht werden konnte. „Es gab ein ständiges personelles Auf und Ab, sodass eine Lösung gefunden werden musste, um den Grundschutz der beiden Dorfschaften gewährleisten zu können. Daher wurde ein Schlussstrich gezogen und eine Fusion der beiden Wehren mit der Sieversdorfer zum Jahresbeginn herbeigeführt“, berichtete Guttchen und wies darauf hin, dass der Grundschutz in Malwitz genau wie in Söhren weiterhin jederzeit sichergestellt ist. „Im Sommer nimmt die vereinte Wehr an einer Leistungsprüfung teil, und ich bin sicher, dass die mit Bravour bestanden wird“, sagte der Gemeindewehrführer.

Der ehemalige Wehrführer der Feuerwehr Malkwitz/Söhren, Nils Dudek, zeigte sich in seiner Ansprache erfreut darüber, dass die Zusammenlegung der Wehren so gut über die Bühne gegangen ist.

In seinem Grußwort betonte Malentes Bürgermeister Heiko Godow die Notwendigkeit der Fusion der Wehren und bedankte sich für die Aktivitäten und das Engagement der Sieverdorfer Wehr im vergangenen Jahr. „Die Frauen und Männer der Feuerwehr sind das beste Beispiel für soziales Engagement. Sie sind Vorbilder für die Gemeinschaft. Es ist wichtig, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger im Rahmen ihrer Möglichkeiten um das Gemeinwesen kümmern und so zu einem besseren Zusammenleben beitragen“, stellte er fest. Überaus erfreut zeigte sich der Bürgermeister über die anstehende Gründung der Jugendfeuerwehr in Sieversdorf und wies damit bereits auf den zweiten bemerkenswerten Tagesordnungspunkt der Jahreshauptversammlung hin.

Der stellvertretende Kreiswehrführer Lars Wellmann ging ebenfalls auf die Gründung der Jugendfeuerwehr ein und stellte fest, dass es damit dann insgesamt 42 Jugendabteilungen mit rund 908 jungen Mitgliedern im Kreis Ostholstein gibt.

„Die Personalentwicklung ist mit vier Neueintritten bei drei Austritten mit 25 Mitgliedern zum 31. Dezember stabil geblieben. Durch die Zusammenlegung der Wehren sind es seit Jahresbeginn 38 aktive Mitglieder“, erklärte Sieversdorfs stellvertretender Ortswehrführer Mike Wicknig und ergänzte: „So schön wie dieser personelle Zuwachs ist, so unschön ist die Enge im Feuerwehrgerätehaus. Frauen und Männer müssen sich zum Beispiel direkt am Fahrzeug umziehen und eine sogenannte Schwarz/weiß-Trennung gibt es nicht.“ Rückblickend auf das Jahr 2025 berichtete Wicknig unter anderem, dass die Wehr zu 22 Einsätzen ausgerückt ist. Neben Brandeinsätzen,  Fehlalarmen, Einsatzübungen waren es auch jeweils eine Menschen-, eine Tierrettung und eine Türöffnung.

Mit dem Ausruf des Bürgermeisters „Sieversdorf hat eine Jugendfeuerwehr!“ und der symbolischen Übergabe eines Feuerwehrhelms für Jugendliche vom Gemeindewehrführer Guttchen an Michael Müller wurde die Gründung der Sieversdorfer Jugendfeuerwehr offiziell proklamiert. Die ersten beiden Jugendwehren wurden in der Gemeinde Malente bereits 1979 gegründet. „Immer mehr Kinder und Jugendliche wollten in die Feuerwehr, sodass es 2008 zur Gründung der ersten Kinderfeuerwehr kam. Allerdings kommt es im Alter von zehn Jahren zum Übertritt in die Jugendwehr. Und da gibt es einen großen Stau“, erklärte Martin Guttchen, der daraufhin vor etwa sechs Jahren die Gründung einer dritten Jugendwehr angeregt hatte.

„Die Gründung hat eine lange Vorlaufzeit“, erklärte Godow und berichtete weiter, dass zuvor unter anderem viele Anträge gestellt, die Satzung geändert und Ausbilderinnen und Ausbilder gefunden und geschult werden müssen.

„Bei aller Freude über die Gründung gibt es einen Wermutstropfen. Unser Gerätehaus bietet überhaupt keinen Platz. Daher danke ich der Wehr in Neukirchen, die für die Jugendlichen spontan ihr Gerätehaus als Unterkunft angeboten hat. Dort findet auch am 6. Februar die Kickoff-Veranstaltung statt, zu der sich schon neun Jugendliche angemeldet haben. Über weitere Anmeldungen würden wir uns natürlich sehr freuen“, erläuterte Sieversdorfs Ortswehrführer. Müller wies darauf hin, dass natürlich auch eine Jugendwehr Geld kostet und freute sich daher über zwei Spenden, die ihn am Veranstaltungsabend erreichten. Vom ortsansässigen Pflegedienst Hinz-Luplow gab es einen Scheck über 1.500 Euro und Martin Ohm spendete als Geschäftsführer der Firma Im Norden Immobilien GmbH 1.000 Euro.

„Heute wurde eine besondere Geschichte geschrieben. Durch die Fusion der Wehren und die Gründung der Jugendfeuerwehr haben wir die Grundlage für eine starke und zukunftsorientierte Feuerwehr geschaffen. Um alldem gerecht werden zu können, brauchen wir aber auch die notwendigen Rahmenbedingungen“, konstatierte Michael Müller zum Abschluss der Jahreshauptversammlung in Richtung der Verwaltung und Politik.


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