

Eutin (aj). Hallenfußball – für Fans des runden Leders gibt es kaum einen größeren Winterspaß als einen stimmungsvollen Budenzauber. Entsprechend gut war die Laune am vorletzten Januar-Wochenende, als die BSG Eutin und die Ostholsteinische Haus- und Grundstücksbetreuung (OHHGG) zum gemeinsamen Inklusionsturnier in die Eutiner Sieverthalle gebeten hatten. Neun Teams traten gegeneinander an, in allen Mannschaften spielten Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen. Und weil mit dem I der Inklusion das Zeichen gesetzt war, kam ganz selbstverständlich auch das I für Integration ins Spiel. Die Spieler*innen von Die Brücke, Die Ostholsteiner, die Vorwerker, Dorfkicker, Kinder- und Jugendhaus Zarnekau, Marli, Lebenshilfe Preetz, OHHGG und BSG Eutin zeigten sich nicht nur hochmotiviert, sie waren auch bester Laune: „Das Besondere an diesem Turnier ist das Drumherum“, sagte Mit-Organisator Frank Lunau mit Blick auf die munteren Gespräche auf der Tribüne. Da trafen sich alte und junge Bekannte, man freute sich über das Wiedersehen und tauschte sich aus.
Dem sportlichen Ehrgeiz tat das freundschaftliche Drumherum keinen Abbruch und entsprechend kribbelig waren die Kicker, ehe es aufs Feld ging. Im Flur der Halle stimmte Stefan Richter seine Truppe von Die Ostholsteiner auf die Begegnungen ein. Als Leiter des Hauses am Bahnhof und des Selbstständigen Lebens mit Assistenz trug er nicht nur die Verantwortung als Teamchef, sondern auch das Trikot. Mit zehn Spieler*innen waren Die Ostholsteiner dabei: „Wir fragen in unseren Häusern und Gruppen, wer Lust hat, mitzuspielen“, erklärte Richter. Die einzige Voraussetzung, die dabei erfüllt werden muss, ist Spaß am Fußball. Natürlich sei mit einem solchen Turnier die Inklusion nicht zu erreichen: „Inklusion bedeutet, im Alltag ‚ganz normal‘ unterwegs sein zu können“, betonte er. Aber es sei gut, dass es solche Turniere gebe. Das rücke das Thema ins Licht: „Und dem Team macht es Freude, auch die anderen Mannschaften zu treffen“, unterstrich er. Fußball spiele durchaus eine Rolle bei der Freizeitgestaltung von Die Ostholsteiner: „Wir gehen mal in die Soccerhalle, viele sind beim Walking Fußball der BSG dabei“, berichtete Stefan Richter. Ein sportliches Ziel gab es durchaus: „Einen Platz besser werden als im letzten Jahr, da waren wir die Letzten“, verriet Richter mit Augenzwinkern. Dann wurde es ernst. Kapitänin Bente Schick schwor ihre Mannen ein: „Das schafft ihr!“ Und dann: Anpfiff!
Dafür, dass alles regelkonform ablief, sorgten Reiner Sieg und Peter Gradert. Die Schiedsrichter waren von Fehmarn und aus Göhl angereist und pfiffen natürlich ehrenamtlich: „Für die gute Sache ist uns kein Weg zu weit, da nehmen wir auch die Anreise gern auf uns“, so die Schieris. Sie hatten ein faires Turnier zu pfeifen, das am Ende die BSG Eutin für sich entschied. Damit hat der Wanderpokal für die nächsten Monate einen festen Platz. Und Die Ostholsteiner? Für sie stand am Ende Platz 8 zu Buche und das hieß: Ziel erreicht! Was für alle galt – nicht nur in sportlicher Hinsicht.

