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Ankommen und auskennen

Nele Drews, Heiko Godow, Caroline Backmann, Birgit Boller und Michael Keller freuen sich über die Möglichkeiten der digitalen Infostele.

Nele Drews, Heiko Godow, Caroline Backmann, Birgit Boller und Michael Keller freuen sich über die Möglichkeiten der digitalen Infostele.

Bild: A. Jabs

Ostholstein/Kreis Plön (aj). Stadtpläne auf Papier? Veranstaltungsflyer, die in Rucksäcke wandern und dort vergessen werden? Tourismus heute funktioniert zunehmend anders: Wer in Eutin aus dem Zug steigt und sich stadtwärts orientiert, kommt an der digitalen Info-Stele nicht vorbei: Auf einem großformatigen Bildschirm kann man sich mit ein paar Fingertipps informieren und inspirieren lassen: Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen, Öffnungszeiten und jede Menge Hintergrundwissen machen Lust auf einen Streifzug durch den Ort und sorgen für das Gefühl, willkommen zu sein. Insgesamt neun digitale Info-Stelen gibt es in der Region, deren Interessen von der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZSH) gebündelt werden. In Plön steht je eine am Bahnhof und am Marktplatz, Malente hat sich für eine Stele an der Tourist Info nah dem Bahnhof entschieden, in Eutin gibt es neben dem Standort am Bahnhof zwei weitere am Marktplatz vor der Tourist-Info sowie an der Stadtbucht. Auch Bosau ist dabei mit einer Stele am Haus des Kurgastes, in Grebin findet man sie an der Mühle und in Dersau am Campingplatz Seeblick. Somit spielt auch der Wiedererkennungswert eine Rolle, der sich positiv auf das touristische Zusammengehörigkeitsgefühl auswirkt: “Und was die Menschen zusammenbringt, wollen wir als AktivRegion fördern”, betonte Birgit Boller als Vertreterin der AktivRegion beim Ortstermin in Eutin.
Da das Projekt einen bedeutenden Mehrwert für die Region darstellt, war es möglich einen Förderantrag zur finanziellen Bezuschussung des Vorhabens zu stellen. Somit konnten im Rahmen der Förderung auf Initiative des Ministeriums für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) Fördermittel in Höhe von rund 72.000 Euro (Gesamtauftragshöhe rund 121.000 Euro) eingeworben werden, was dem Höchstsatz einer möglichen Förderung entspricht. „Das von der TZHS ausgearbeitete Projekt trifft mit dieser Form der zielgerichteten, digitalen und damit nachhaltigen Besucherinformation- und Lenkung genau den Nerv der Zeit“, so Boller. Gemäß Verbandsbeschluss übernimmt die TZHS pro Mitgliedsort die Kosten für eine digitale Info-Stele. Für Heiko Godow ist die Stele ein Schritt das 21. Jahrhundert: “Das klingt schon spektakulär”, befand der Bürgermeister von Malente. Es ist ein Zukunftsprojekt, das auch die Vergangenheit erschließt. Nicht nur historische Fakten, auch nostalgische Motive können eingespielt werden. Michael Keller, Geschäftsführer der Eutin Tourismus GmbH, ist froh über die Entscheidung der Stadtverwaltung für gleich drei digitale Stelen: „Ich freue mich, dass wir unseren Gästen nun an drei frequentierten Standorten in der Eutiner Innenstadt die Möglichkeit der unabhängigen Gästeberatung anbieten können.“ Dafür, dass alles reibungslos läuft, sorgt Nele Drews als Projektverantwortliche der Digitalisierungsmaßnahme.
Wichtig: Die digitalen Info-Stelen sind zum Teil behindertengerecht – auf dem Bildschirm sind die Inhalte durch einen einfachen Klick barrierearm darstellbar und auf den unteren Teil des Bildschirmes regelbar. Außerdem erlaubt der Aufbau der digitalen Stelen das nahe Heranfahren mit beispielsweise einem Rollstuhl. „Dies war uns sehr wichtig“, betont Caroline Backmann, Geschäftsführerin der TZHS, „sodass auch mobilitätseingeschränkte Menschen von unseren Informations-Stelen profitieren können.“ Die Stelen verfügen darüber hinaus auch über eine weitere Funktion: Sollte der Gast die dargestellten Informationen „in die Hosentasche stecken wollen“, so kann der gesehene Inhalt ganz einfach per QR-Code auf das Smartphone geladen und somit unterwegs jederzeit aufgerufen werden. Die Stelen sollen den Gästen jeden Tag zur Verfügung stehen. Um den Stromverbrauch in Zeiten der Energiekrise möglichst gering zu halten, schalten sich die Stelen allerdings innerhalb eines festgelegten Zeitraumes in einen Ruhezustand, vergleichbar mit dem Standby Modus eines Fernsehers und können in diesem Zeitraum nicht bedient werden. Auch eine zweckentfremdete Nutzung ist nicht möglich. Sprich: Willkürlich im Netz zu surfen, dem ist ein Regel vorgeschoben.
Die Städte Eutin und Plön haben sich übrigens entschieden, jeweils eine (Plön) beziehungsweise zwei (Eutin) weitere digitale Info-Stelen im Stadtgebiet aufzustellen. In Eutin wird das an der Opernscheune und an der Kulturmühle erfolgen. Die entsprechenden Eigenanteilskosten übernimmt der jeweilige Ort.


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