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Vielfältige Projekte der Sportjugend

Arne von Pichowski entschied sich nach dem Abitur für ein FSJ als Judo-Trainer beim PSV Eutin.

Arne von Pichowski entschied sich nach dem Abitur für ein FSJ als Judo-Trainer beim PSV Eutin.

Bad Malente-Gremsmühlen (mm). Sie sind jung, sportlich und sozial engagiert. Die etwa 130 FSJ- und BFD-Leistenden der Sportjugend Schleswig-Holstein, die diese Woche ihr Abschlussseminar belegen, haben schon ein Dreivierteljahr Freiwilligendienst hinter sich. In den unterschiedlichsten Vereinen und Verbänden arbeiten sie größtenteils mit Kindern verschiedener Altersstufen. Ob sie ein Handballcamp, Kinderturnen, eine Senioren-Hobbygruppe, eine Segel-AG oder Hallengolf veranstalten, die Jugendlichen sind mit vollem Eifer dabei und ziehen daraus wertvolle Erfahrungen. Am Mittwoch und am Donnerstag stellten sie nun in Form einer Projektmesse vor, woran sie das Jahr über gearbeitet hatten. Eröffnet wurde die Veranstaltung sowohl durch eine Rede des Vizepräsidenten des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, Wolfgang Beer, als auch durch eine besonders unterhaltsame Ansprache ehemaliger FSJler, die dem „Nachwuchs“ als Betreuer und Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Ebenso meldeten sich die Sprecher der Freiwilligen zu Wort und dankten allen Beteiligten. Die SJSH (Sportjugend Schleswig-Holstein) organisiert den Freiwilligen-Dienst schon seit 2003, als man noch einen Jahrgang von nur sieben Freiwilligen hatte. Seitdem wächst sowohl die Zahl der Jugendlichen als auch die Zahl der anerkannten Vereine und Verbände, in denen ein soziales Jahr absolviert werden kann, stetig. So kann jedes Jahr eine größere Vielfalt an Arbeitsfeldern angeboten werden. Seit letztem Jahr gibt es sogar einige Plätze für einen Bundes-Freiwilligen-Dienst mit Flüchtlingsbezug, bei dem die Integration durch Sportkurse oder die Unterstützung bei der Orientierung im Alltag im Mittelpunkt stehen. Auch Arne von Pichowski ist seit letztem Herbst in seinem freiwilligen sozialen Jahr beim PSV Eutin. Nachdem er seinem Judo-Trainer aus Versehen die Schulter ausgekugelt hatte, war es für ihn klar, dass er dessen Kindergruppe übernehmen würde. Also trainierte er mit den Kids unter vier, entwickelte im Laufe der Monate aber sein eigenes Konzept und plante, einen Kurs für Kinder zwischen vier und sechs Jahren zu eröffnen. Das sei nämlich eine zu füllende Lücke, da die meisten Kinder erst bei den jüngsten mitmachen und dann einige Jahre warten müssen, bis sie in den Verein eintreten und weiter trainieren können. Seit April läuft dieser Kurs nun mit größerem Erfolg als erwartet. „Ich hatte nur vier Anmeldungen, aber am ersten Tag standen auf einmal fünfzehn Kinder auf der Matte“, erzählt Arne. Mit ihnen macht er zunächst Spiele zum Kennenlernen, dann einfache Übungen oder kontrolliertes Rangeln und Raufen, um die Kinder an die Matte und ungewohnte Bewegungen zu gewöhnen. Ab und zu ist auch mal eine Judo-Übung an der Reihe, aber der junge Trainer meint: „Judo steht im Hintergrund, Hauptsache die Kinder haben Spaß!“ Wie für Arne ist das freiwillige soziale Jahr für die Meisten eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Am Anfang des Jahres können sie eine Ausbildung zum Teamleiter machen, die sie qualifiziert, in den Vereinen noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Auch für eben jene Vereine ist es ein Gewinn, einen oder gar mehrere Freiwillige bei sich aufzunehmen, da die Jugendlichen ihrem Verein häufig treu bleiben und später in ihm sogar hohe Positionen einnehmen. Kristina Exner-Carl, Bildungsreferentin und Projektleiterin des Freiwilligen-Dienstes bei der SJSH, spricht von einer „Win-Win-Situation“. Im Vordergrund stünde dabei aber das Sammeln von Erfahrungen in verschiedenen Arbeitsbereichen für das spätere Leben. „Es ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr, das ist für mich der Kernpunkt.“


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