Marco Gruemmer

Zur Erinnerung an Kapitän Heinrich Paasch - Gedenkschild am Dahmer Geburtshaus angebracht

Tourismusleiterin Ulrike Dallmann, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Jürgen Möller und Ulrich Schlecker, Eigentümer des Hauses (v. lks.).

Tourismusleiterin Ulrike Dallmann, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Jürgen Möller und Ulrich Schlecker, Eigentümer des Hauses (v. lks.).

Dahme. Seit nunmehr drei Jahren beschäftigt sich der Heimat- und Kulturverein Dahme mit großer Leidenschaft und viel Engagement mit der Vergangenheit des ehemaligen Fischerdorfes. Immer wieder rücken Organisationen, bekannte Persönlichkeiten oder markante Bauwerke in den Fokus der ehrenamtlichen Arbeit. Erstmals wurde jetzt ein kulturhistorisches Gebäude mit einer Gedenktafel ausgezeichnet. Dabei handelt es sich selbstverständlich nicht um irgendein Haus, sondern um das Geburtshaus von Kapitän Heinrich Paasch, einem der berühmtesten Söhne des Ortes. In der Seestraße 57 hat der Heimat- und Kulturverein mit Unterstützung des Tourismus Service eine Gedenktafel angebracht, die mit den wichtigsten Daten aus dem Leben von Heinrich Paasch beschriftet ist. „Wir versuchen Identifikation und Beziehung zu vermitteln“, umschreibt 1. Vorsitzender Jürgen Müller den Antrieb des Vereins. (mg)
 
Das war Kapitän Heinrich Paasch (1835 - 1904)
 
Am 7. Januar 1835 wurde in einem kleinen Fischerhaus dort, wo heute der Asia Grill steht, Johan Heinrich Paasch als Sohn eines Fischers geboren.
 
Die meiste Zeit seiner Jugend fuhr Heinrich Paasch mit seinem Vater auf die See hinaus, wobei auch die Häfen von Fehmarn, Neustadt, Lübeck und Wismar angesteuert wurden. Die Schule besuchte er daher eigentlich nur in den Wintermonaten, aber er hatte ein außerordentlich gutes Gedächtnis und eine schnelle Auffassungsgabe. Die Fahrten mit seinem Vater hatten ihm schon in der Jugend eine Umsichtigkeit und auch Härte anerzogen, ohne die er wahrscheinlich seinen schwersten Schicksalsschlag gar nicht überlebt hätte. Am 25. Oktober 1848 - er war 13 Jahre alt – wurde ihr Schiff auf der Fahrt von Neustadt nach Dahme von einem Sturm überrascht und der Vater durch einen Sturz über Bord gespült; der Sohn konnte ihn nicht mehr retten, es gelang ihm aber, das Schiff gegen den Sturm zu halten und mit ihm dem Untergang und damit dem sicheren Tod zu entrinnen.
 
Trotz dieses fürchterlichen Jugenderlebnisses beschloss er dennoch, zur See zu fahren und heuerte mit 15 Jahren auf der damals entstehenden deutschen Flotte an. Dienst auf dänischen Schiffen, bis als Matrose und später als Steuermann auf deutschen, holländischen und amerikanischen Handelsschiffen schafften die Voraussetzungen zum Erwerb des Kapitänspatentes, das er 1862 erhielt. Als 27-jähriger Kapitän befehligte er von 1862 bis 1870 einen russischen Ostindienfahrer. Am 21. September 1864 heiratete er Claudia, die Tochter des damaligen Compastors Georg-Hinrich Eyler zu Grube.
 
Mit besten seemännischen Zeugnissen versehen gab Heinrich Paasch 1870 die aktive Seefahrt auf und wählte Antwerpen als seine neue Heimat, wo er bereits drei Jahre später den Posten eines Inspektors des Englischen Lloyds für Belgien bekleidete. In den folgenden 15 Jahren verwertete er seine Erfahrungen und sammelte neue Erkenntnisse, durch die er dann bei seefahrenden Nationen bekannt geworden ist.
 
Die hierbei gewonnenen Erfahrungen verwertete er dann als Schriftsteller bei seinem bekannten Werk „Vom Kiel bis zum Flaggenknopf“, das in drei Sprachen mit je 5.000 Exemplaren 1885 in Antwerpen herausgegeben wurde.
 Das Buch erregte so große Aufmerksamkeit bei allen Behörden der seefahrenden Nationen, dass bereits 1894 eine zweite, erweiterte Auflage und sogar eine dritte herausgegeben wurden mit jeweils mehr als 10.000 Exemplaren, die jedoch erst nach seinem Tode erschien. Deutsche, französische und englische Freunde führten sein Werk zu Ende und 1908 wurde es in London zuletzt in fünf Sprachen - die vorgenannten und noch italienisch und spanisch - herausgebracht. Doch über alle diese Erfolge hinweg haben die Eheleute Paasch ihre Heimatorte Dahme und Grube nie vergessen. Fast jedes Jahr kamen sie einmal in ihren Urlaub hierher, zum letzten Male im Jahre 1903. Am 25. März 1904 entschlief Kapitän Heinrich Paasch im Alter von 69 Jahren, mitten in den Vorbereitungen für die letzte Auflage seines Werkes. (Quelle: http://www.wirliebendahme.de - aus der Feder von Reinhold Reshöft)


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