Marco Gruemmer

Bauboom in Grömitz: „Mit guten Ideen in die Zukunft“

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Grömitz. Großer Rundumschlag. Mit den für das Ostseebad Grömitz momentan wichtigsten Themen auf der Tagesordnung, lud die Gemeinde am vergangenen Mittwoch zu einer Einwohnerversammlung in die Ostholsteinhalle ein. „Ich wünsche mir eine offene, im Ton freundliche Diskussion“, sagte Bürgervorsteher Heinz Bäker in seiner Begrüßung.

 

Einen Überblick über die aktuellen Wohnungsbauvorhaben gab Bürgermeister Mark Burmeister.

 

Wohnungsbau in der Trift: Dort war im Februar Baustart für 23 Mietwohnungen mit einer Gesamt-Wohnfläche von 1.500 Quadratmetern. Stand heute wird nach aktuellen Fördervorgaben eine Kaltmiete von acht Euro pro Quadratmeter verlangt. Die Baukosten, inklusive Planer und Fachplaner, liegen bei rund 4 Millionen Euro. Mit der Fertigstellung wird im Juli/August 2023 gerechnet.

 

Neubaugebiet an der 501 (Verlängerung Beckerkoppel): An dem Standort sehen die Planungen 48 Wohneinheiten als Einzel- beziehungsweise Doppelhausbebauung mit integriertem Mietwohnungsbau und Mitarbeiterwohnraum vor. Zweitwohnungen werden privatrechtlich ausgeschlossen. Bei einer Bauzeit von 12 bis 14 Monaten beginnen die Erschließungsarbeiten im Frühjahr 2023.

 

Neubaugebiet Grönwohldshorst: Dort entstehen 16 Eigentumsgrundstücke. Zweit- und Ferienwohnungen sind ausgeschlossen.

 

Wohnungsbau zwischen B 501 und Grömitzer Höhe: Das größte Vorhaben. 150 Wohnungen, nutzbar als Haupt- beziehungsweise alleiniger Wohnsitz. Vorhabenträger ist die Conplan Betriebs- und Projektberatungsgesellschaft mit der Behrendt Gruppe. Auch hier gibt es keiner Zweit- oder Ferienwohnungen.

 

Ortsentwicklungskonzept

 

Der Entwurf zum Ortsentwicklungskonzept liegt der Gemeindevertretung vor, es liegt jedoch noch kein Beschluss vor. Vor diesem Hintergrund konnte Frank Simoneit von der FH Westküste bei seinen Ausführungen nicht ins Detail gehen. Er informierte darüber, dass in den bisherigen Gesprächsrunden insgesamt 14 Ankerpunkte zu zentralen Themen aufgestellt wurden, die den gewünschten Zustand in 2030 beschreiben. Zum Ende des Prozesses sollen ein Zukunftsbild und Leitlinien stehen. Im Tourismus sieht Simoneit Grömitz gut positioniert, bei Einwohnern und Fachkräften gebe es noch Nachholbedarf. Mehr zum Ortsentwicklungskonzept erfahren die Bürgerinnen und Bürger bei einer öffentlichen Vorstellung am Freitag, dem 9. September in der Strandhalle.

 

Hotelprojekt oberhalb des Jachthafens

 

Die Vorstellung übernahm die Hirmer Hospitality, ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in München, das sich als Experte für Ferienhotellerie bezeichnet. „Dieses Projekt liegt uns sehr am Herzen. Wir betrachten jedes Konzept, jeden Ort individuell“, erklärte Geschäftsführerin Edith Gerhardt. Sie erläuterte, dass in Grömitz ein Leuchtturmprojekt des nachhaltigen und energieeffizienten Bauens entstehen soll, ausgerichtet auf Familien jeglicher Art. Als neuer Treffpunkt am Jachthafen werde das Bauvorhaben mit zwei ganzjährig betriebenen Hotels (135 Zimmer sowie ein Familienhotel mit 40 Zimmern) in die vorhandene Landschaft eingebettet. Zusätzlich sind Personal-Wohnhäuser vorgesehen, genau wie ein großer Gastronomiebereich, ein Spa- und Wellnessbereich und über 200 Stellplätze.

 

Dünenpark

 

Über den aktuellen Stand informierte Manfred Wohnrade als Betriebsleiter des Tourismus-Service. Auf rund 20.000 Quadratmetern hat die Neugestaltung des ehemaligen Freibadgeländes begonnen (der reporter berichtete). Die ersten Gebäude sind im Bau. Dazu zählt der Surf Rescue Club mit DLRG-Wache, Unterkunft und Hostel, dessen Betrieb im März 2023 aufgenommen werden soll. Eingebettet in eine Dünenlandschaft entstehen weiterhin Einzelhandelsgeschäfte, eine Kletterwand, ein Café, ein Beach-Club mit 350 Sitzpätzen und großzügiger Außenterrasse, ein Kinderspielplatz mit Wasserlandschaft sowie ein Multifunktionsgebäude mit Indoor-Kinderspielwelt, Bowlingbahn und Veranstaltungsräumen.

 

Bürgeretat

 

Im Haushalt der Gemeinde Grömitz sind 100.000 Euro veranschlagt. Unter Beachtung des Gemeinwohls bestimmen die Bürgerinnen und Bürger über deren Verwendung. „Es sollen möglichst viele kleine Projekte profitieren“, erklärte Bürgervorsteher Heinz Bäker. Bis zum 30. September können Projekte vorgeschlagen werden. Das Anmeldeformular gibt es unter www.groemitz.eu. Anschließend folgt eine Zusammenkunft mit Vorstellung der Projekte, die ab Oktober auch online gestellt werden. (mg)


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