Marco Gruemmer

Ist Dahme am politischen Tiefpunkt?

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Dahme ist ein liebenswerter Ort, geprägt von der Tradition eines alten Fischerdorfes. Die politische Lage ist derzeit allerdings sehr angespannt.

Dahme ist ein liebenswerter Ort, geprägt von der Tradition eines alten Fischerdorfes. Die politische Lage ist derzeit allerdings sehr angespannt.

Dahme. Politisch sind die Zeiten im Ostseebad Dahme derzeit alles andere als rosig. Und das scheint mit Blick auf die Sitzung der Gemeindevertretung vom vergangenen Mittwoch auch erstmal so zu bleiben.

 

Ein kurzer Rückblick. Auch in der Zeit von Bürgermeister Heinrich Plön (2000 bis 2016) gab es angeregte, teils hitzige Diskussionen und unterschiedliche Meinungen innerhalb der Parteienlandschaft. Der Umgang der Gemeindevertreter untereinander war jedoch geprägt von Respekt. Nach der Sitzung gab man sich die Hand.

 

Was nach der Plön-Ära in den letzten Jahren und gerade auch in der Gegenwart passiert, produziert nicht nur unschöne Schlagzeilen, sondern sorgt auch für Unzufriedenheit auf allen Seiten. Ein, im Sinne und zum Wohle der Gemeinde, vernünftiges Miteinander? Fehlanzeige. Schuldzuweisungen, Beschimpfungen und das in einem Ton, der den neutralen Beobachter beschämend zurücklässt.

 

Der bisherige Tiefpunkt wurde am vergangenen Mittwoch erreicht. Es ist 21.45 Uhr, als die Fraktionen von DWG und FD die Sitzung vorzeitig verlassen. Was war passiert? Im Zuge der Abberufung von CDU-Bürgermeister Dieter Knoll (der reporter berichtete) hatten der stellvertretende Bürgermeister Sven Rohr (DWG) und die 2. stellvertretende Bürgermeisterin Birgitt Wulf (FD) im Vorfeld der Sitzung vom 30. August ihren Rücktritt erklärt. Dadurch standen Neuwahlen auf der Tagesordnung. Da DWG und FD auf ihr Vorschlagsrecht bei der ersten Stellvertretung verzichteten, wurde von der PFD die Gemeindevertreterin Andrea Greifenhagen (PFD) vorgeschlagen. Dabei kam es zu einer Stimmengleichheit mit sechs Ja- und sechs Neinstimmen, was laut Satzung zu einer Nicht-Wahl führte. Dies hat zur Folge, dass die Wahl einer ersten Stellvertretung erneut auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung stehen wird.

 

Ein wenig anders ist es bei der Wahl zur zweiten Stellvertretung gelaufen. Auch hier erfolgte der Verzicht von DWG und FD auf das Vorschlagsrecht und wieder wurde Andrea Greifenhagen vorgeschlagen. Durch eine geänderte Antragsformulierung und einen geänderten Abstimmungsmodus reichte das Ergebnis (wieder sechs zu sechs) jedoch diesmal und so wurde Andrea Greifenhagen zur 2. stellvertretenden Bürgermeisterin gewählt. Ein Vorgang, der von den Fraktionen der DWG und FD als inakzeptabel bezeichnet wurde. „Das sind Taschenspielertricks“, sagte beispielsweise Sven Rohr von der DWG. Als Konsequenz verließen DWG und FD noch vor Ende der Sitzung geschlossen das Gemeindehaus. In einer Stellungnahme einen Tag nach der Versammlung hieß es: „Die DWG wird sich weitere Schritte gegen dieses Vorgehen vorbehalten und ist sich mit der FD-Fraktion einig, dass dieses der bisherige Höhepunkt, der Missachtung seitens des Bürgermeisters gegenüber der Gemeindevertretung darstellt.“

 

In der öffentlichen Wahrnehmung scheint das Gremium viel Kredit verspielt zu haben. Kindergarten ist da noch eine der harmloseren Bezeichnungen. Ebenso wurde von „Kampfansagen“ und „Hetzjagden“, die im Zusammenhang mit der geplanten Bürgermeister-Abberufung nur eine Stunde nach der demokratischen Entscheidung die Runde machten, gesprochen.

 

Gleichstellungsbeauftragte

Die ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte für die Verwaltungsgemeinschaft Grömitz heißt seit Anfang Mai Verena Schnitzler. Sie ist Hauptberuflich in Teilzeit als Sozialarbeiterin beim Kreis Ostholstein tätig. Ihre Aufgabe ist es, an Gesprächen zur Gleichstellung teilzunehmen. Weiterhin versucht sie Angebote wie Vorträge, Seminare oder einen Selbstverteidigungskurs zu etablieren. „Kommen Sie gerne mit Ihrem Anliegen zu mir“, forderte Verena Schnitzler die Frauen auf.

 

Feuerwehrbedarfsplan

Für die Freiwillige Feuerwehr Dahme muss ein neuer Feuerwehrbedarfsplan erstellt werden. Wie Gemeindewehrführer Manfred Lübke mitteilt, besteht der Wunsch nach einem neuen Löschgruppenfahrzeug (LF). Das alte LF8 hat bereits 28 Jahre auf dem Buckel. Da es diesen Fahrzeugtyp nicht mehr gibt, wäre die Alternative ein LF10, das preislich bei 350.000 bis 400.000 Euro liegt. Bei der Beschaffung eines LF10 gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen über eine Sammelbestellung durch das Land. „Dann haben wir allerdings kein Mitspracherecht und bekommen ein Fahrzeug von der Stange“, so Manfred Lübke. Die andere Lösung wäre eine externe Ausschreibung durch ein Ingenieurbüro, dessen Kosten sich auf vier Prozent des Kaufpreises, maximal aber 13.000 Euro belaufen würden. „Das hätte für uns mehr Nutzen“, erklärte der Gemeindewehrführer. Die Ersatzbeschaffung wird auf der kommenden Sitzung der Gemeindevertretung intensiviert. Zudem plädierte Manfred Lübke zeitnahe Umsetzung der Pläne für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses.

 

Sporthalle - Ideen des TSV Dahme

Der TSV Dahme stößt, zumindest beim Hallensport, an seine räumlichen Kapazitäten. Neue Sparten wie Herzsport, Zumba oder Badminton können aufgrund des vollen Belegungsplanes der Karl-Heinz Kramer Halle nicht aufgenommen werden. Deshalb stellte der 1. Vorsitzende Andrew Bednarzik die Pläne zum Neubau einer Gymnastikhalle mit unter anderem zwei zusätzlichen Umkleideräumen, einem behindergerechten WC, einem Zuschauer-WC und einem Wickeltisch für Kleinkinder vor. „Aktuell müssen wir immer improvisieren und Kompromisse finden“, erläuterte Andrew Bednarzik. Auch die vorhandene Halle ist in die Jahre gekommen. „Hier müssen dringend dass undichte Dach im Flurbereich, die Fenster der Halle und die Elektrik saniert werden“, so der Vorsitzende. „Es ist wirklich Handlungsbedarf geboten“, betonte Bürgermeister Dieter Knoll, der sich erst kürzlich vor Ort über den Zustand informierte. (mg)


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