Marco Gruemmer

Jugendgruppe des „Neuen Kleinen Theaters Neustadt“ spielt  „Tschick“

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Regisseur Thomas Geisler (Mitte) mit seinen Hauptdarstellern Daniel Albrecht (lks.) und Adria Kasatcewitsch.

Regisseur Thomas Geisler (Mitte) mit seinen Hauptdarstellern Daniel Albrecht (lks.) und Adria Kasatcewitsch.

Foto: Marco Grümmer

Neustadt. Es war lange still um das Kleine Theater in Neustadt. Jetzt allerdings weht in den Reihen des rund 30 Mitglieder starken Vereins ein frischer Wind. Dies hängt unmittelbar mit dem Einstieg von Thomas Geisler zusammen. Der Schauspieler und Regisseur ist seit 40 Jahren eng mit der Branche verbunden. Mit seiner Erfahrung möchte er die Kulturszene in Neustadt beleben (der reporter berichtete).

Im Mai 2023 startete der Aufruf zu einem Casting. 30 Interessierte, davon rund die Hälfte Jugendliche, fanden sich in der Kulturwerkstatt Forum ein. „Sensationell. Damit hatte ich nicht gerechnet“, erklärte Thomas Geisler. Daraus bildeten sich eine Jugend- sowie eine Hauptgruppe. Die Jugendgruppe steht nun kurz vor der Premiere ihres einstudierten Stückes „Tschick“. Seit Juni des vergangenen Jahres läuft die Probenarbeit, in die acht Jugendliche ab 14 Jahren involviert sind. Während Thomas Geisler die künstlerische Leistung inklusive der Auswahl des Stückes und der Schauspieler übernommen hat, bringen sich seine Mitstreiter unter anderem in den Bereichen Bühnenbau, Technik und Maske ein.

„Tschick“ ist ein 2010 im Rowohlt Verlag erschienener Jugendroman von Wolfgang Herrndorf. Er handelt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem 14-Jährigen aus bürgerlichen Verhältnissen und einem jugendlichen Spätaussiedler aus Russland. Das Werk wurde 2011 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis sowie dem Clemens-Brentano-Preis und 2012 mit dem Hans-Fallada-Preis ausgezeichnet. Das in über 25 Ländern erschienene Buch hatte sich bis September 2016 allein in Deutschland über 2 Millionen Mal verkauft.

Der reporter traf sich mit den beiden Hauptdarstellern zum Gespräch. Maik wird gespielt von Daniel Albrecht (15 Jahre), die Rolle des Tschick verkörpert Adrian Kasatcewitsch (15 Jahre). Die beiden Schüler des Küstengymnasiums kannten sich bisweilen nur aus der Schule. Nun stehen sie zusammen auf der Bühne. „Die Chemie zwischen uns hat von Beginn an gestimmt“, betonten die Nachwuchsschauspieler, die sich nun auch außerhalb der offiziellen Proben treffen, um gemeinsam Dialoge zu lernen. Die Vorfreude auf die Premiere ist bei beiden riesig. „Wobei die Nervorsität wohl noch steigen wird“, sagen sie mit einem Lächeln. In Sachen Text lernen, Körpersprache und Gestik profitieren sie auch von dem großen Erfahrungsschatz eines Thomas Geisler, der wiederum betont: „Beide sind mit einem großen Talent gesegnet.“ (mg)

Auszug aus der Handlung: Maik Klingenberg, 14 Jahre alt und aus einem zwar wohlhabenden, aber zerrütteten Elternhaus in Marzahn, einem Stadtteil von Ost-Berlin, ist in seiner Klasse ein Außenseiter. Deshalb wird er zu Beginn der Sommerferien auch nicht zum Geburtstag der Klassenschönheit Tatjana Cosic eingeladen, in die er heimlich verliebt ist. Er gilt einfach als zu langweilig. Eines der wenigen Male, bei dem er in seiner Klasse auffällt, ist der Moment, als er im Deutschunterricht seinen Aufsatz vorliest, in dem er mit frappierender, aber liebevoller Offenheit von seiner alkoholkranken Mutter erzählt. Der Lehrer ist entsetzt, die Klasse lacht und nennt ihn Psycho. Niemand versteht, wie man so ungeschminkt über seine Mutter schreiben kann.

Auch der neue Mitschüler Tschick (eigentlich Andrej Tschichatschow), ein wortkarger russischer Spätaussiedler, der hin und wieder sichtlich betrunken zum Unterricht erscheint, ist ein Außenseiter. Und auch er wird von Tatjanas Geburtstagsparty ausgeschlossen. Maik, der bis zuletzt hofft, doch noch eingeladen zu werden, zeichnet als Geschenk für Tatjana in mühevoller Arbeit mit Bleistift ein Beyoncé-Poster aus einer Zeitschrift ab. Doch der letzte Schultag kommt, ohne dass etwas geschieht. Obendrein wird klar, dass Maiks Mutter mal wieder in die Entzugsklinik muss und sein Vater die Zeit nutzen will, um mit seiner jungen Assistentin in den Urlaub zu fahren. Maik wird die Sommerferien also allein verbringen müssen. Da erscheint plötzlich Tschick mit einem gestohlenen, klapprigen, hellblauen Lada Niva vor der Haustür. Tschick schlägt Maik vor, gemeinsam zu seinem Großvater in die Walachei zu fahren. Obwohl beide nicht genau wissen, wo die eigentlich liegt, sagt Maik nach kurzem Zögern zu, und eine Reise ins Ungewisse beginnt. (Quelle: Wikipedia)

„Tschick“-Aufführungen im Forum

Die Heimat des „Neuen Kleinen Theaters Neustadt“ ist die Kulturwerkstatt Forum. Dort wird auch die Aufführung von „Tschick“ auf die Bühne gebracht. Die Premiere ist am Freitag, dem 1. März um 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen sind am Samstag, dem 2. März um 19.30 Uhr, Sonntag, dem 3. März um 16 Uhr sowie Sonntag, dem 10. März um 16 Uhr.

Die Eintrittspreise betragen für Erwachsene 12 Euro. Ermäßigte Karten für Kinder, Schüler, Personen mit Behindertenausweis und Rentner sind bei Nachweisvorlage für 9 Euro erhältlich.

Kartenvorverkauf

Karten für das Theaterstück gibt ab dem 22. Januar bei Buchstabe in der Hochtorstraße sowie unter der E-Mail-Adresse karten@kleinestheater-neustadt.de.

Vorstellungen für Schulklassen

Bei entsprechendem Interesse wird versucht, extra Vorstellungen für Schulklassen zu organisieren. Auch hierfür gilt die E-Mail-Adresse karten@kleinestheater-neustadt.de.


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