Gesche Muchow

Schüler-Reporter besuchten Pop-Up Galerie

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Neustadt. Ende Februar tauchte für fünf Tage eine Pop-Up Galerie in  einem leerstehenden Ladenlokal auf. Schüler des Küstengymnasiums zeigten hier ihre Werke unter dem Titel: inBETWEEN.
 
Unterstützt wurden sie dabei von der Kunstlehrerin Marina Meißner, der ehemaligen Kollegin Stephanie Apel, der Kunststudentin und Praktikantin Hanna Siebel und der ehemaligen Schülerin Paula Jüppner. Diese Gelegenheit nutzte die Schülerzeitungs AG der Jacob-Lienau Gemeinschaftsschule und traf einige der Künstlerinnen.
 
Schüler-Reporter: Schon zum zweiten Mal wurde eine Pop-Up Galerie in Neustadt organisiert. Warum?
Paula Jüppner: Aus verschiedenen Gründen, weil alle, die hier mitgearbeitet haben, kunstinteressiert sind, gerne etwas schaffen und natürlich die Möglichkeit lieben das ausstellen zu dürfen
Hanna Siebel: Die Idee einer Pop-Up Galerie knüpft an das Kunststudium an, da das Ausstellen einen hohen Stellenwert für das spätere Kunststudium hat. Alle, die jetzt in der Schule ihre Talente ausüben, sammeln hier sehr viel Erfahrung für die Zukunft. Das ist ein Vorteil. Emotionen einfangen, Feedback für seine eigene Werke bekommen, das stärkt einen sehr.
 
Schüler-Reporter: Was lernen die Schüler dabei?
Marina Meißner: Für alle künstlerischen Studiengänge und Berufe wird es immer wichtiger, seine Werke auszustellen bzw. marktgerecht zu präsentieren. Ohne die Gelegenheit zu haben, das im geschützten Raum zu üben, ist das eine pure Herausforderung – denn von der lang- und kurzfristigen Planung, dem Suchen und Finden eines geeigneten Raumes über den eigentlich künstlerischen Schaffensprozess bis hin zum Planen und Hängen der eigentlichen Ausstellung und der Werbung, die in die Bewirtung im Rahmen der Vernissage mündet, gehört alles in diesen Prozess.
 
Schüler-Reporter: Was ist Kunst?
Paula Jüppner: Kunst ist für jeden etwas anderes.
Ich sehe in vielen Dingen Kunst. Mich beeindruckt es kreative Dinge zu schaffen, egal in welcher Sparte - ob Malerei, Fotografie, Architektur, das ist alles für mich Kunst. Ich finde jeder kann sich ausdrücken.
Schülerin: Für mich ist es der Ausdruck Emotionen zu zeigen. Auf andere Weise rüberzubringen wie man sich innerlich fühlt. Ich benutze es oft, um den Kopf frei zu bekommen, weil ich mich dann einfach darauf konzentriere, wie ich die Linien male oder die Farben. Es befreit mich immer sehr.
Hanna Siebel: Für mich ist Kunst hauptsächlich eine Art der Wahrnehmung. Das Kunststudium würde ich mit einer Wahrnehmungsveränderung gleichsetzen. Ich mache hauptsächlich Fotografie und das ist immer ein einmaliger vergänglicher Moment wie ich die Welt sehe. Unsichtbares sichtbar machen im Alltag, das finde ich ganz spannend.
 
Schüler-Reporter: Was bedeutet inBETWEEN?
Paula Jüppner: Es ist ein sehr weites Feld, das sieht man an den Arbeiten: zwischen Technik und Mensch, zwischen Natur und Technik, zwischen unseren Gesellschaftsschichten … es ist sehr offen, es bedeutet alles, was dazwischen ist und wir vielleicht gar nicht sehen. Es ist das, was im Zwischen stattfindet.
Marina Meißner: In der Ausstellung sind Auseinandersetzungen mit Themen wie einen inneren Widerspruch zwischen Gut und Böse, innen und außen, sozialen Rollen, Verstand– oder Gefühlsorientierung, zu sehen. Es sind Werke entstanden zum Anderssein oder auch dem Dasein zwischen den Welten, zwischen gedanklichen, gedachten oder kulturellen Grenzen.
 
Schüler-Reporter: Welche Schüler konnten sich daran beteiligen?
Schülerin: Das Flex Projekt ist von der 6. bis zur 12. Klasse. Jeder, der an Kunst oder Fotografie interessiert ist, darf einfach mitmachen. Wir haben uns in der Schulzeit und manchmal nachmittags in unserer Freizeit getroffen. Frau Meißner ist Kunstlehrerin und hat viele angesprochen, ob sie daran interessiert sind.
 
Schüler-Reporter: Was ist ein Flex Projekt?
Marina Meißner: Da kann jede Kollegin oder jeder Kollege individuell etwas anbieten. Wir werden dafür aus dem normalen Unterricht freigestellt, die Schüler auch, aber es darf nie mehr als drei Schüler pro Klasse betreffen. Dann arbeiten wir an einem Thema.
 
Schüler-Reporter: Wann begann die Planung?
Paula Jüppner: Nach der letzten Ausstellung war der Plan schon da, wir wollen es noch mal machen. Vor einem halben Jahr kam dann die Idee, was wir machen wollen. Die letzten vier, fünf Wochen wurde noch mal richtig gearbeitet.
Marina Meißner: Insgesamt hatten wir so 2,5 Tage durch das Flex Projekt, der Rest in Eigenarbeit.
 
Schüler-Reporter: Wie wurde sich auf ein Thema geeinigt?
Schülerin: Das war im Flex Projekt, da gab es ein Brainstorming. Und dann kam das Thema so zustande: inBETWEEN.
Marina Meißner: Das hat letztes Mal auch gut geklappt, dass wir ein Brainstorming hatten. Relativ schnell kristallisiert sich dann raus, dass die Gruppe ein Thema am besten findet.
 
Schüler-Reporter: Seit wann stand der Raum fest?
Paula Jüppner: So fünf Tage vorher.
Marina Meißner: Wir waren so weit, es musste endlich mal stattfinden. Das ist bei der Pop-Up Galerie ja so, dass man erst arbeitet und dann guckt. Optimal wäre, oder vom Kunstinteresse wäre toll, wenn man erst den Raum hat und danach plant, weil in dem Raum hätten sich auch noch andere Themen ergeben können.
Aber wichtig ist, dass alle zu einem Thema arbeiten.
 
Schüler-Reporter: Wie wurde organisiert, welches Bild wo hinkommt?
Schülerin: Wir haben uns einen Tag, bevor es losging, getroffen und jeder durfte sich eine Ecke aussuchen, die er für seine Werke passend findet. Dann haben wir uns so geeinigt.
Schülerin: Wir haben oft hin und her geschoben und geguckt wie es besser aussieht und irgendwann hat es gepasst.
Marina Meißner: Wir haben hier eine Lesrichtung: Umgang mit Tod und Sterben, über den Fiction-Bereich zu gesellschaftskritischen Themen und dann technischen Spielereien und naiver Malerei. Es hat sich dann ganz gut ergeben. Oberstes Ziel ist, erst mal machen zu lassen und dann steuere ich nach, sodass es Sinn ergibt.
 
Schüler-Reporter: Wie ist die Ausstellung besucht gewesen?
Marina Meißner: Diesmal ist die Resonanz noch größer. Die SchülerInnen bringen alle ihre Freunde noch mal her, die Familien kommen, aber auch interessierte Einheimische und Touristen. Ich bin total dankbar, dass das in Neustadt so angenommen wird. Die Neustädter Gemeinschaft ist so offenherzig, liebevoll.
Das ist total schön und für die SchülerInnen eine Bestätigung.


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