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Amateurfunk mit Computer

Bilder
Torsten Schlüter empfängt ein Bild über Funk aus Russland.

Torsten Schlüter empfängt ein Bild über Funk aus Russland.

Marienwarder (sh). Es piept und pfeift, Torsten Schlüter schaut gebannt auf den Monitor und erklärt: „Man hört das Bild kommen.“ Und tatsächlich, auf dem Bildschirm baut sich langsam ein Testbild auf. „Das wird aus Russland gefunkt“, erklärt der Amateurfunker. Bilder funken? Funken sei viel mehr als Kurzwelle, Phoniebetrieb (Sprechfunk) und Tastenfunk (Morsen), so Schlüter über sein ungewöhnliches Hobby. Die Bastel- und Experimentierfreudigkeit vieler Amateurfunker weltweit habe viele neue Sonderbetriebsarten hervorgebracht. Es gibt Amateurfunkfernsehen und den Betrieb über die Internationale Raumstation ISS. Und es gibt SSTV (Slow Scan Television), das der analogen Übertragung von Standbildern dient. Dazu benötigt der 53-Jährige einen Computer mit dem entsprechenden Programm und ein SSTV-Modem, die beide durch ein Interface mit dem Funkgerät verbunden sind, welches das Signal über die Funkantenne in die Welt schickt. „Jedes beliebige Bild als JPG-Datei wird so Zeile für Zeile und Farbe für Farbe in Töne und verschiedene Frequenzen umgewandelt.“ Ob Urlaubsbild, ein Stationsbild oder ein Bild von der Gegen oder von sich selbst – ein Text wird einfach auf dem Bild eingefügt. Mit dem persönlichen Rufzeichen und den Koordinaten gibt man sich zu erkennen oder weiß, woher das Bild stammt. Das nächste piept und pfeift sich aus Italien in den kleinen Funkraum in Marienwarder. Torsten Schlüter machte 1990 seine Amateurfunklizenz, fing analog an und entdeckte mit der aufkommenden Computertechnik seine Begeisterung für den digitalen Mobilfunk (DMR). „Da ist Sprachübertragung ohne Rauschen, Knistern und Knacken möglich“, erklärt er. Auf dem Grundstück hat er eine Langdrahtantenne und am Dach drehbare Richtfunkantennen im 2-Meter- und 70-Zentimeter-Band. Er zeigt ein digitales Handfunkgerät und erklärt: „Hiermit kann ich ortsungebunden digital funken. Auf der Fahrt zur Arbeit unterhalte ich mich gerne mit einem schwedischen Kollegen.“ Das Funkgerät geht über einen sogenannten Raspberry Pi, das ist ein Einplatinencomputer in der Größe einer Kreditkarte, ins Internet. Relaisstationen weltweit sind mit dem Internet verbunden und senden das aus dem Netz empfangene Signal wieder raus. Ob Niagara Fälle oder Laboer Ehrenmal – wenn dann ein Handfunkgerät in der Nähe ist, sind sowohl Einzelgespräche als auch Gruppengespräche möglich. Die Vernetzung über das Internet und die eindeutige ID jedes Funkgerätes, dass das Rufzeichen der Gegenstelle im Display anzeigt, macht eine Wunschkommunikation möglich, denn jede Relaisfunkstelle kann gezielt angewählt werden. Stolz erzählt Torsten Schlüter, dass eine Gruppe örtlicher Digitalfunker eine Amateurfunksparte im Deutschen Marinebund gegründet hat. Weltweit werden Funkstationen auf historischen Schiffen und Booten wieder aktiviert oder zeitweise eingerichtet. „Wir dürfen nun aus dem Original-Funkraum von U995 in Laboe Funkverkehr in den Betriebsarten Morse-Telegraphie sowie Sprechfunk weltweit betreiben.“ Besucher des U-Boots können sich direkt ein Bild machen, wie Funkkontakte an Bord gefahren wurden. Und was war bisher sein Funk-Highlight? Torsten Schlüter: „Ich hatte Funkkontakt mit der Raumstation MIR, bevor sie 2001 kontrolliert abstürzte.“ Aber nicht deswegen, sagt er und lacht. Informationen gibt es beim Preetzer Ortsverein M11 des Deutschen Amateur-Radio Clubs (DARC) auf darc.de/distrikte/m/11.



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