Reporter Eutin

Aus der Not geboren

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Preetz (kud). 1919! Wie überall in Deutschland herrschen auch in Preetz Hunger und Not. Der Erste Weltkrieg hat seine Spuren hinterlassen, nicht nur im Leben der Menschen, sondern auch an deren Häusern, auf Äckern, Feldern und in Gärten. 2019! Die Preetzer hegen und pflegen ihre Gärten beim Preetzer Kleingartenverein mit viel Liebe und erfreuen sich an gesundem Obst und Gemüse, das sie jährlich ernten. In diesem Jahr soll das runde Jubiläum gefeiert werden.
Wenn Michaela Falk erst einmal beginnt, über „ihren“ Verein zu erzählen, dann gibt es so schnell kein Ende. Obwohl sie „erst“ seit zehn Jahren zum Verein gehört, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, alles in Erfahrung zu bringen, was es Wissenswertes über Gründung, Aufbau und Entwicklung zu berichten gibt. Michaela Falk ist im Verein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und hat in den vergangenen Jahren viel Zeit im Preetzer Stadtarchiv zugebracht, hat uralte Sitzungsprotokolle studiert.
Vieles hat sich in dem Jahrhundert seit der Gründung verändert. „Damals“, erzählt Michaela Falk, „mussten die Bürger darum kämpfen, Land für Parzellen zu bekommen. Die Not ging soweit, dass natürlich auch Saatgut fehlte“. Inzwischen besteht der Verein aus drei Kolonien, „Schwebstöcken 1 und 2“ und „Postsee“. Saatgut gibt es in großen Märkten und im Landhandel, und das Tauschgeschäft im Verein blüht ebenfalls. Mal soll es eine schöne Blume sein, mal eine angesagte Bohnensorte. Man hilft sich halt gegenseitig.
„Private Verpachtungen von Landparzellen gab es schon vor der Vereinsgründung. Da lagen die Flächen aber noch weit auseinander. Jeder schloss privat mit einem Landeigner Verträge ab“, weiß Michaela Falk. „Heute sind wir gut organisiert und auf Kreis- und Landesebene vernetzt“. Die „Gärtner“ müssen längst nicht mehr kannenweise Wasser von weither holen. Es gibt sanitäre Anlagen und ein Vereinsheim, das durchaus der Geselligkeit dient, vor allem aber auch der fachlichen Fortbildung.
„Während die Menschen damals alles anbauten, was satt machte, will der Kleingärtner von heute es auch schön haben in seiner kleinen Freizeitoase. Die Vereinssatzung schreibt aber vor, dass die Flächen überwiegend für den Anbau von Obst und Gemüse gedacht sind“. Obstbäume und -büsche sorgen für ausreichend Ernte, um gesund und schmackhaft durch den Winter zu kommen. Gemüse landet mittlerweile im Froster, wenn es nicht gleich auf den Tisch kommt. „Die Menschen heute schätzen die Qualität ihrer eigenen Produkte und probieren gern auch mal neue Sorten aus“.
Die Gärten sehen unterschiedlich aus – von streng geometrisch und exakt angelegt bis zur Gestaltung nach ökologischen Grundsätzen. Michaela Falk lässt beispielsweise im Herbst gern Laub liegen, damit auch die Igel ein gemütliches Winterlager vorfinden.
„Wir sind übrigens ein Multikultiverein“ freut sich die Pressesprecherin. „Wir haben inzwischen Pächter aus aller Herren Länder. Und das ist natürlich sehr inspirierend. Wir lernen gegenseitig so unsere Esskultur kennen“. Einige Stunden im Jahr muss jeder Pächter der Gemeinschaft widmen. Die Pflege des Geländes braucht Zeit.
In diesem Jahr stehen mehrere Termine auf dem Programm. Am 8. Februar findet die Jahreshauptversammlung statt. Im März gibt es einen Lehrgang zum Thema „Nisthilfenbau“. Am 16. Juni ist Tag des Gartens, zu dem auch interessierte Nichtmitglieder eingeladen sind. Am 10. August findet dann das offizielle Jubiläumsfest statt. Zum Ausklang steht noch ein Adventsgrillen mit Weihnachtsbasar auf dem Plan.
Was fängt Michaela Falk mit ihrem gesammelten Wissen an? Sie bastelt gerade an einer Chronik des Vereins.



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