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Wildtierheim rettete Gänseküken vom Ikea-Dach

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Die Patchwork-Geschwister verstehen sich prächtig.

Die Patchwork-Geschwister verstehen sich prächtig.

Preetz (sh). Ikea bietet nicht nur Menschen Möglichkeiten für behagliches Wohnen – das schwedische Möbelhaus hat auch ein Dach für Tiere. Hier brüten eine ganze Kolonie von Sturm-, Herings- und Silbermöwen, Austernfischer und jedes Jahr zwei Kanadagans-Paare. Auf dem Dach gibt es durch Aufbauten Windschatten und bodendeckende Pflanzen spenden kuschelige Kuhlen für die Bodenbrüter. Hier oben gibt es keine natürlichen Feinde – jedenfalls nicht für die Möwen. „Um die müssen wir uns keine Sorgen machen“, erzählt Wiebke Bahruth vom Preetzer Wildtierheim. „Aber Eier und Nachwuchs der Kanadagänse werden häufig von den Möwen gefressen, wenn die Eltern auf Futtersuche gehen.“ Zudem gibt es auf dem Dach kein Wasser. Deswegen hat in den vergangenen Jahren die Ikea-Haustechnik die Gänsefamilien eingefangen und am Westensee ausgesetzt. Doch sie kommen jedes Jahr wieder. Wegen der aktuellen Baumaßnahmen schauen die Mitarbeiter von Wildtierheim und NABU Preetz Probstei regelmäßig nach den Gelegen, da die Brutplätze nicht gestört werden dürften, so Bahruth. Dabei seien die frisch geschlüpften Gänseküken entdeckt worden. „Der Ganter ist schwer einzufangen“, erzählt Timo Kohls, der auch dabei war. „Die Mutter hatten wir schon in der Transportkiste als diese auseinanderbrach.“ So wurden nur vier frisch geschlüpfte Gänseküken mitgenommen und die Gänsemama kann sich weiterhin um das verbliebene Ei im Nest kümmern. „Ein Ei kann sie auch viel besser beschützen“, sagt Wiebke Bahruth. Schon einen Tag später bekamen die vier Gänsegeschwister in ihrem neuen Quartier in Preetz Gesellschaft von fünf kleinen Stockentenküken. Die Mutter sei mit ihrer Schar von zwölft Küken an einer grünen Ampel auf dem Weg über die Schwentinestraße in den Harderpark gewesen, erzählt Bahruth. Da wurde es rot und die Autos brausten los. Die Mutter verschwand mit sieben Küken im Harderpark, der Rest blieb zurück. „Passanten haben die Jungen zwei Stunden lang beobachtet und als sie sicher waren, dass die Mutter nicht zurückkommt, wurden wir gerufen.“ Die so unterschiedlichen Vogelkinder verstehen sich prächtig. „Das kommt, weil die Gänseküken noch so jung sind“, erklärt Wiebke Bahruth. „Sonst würden sie die Entenküken weghacken.“ So scharen sich die Patchworkgeschwister gemeinschaftlich um den Kuschelteddy unter der Wärmelampe und die Gänschen futtern Entenstarter und Grünzeug, während die Entlein Eifutter, Mehlwürmer und getrocknete Insekten bekommen. Der NABU will versuchen, die Eltern und das letzte Küken doch noch einzufangen, um eine Familienzusammenführung zu ermöglichen. Für die vielen ehrenamtlich tätigen Jugendlichen, die sich im Wildtierheim um die Vögel kümmern, heißt es: Kuschelverbot! „Das ist ganz wichtig, damit wir sie gut auswildern können“, erklärt Timo Kohls und Wiebke Bahruth erzählt: „Trotz aller Distanz kommen uns Gänse noch nach Jahren besuchen und gucken sich hier um.“ Wer mehr über die Aufzucht von Jungvögeln erfahren möchte, für den bietet das Wildtierheim am Samstag, den 13. Mai von 15.30 bis 16.30 Uhr einen Info-Nachmittag in den Räumen der Evangelischen Jugend, Kirchplatz 9, an. Um die Arbeit des Wildtierheims zu unterstützen, können Kükenpatenschaften übernommen werden (Infos unter 0171 4086 331).



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