Reporter Eutin

Holstein im freien Fall

Kreis Plön (dif). Für die KSV Holstein wird die Luft im Abstiegskampf der 2. Fußballbundesliga immer dünner. Nach dem 1:3 (0:2) bei Hannover 96 beträgt der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz nur noch drei Punkte. Auch in Niedersachsen zeigten die Störche die „Form“ der letzten Wochen. Die ersten zwanzig Minuten wurden komplett verschlafen. Folge: Die Hausherren freuten sich über einen leichten 2:0-Vorsprung. Auch nach dem Pausentee wurde es kaum besser. Zwar gelang Phil Harres nach 68 Minuten der 1:2-Treffer, doch in Minute 78 machte der eingewechselte Isländer Thordarson mit seinem Tor alles klar. Ohne Torhüter Timon Weiner, der kurzfristig für den erkrankten Stammkeeper Jonas Krumrey einspringen musste, hätte das Duell gut und gerne mit 1:4 oder 1:5 verloren gehen können. Auch für Trainer Marcel Rapp, der zum Redaktionsschluss noch im Amt war, wird die Luft dünner werden. Für die Kieler geht es am nächsten Sonntag, daheim am Mühlenweg, gegen Schalke 04. Es gibt in der 2. Bundesliga sicherlich leichtere Aufgaben als die Knappen. Die Gäste möchten endlich wieder in der 1. Bundesliga vor ihren treuen und zahlreichen Anhängern spielen. Diese werden auch in Kiel in hoher Zahl vertreten sein und ihr Team lautstark anfeuern. Vom Tabellenstand (2.) sieht es aktuell ganz gut aus, auch wenn die Rückrunde noch nicht die gewünschten Punkte gebracht hat und man seit drei Spieltagen sieglos ist. Mit den Zugängen Edin Dzeko vom AC Florenz und Dejan Ljubicic hat man die Messlatte noch einmal höher gelegt, den Druck auf die Mannschaft aber auch erhöht. Dzeko ist vielen noch als Torjäger des VfL Wolfsburg bekannt. Beim Titel der Wölfe war er auf Platz zwei der Bundesliga zu finden. Dass er es immer noch kann, obwohl sein 40. Geburtstag bald ansteht, zeigte er gleich bei seiner Premiere gegen den 1. FC Kaiserlauten, wo er nach einem 0:2-Rückstand mit seinem Tor die Wende einleiten konnte (2:2). Beim 2:2 gegen Dynamo Dresden traf er sogar doppelt. Auch der Österreicher Ljubicic, der vier Jahre beim 1. FC Köln kickte, kann eine große Verstärkung werden. Nun ist der Aufstieg fast schon Pflicht. Als Rückkehrer werden Timo Becker und Finn Porath dabei sein. Das Duo spielte in der vergangenen Erstligaserie noch in Kiel. Nicht dabei sein kann Steven Skrzybski. Der Ex-Schalker wird noch einige Zeit den Kielern fehlen, kann also gegen seine alte Liebe nicht auflaufen. Im Hinspiel konnten die Störche durch ein Tor von Alexander Bernhardsson alle drei Zähler mitnehmen. In Kiel sollte man in der aktuellen Lage mit einem Pluspunkt zufrieden sein. Wir tippen angesichts der momentanen Form Lage aber auf eine 0:2-Pleite, obwohl ein Dreier mit Blick auf die nächsten Gegner, die dann Karlsruhe (auswärts) und Elversberg (in Kiel) heißen, mehr als nötig wäre. Aber vielleicht gelingt ja dem Bundesligaabsteiger eine Überraschung. Serie: Wer kennt noch Jochen Aido? Der im Jahre 1947 geborene Kicker kam von Phönix Lübeck, also eigentlich aus der „verbotenen Stadt“ an die Kieler Förde. Da es in diesen Jahren noch nicht so ganz groß mit der Rivalität war, wurde Hans Joachim (so der eigentliche Name) schnell bei den Störchen akzeptiert. Zurück zahlte er es mit starken Leistungen auf dem Feld. Von 1972 bis 1982 kickte er in Kiel und zog 295mal das Trikot über, schoss dabei 27 Tore. Aido war auch Mitglied der Aufstiegsmannschaft, die erstmalig in die 2. Bundesliga aufsteigen konnte. Sechsmal war er im DFB-Pokal im Einsatz. Mit Thorsten Neumann (heute im Aufsichtsrat der Kieler), Ebbi Gräf oder den Torjägern Rudi Christiansen und Holger Haltenhof spielte er zusammen. In seiner aktiven Zeit sah der Abwehrmann nur zehnmal die gelbe Karte, niemals „rot“. Eine Bilanz, die man sich in der heutigen Zeit kaum noch vorstellen kann. Doch er machte viel „mit Auge“, dies mit einer Ruhe, die Sicherheit ins Kieler Spiel brachte. Nach seiner Holstein-Zeit ging es noch zum VfB Lübeck und danach zurück zu den Phönix-Fußballern. Wie viele ehemalige Holstein-Kicker aus den 70er/80er-Jahren, so wird auch Jochen Aido den Anhängern stets in guter Erinnerung bleiben. Kurz noch ein Rückblick auf den DFB-Pokal: Am letzten Mittwoch musste sich die KSV von diesem Wettbewerb verabschieden. Trotz einer ansprechenden Leistung gab es am Ende im bitterkalten Holstein Stadion eine 0:3-Niederlage. Die Nationalspieler Undav und Führich trafen, ebenso wie der Ex-Kieler Karazor. Mit ein „Highlight“ war sicherlich der Auftritt eines Hasen, der es mit einem Sprint über den Platz bis in die Gazetten des Landes schaffte. Fazit: Ein verdienter Sieg des Erstligisten, mit etwas mehr Glück hätte die Störche sogar das eine oder andere Tor machen können. Doch einmal mehr war die Chancenauswertung mangelhaft.


 


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