Reporter Eutin

„2020 wird etwas Besonderes“

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Eutin (ed). Noch bis zum 2. Februar dauert das derzeitige Museumsjahr, bevor sich die Türen für die etwa einmonatige Winterpause schließen – diese Winterpause allerdings ist für das Team des Ostholstein-Museums alles andere als eine Pause, denn das Museum öffnet seine Türen am 1. März bereits wieder für eine ganz besondere Ausstellung: Der große norddeutsche Künstler Ernst Barlach würde in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiern. Überall in Norddeutschland finden Aktionen und kleinere Ausstellungen zu seinen Ehren statt. Die große Jubiläumsausstellung anlässlich seines Ehrentages aber findet im Eutiner Ostholstein-Museum unter dem Titel „Der ganze Barlach“ statt. Sie ist nicht der einzige Höhepunkt des kommenden Museumsjahres – auf die BesucherInnen wartet ein Programm, das spannend und abwechslungsreich dem des vergangenen Jahres in nichts nachsteht und, wie immer, die Kunst in all ihren Facetten und im schönen Rahmen des ehemaligen Marstalles präsentierend.
„Wir haben ein sehr positives Ausstellungsjahr hinter uns“, freut sich Anja Sierks-Pfaff, die Geschäftsführerin der Kulturstiftungen Ostholstein, zu denen das Ostholstein-Museum gehört. So habe das Ostholstein-Museum im fast vergangenen Museumsjahr statt der kalkulierten 12.000 tatsächlich 17.250 BesucherInnen verzeichnen und die Umsätze aus Eintritten wie auch Einkäufen im Museumsshop nahezu verdoppeln können. Besonders aber freue man sich über die steigende überregionale Wirkung des Museums – „die Menschen kommen aus ganz Schleswig-Holstein, aber auch aus Hamburg und Niedersachsen. Ausstellungen wie Friedel Anderson ziehen immer größere Kreise.“
Aufgrund der wachsenden Beliebtheit des Museums wurden die Öffnungszeiten angepasst – so fallen die Winteröffnungszeiten aus und das Ostholstein-Museum öffnet vom 1. März bis zum 31. Oktober von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr. „Es soll niemand umsonst kommen“, wünscht sich Museumsleiterin Dr. Julia Hümme, „und es hat sich gezeigt, dass der Bedarf einfach da ist.“
Ein weiteres Zeichen dafür, dass Bekanntheit und Wertschätzung des Museums steigen, sei auch die wachsende Zahl an Spenden – Sach- wie Geldspenden. „Ein schönes Beispiel dafür ist die Sammlung Becker, „so Dr. Julia Hümme, „ebenso wie ein Ölgemälde von Tischbein, das wir aus einer Lübecker Sammlung geschenkt bekamen. Das ist eine Anerkennung für uns, wenn Sammler sich wünschen, dass ihre Stücke bei uns bewahrt werden.“ Über den stetig steigenden Stellenwert „seines Museums“ freut sich auch Landrat Reinhard Sager. „Das liegt einerseits natürlich an der guten Arbeit, die Frau Dr. Hümme und ihr Team leisten, aber auch an der hervorragenden Auswahl der Ausstellungen.“ Das Ostholstein-Museum sei längst weit über Ostholstein hinaus zu einer Marke geworden – und das bedeute nicht nur Kultur- sondern auch Wirtschaftsförderung. Und auch das kommende Ausstellungsjahr dürfte zur Bekannt- und Beliebtheit des charmanten Museums mit der Vielfalt renommierter und auch mal weniger bekannter Ausstellungen seinen Beitrag leisten.
So öffnet das Ostholstein-Museum am 1. März die Türen für einen Künstler, der Norddeutschland bis heute prägt. Seine Figuren zieren die Lübecker Katharinenkirche ebenso wie das Altonaer Rathaus, jeder kennt den Güstrower Engel, in Wedel und in Ratzeburg gibt es Ernst Barlach Museen. Die große Jubiläumsausstellung zum 150. Geburtstag des Künstlers allerdings findet im Eutiner Ostholstein-Museum statt – „man hat uns gefragt“, so Dr. Julia Hümme, „und das freut uns sehr.“ So wird hier am Schlossplatz vom 1. März bis zum 7. Juni „Der ganze Barlach“ zu sehen sein – eine Ausstellung, die auf zwei Ebenen, im Erd- und im Dachgeschoss einen Überblick über das gesamte Werk des Bildhauers, Zeichners und Grafikers, Dramatikers und Erzählers präsentiert. „Es ist die zentrale Geburtstagsausstellung eines der bedeutendsten deutschen Künstler des Expressionismus“, erklärt die Museumsleiterin. „Deswegen fällt aus Platz- und Organisationsgründen auch der Ostereiermarkt aus.“
Ihn löst im Dachgeschoss am 19. Juni Gold- und Silberschmiedin Caroline Rügge aus Lübeck mit ihrer Goldschmiedekunst ab – sie kombiniert auf besondere Weise Gold, Silber und Edelsteine mit Naturmaterialien.
In diesem Jahr feiert der Kreis Ostholstein seinen 50. Geburtstag – „und wir feiern natürlich mit“, schmunzelt Dr. Julia Hümme. Für die Ausstellung anlässlich des 50. Kreisgeburtstages habe man sich bereits vor drei Jahren zusammengesetzt, erzählt der Landrat, und überlegt, wie die Feierlichkeiten aussehen könnten, welche Ausstellung dazu passen könnte. „Und es ist uns geglückt, die Norddeutschen Realisten dafür zu gewinnen, darüber freuen wir uns besonders.“ Noch vor den Norddeutschen Realisten allerdings zeigt das Ostholstein-Museum eine Ausstellung, die kaum besser zum Jubiläumsjahr des Kreises passen könnte: „Die Entdeckung einer Landschaft“ – Reiseland Ostholstein (1790 bis 1960), die das Ostholstein-Museum zusammen mit der Landesbibliothek auf die Beine stellt. Sie wird am 21. Juni im Erdgeschoss eröffnet und erzählt die Geschichte der Entwicklung des Tourismus’ in Ostholstein – Berichte renommierter Denker und die Ölgemälde lieblicher Landschaften zogen Ende des 18. Jahrhunderts ebenso wie Vossens „Luise“ die Menschen in unsere schöne Region und legten des Grundstein für unseren Tourismus.
Am 23. August dann, einen Tag nach dem offiziellen Kreisgeburtstag, wird die Ausstellung „Die Norddeutschen Realisten zu Gast in Ostholstein“ eröffnet – schon vor drei Jahren haben sie im Ostholstein-Museum ausgestellt. Diesmal allerdings hatten kreis und Museum die 13 KünstlerInnen gebeten, den Kreis von Bad Schwartau bis Fehmarn zu entdecken, Lieblingsplätze zu malen ebenso wie unbekannte Ecken. Das Ergebnis wird dann in Erd- und Dachgeschoss zu sehen sein.
Das Ende des Museumsjahres ist vom 6. Dezember bis zum 31. Januar 2021 der 67. Landesschau des Bundes Bildender Künstler Schleswig-Holstein gewidmet. Sie zeigt einen Querschnitt der aktuellen schleswig-holsteinischen Kunst und bildet damit deren Vielfalt und Qualität auf so spannende wie schöne Weise ab.
Abgerundet wird das Ausstellungsjahr von Lesungen, Vorträgen, Konzerten und einem attraktiven Führungsangebot. Und natürlich vom Schlossplatzfest am 7. Juni, zu dem die Kreis- und die Landesbibliothek, die Kreismusikschule, das Ostholstein-Museum und das Schloss gemeinsam einladen. „2020 wird etwas Besonderes“, verspricht Dr. Julia Hümme, „wegen der Barlach-Ausstellung und des Kreis-Geburtstages natürlich, aber auch wegen der Anforderungen an uns hier im Haus, und darauf freuen wir uns sehr.“


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