Reporter Eutin

Backen, schmieren, belegen - wer hilft mit?

Bilder

Eutin (aj). Wenn man die Weisheit, dass ein Theater nur so gut ist wie seine Kantine auf den Schulbetrieb ummünzt, ergibt das einen weiteren Beleg dafür, dass die Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule eine 1A-Bildungseinrichtung ist. Denn in der hauseigenen Cafeteria werden täglich frisch zubereitete Frühstückssnacks angeboten. Zur Freude der Schülerinnen und Schüler und ihrer Lehrkräfte. Die Eine kommt wegen der Mexikostangen, der Andere wegen der Rühreibrötchen und natürlich gehen auch die Donuts gut in der Wisseria. Und egal, ob herzhaft oder süß, gesund oder kleine Nascherei – für alles, was hier über den Verkaufstresen geht, gilt: Es wird mit Herz zubereitet und angerichtet und gutgelaunt verkauft.
Dafür steht das Team der Wisseria: Derzeit sind es elf Aktive, die nicht nur dafür sorgen, dass die Auslage frisch und lecker befüllt wird, sondern miteinander auch richtig Spaß haben: „Es macht einfach Freude“, sagt Anne-Marie Schönke. Die Vorsitzende des Wisseria-Vereins ist jeden Tag in der Schule. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Nina Maeding beginnt sie um 7 Uhr mit den Vorbereitungen, sie kaufen Brötchen und Aufschnitt, bereiten wechselnde Extras wie Rührei oder Quark mit Obst frisch zu und schieben Gebäck in den Ofen. Um 7.30 Uhr kommen die Helferinnen und mit dem Pausenklingeln die hungrige Kundschaft: „Das Schöne ist, dass man einen direkten Kontakt zum Schulleben hat und auch die Lehrerinnen und Lehrer kennenlernen kann“, erklärt Britta Benthien, die auch den Plausch mit ihren Wisseria-Kolleginnen nicht missen möchte und sich im Cafeteria-Verein engagiert, obwohl ihr Sohn schon nicht mehr die Schulbank der Wisserschule drückt.
Also: Essen gut, Stimmung gut – alles gut? Fast! Denn damit der Betrieb in der Wisseria weiter reibungslos laufen kann, wird dringend Verstärkung gebraucht: „Wir suchen Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten, Patinnen und Paten, die Teil unseres Teams werden möchten und dafür sorgen, dass es an unserer Schule leckere Pausensnacks für alle gibt“, appelliert Anne-Marie Schönke an alle, die sich der Schule verbunden fühlen. Der Einsatz ist überschaubar, der Effekt dagegen groß: „Als Helferin oder Helfer ist man in der Regel alle zwei Wochen einen Vormittag ‚im Dienst‘“, erläutert die Wisseria-Chefin, die selbst zweifache Wisser-Mutter ist. Eine Schicht dauert dann von 7.30 Uhr bis 10 Uhr. Coronabedingt gibt es neben der zentralen Verkaufsstelle mit der deutlich reduzierten Sitzplatzzahl eine zusätzliche Ausgabe, damit die Kohorten getrennt voneinander ihr Frühstück kaufen können: Durch ein großes Fenster im Untergeschoss können hungrige Schülerinnen und Schüler vom Schulhof aus Saft und Brötchen erstehen. Den Mehr-Aufwand nimmt die Wisseria-Crew gern in Kauf, allerdings stoßen die wenigen Aktiven allmählich an ihre Grenzen: Sie sind einfach zu wenige. War es früher schon schwierig, Menschen für die ehrenamtliche Tätigkeit zu gewinnen, hat Corona die Gelegenheiten, Leute auf Elternabenden oder im Rahmen der Einschulungsfeier direkt anzusprechen, jetzt quasi komplett blockiert. Freitags helfen nach Möglichkeit Schülerinnen und Schüler, aber das kann den Mangel natürlich nicht ausgleichen: „Wir brauchen einfach mehr Mitglieder, die diese schöne Aufgabe übernehmen“, betont Anne-Marie Schönke.
Dass die Wisseria der Schule nicht nur in kulinarischer Hinsicht guttut, lässt sich auch in Zahlen darstellen: Trotz der schulfreundlichen Preise (ein belegtes Brötchen gibt es für 60 Cent) bleibt am Jahresende ein Überschuss, den das Team dann an den Schulverein spendet: „In diesem Jahr sind das 1000 Euro, mit denen wir die pädagogische Arbeit in unserer Schule unterstützen können“, berichtet die Vorsitzende, die sich freut, dass der Verein, der unverschuldet Turbulenzen zu bewältigen hatten, nun wieder in sicherem Fahrwasser unterwegs ist. Wie wichtig die verlässliche Versorgungsquelle tatsächlich ist, zeigt sich in der Zufriedenheit der Kundschaft: „Ich kaufe mir hier regelmäßig was“, verrät Emma aus der 9b, die gleich nach dem Pausenklingeln als erste in der Schlange stand. Sie spricht für viele und das allein sollte Grund genug sein, sich einen Ruck zu geben und Teil der fröhlichen Wisseria-Truppe zu werden: Gründe, es nicht zu tun, gibt es dagegen eigentlich nicht, denn was zu erledigen ist, können alle (lernen). Wer sich einbringen möchte, nimmt unter der Telefonnummer 04521 - 2085 Kontakt mit Nicole Tobias im Schulsekretariat auf. Und dann: Viel Spaß in der Wisseria!


Weitere Nachrichten Eutin am Mittwoch
Ute Griep und Claudia Mohns (Förderverein Kreisbibliothek) haben viel Zeit und Arbeit investiert.

Heimat ist individuelles Geschehen, kein territoriales

28.11.2020
Eutin (ed). Heimat ist vielleicht eines der schwierigsten deutschen Worte – der Duden sagt: „Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit…
Die Gruppen „Frösche“ und „Marienkäfer“ der Katholischen Kindertagesstätte Spatzennest durften letzte Woche bei ERNA die letzten Äpfel des Jahres ernten.

„Obst wächst nicht im Supermarkt!”

28.11.2020
Eutin (sh). Die Sonne scheint und es ist knackig kalt. Unbeschwertes Kinderlachen ist zu hören. Auf der Obstwiese von ERNA, dem Verein Erlebnis Natur in der Diekstauen 5, ist mächtig was los: 27 Kinder zwischen drei und sechs Jahren laufen in ihren bunten Leuchtwesten…
Ab sofort ist die Buchhandlung Hoffmann zusammen mit 18 weiteren Geschäften, Praxen, Kanzleien offizieller Kinderschutzpunkt und Klippo-Partner des Kinderschutzbundes Eutin.

„Klippo! An diesen Orten bist Du sicher!”

27.11.2020
Eutin (ed). „Klippo!“ kennt fast jeder – dieses Wort zusammen mit gekreuztem Zeige- und Mittelfinger heißt: Hier bin ich sicher, hier kann mir niemand was. „Klippo“ heißt auch die neue Aktion des Kinderschutzbundes Eutin zusammen mit 19 Partnern in Eutin – Geschäfte,…

Wenn der rosa Hase von der Wickelkommode stürzt

26.11.2020
Malente (ed). Der rosa Hase ist verletzt. Von der Wickelkommode gefallen. Jetzt liegt er da und hat große Schmerzen. Mal gut, dass Lina, Fiona, Mayla, Emmy, Hedda, Travis und Fiete und ihre FreundInnen aus der Malenter Spielstube genau wissen, was zu tun ist. Zuerst:…
Tom Machoy, Sprecher der Ortsgruppe, auf einer Bank am neugestalteten Rosengarten: Zwar sei der Fußweg schön breit, jedoch blockiere die Bank große Teile des Weges

Für mehr Gleichberechtigung im Straßenverkehr

25.11.2020
Eutin (hr). Eutin ist eine wunderschöne alte Stadt - jedoch birgt besonders der historische Stadtkern für Fußgänger*innen, ältere Bürger*innen mit Rollator, und Rollstuhlfahrer*innen einige Risiken. Noch immer hat der motorisierte Verkehr in der Stadt Vorrang, es gibt…

UNTERNEHMEN DER REGION