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Corona, Impfen und die Flut - ohne das THW läuft es nicht

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Eutin (aj). Das Eutiner Impfzentrum ist Geschichte: Und daran, dass es in Sachen Verlässlichkeit und Funktionalität eine Erfolgsgeschichte geworden ist, haben die Frauen und Männer des Technischen Hilfswerkes (THW) einen großen Anteil. Gemeinschaftlich haben die Ortsverbände Oldenburg, Neustadt und Eutin angepackt, mit vereinter Muskelkraft und gebündeltem Wissen den leerstehenden ehemaligen Verkaufsmarkt in ein Impfzentrum umgebaut - pünktlich zum vorgegebenen Termin am Jahresanfang, versteht sich. „Über 50 000 Impfungen sind hier verabreicht worden“, sagt der Eutiner Zugführer beim Abbau in der letzten Woche, während um ihn herum zügig und konzentriert demontiert wird. Dabei gibt es auch für den Nachwuchs schon Einiges zu tun: 20 Mädchen und Jungen zählt die Jugendabteilung, das Eintrittsalter liegt bei zehn Jahren. Justin Brunke ist einer, der früh begonnen hat. Seit acht Jahren ist der 20jährige dabei: „Ich habe ein Retterherz, wollte immer schon anderen Menschen helfen“, meint der junge Maurer, während er routiniert Schraube um Schraube an der Wand einer ehemaligen Impfkabine löst. Die Kameradschaft beim THW sei unvergleichlich, ergänzt er noch und neben ihm auf der Leiter nickt Kay Gippe, der bald zehn Jahre aktiv dabei ist. Der Garten- und Landschaftsbauer ist durch eine Arbeitskollegen zum THW gekommen, ein praktischer Beruf aber ist keineswegs Voraussetzung, um sich engagieren: „Es gibt eine gründliche Ausbildung in Theorie und Praxis, dazu kommen später weitere Lehrgänge und Schulungen“, erörtert Gruppenführer Christian Gedosch. Der kann das Datum seines Eintritts in die Truppe nennen, ohne überlegen zu müssen: „Es ist der 5. März 2003 - das merkt man sich“, lautet die Auskunft. Viele Worte machen die drei nicht, es gibt eine Menge zu tun: „Aber der Abbau geht in der Regel schneller als der Aufbau“, weiß Zugführer Niels Happel. Und tatsächlich verändert sich der Raum wie im Zeitraffer: „Das Material wird weiter genutzt“, erklärt Happel. Die ehemaligen Wände werden künftig zum Beispiel bei der Einbruchsicherung von Gebäuden Verwendung finden. Die nächsten Aufgaben werden kommen, ohne Frage.
Es sind besonderes Monate, die hinter den THWlern liegen. Nach dem Aufbau des Impfzentrums waren sie in der Logistik gefragt: „Dafür, dass der Impfstoff morgens pünktlich in den Impfzentren war, sind unsere Leute um drei Uhr nachts ins Zentrallager gefahren und haben dann die die einzelnen Zentren versorgt“, schildert Happel die Abläufe. Nur zur Erinnerung: Beim THW sind Ehrenamtliche im Einsatz: „Ohne Teamwork geht es nicht“, sagt Happel der als Selbstständiger im IT-Bereich arbeitet.
Und diese Kameradschaft kennt keine Ortsgrenzen: „Es passt optimal mit der Abstimmung zwischen den Ortsverbänden“, befindet Stephan Beth. Mit elf Leuten ist der Neustädter Zugführer zum Abbau nach Eutin gekommen. Und noch etwas ist unverzichtbar: „Die Arbeitgeber müssen mitspielen“, unterstreicht Beth, „und wir sind dankbar, dass sie das tun!“ Sein junger Oldenburger Kollege nickt zustimmend. Gerade 18 Jahre ist Felix Mohr alt, seit 2014 trägt er die THW-Kluft: „Es ist ein tolles Erlebnis, das Impfzentrum, in dem man selbst geimpft worden ist, mit aufgebaut zu haben“, sagt der junge Elektroniker für Betriebstechnik. Für ihn ist selbstverständlich, dass er auch in Zukunft mitwirken wird. Dass diese Bereitschaft unverzichtbar ist, zeigen die Einsätze im Ahrtal: „Was man dort erlebt hat, wirkt lange nach!“, erzählt Niels Happel. Gleichzeitig ist für die Gesellschaft sichtbarer geworden, warum sie das THW braucht. Und Menschen, die sich ohne Wenn und Aber für andere einsetzen, wenn Hilfe nötig ist: „Wenn meine Nächsten oder ich in Not wären, hätte ich gern, dass uns jemand hilft“, so bringt es Niels Happel auf den Punkt. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Außer vielleicht: Wenn alle so denken und handeln, sind wir ein gutes Stück weiter!
Informationen und Kontakt zu den Ortsverbänden gibt es unter www.thw-neustadt.de, https://ov-oldenburg-sh.thw.de und https://ov-eutin.thw.de


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