Reporter Eutin

„…das Leben in der Bude fehlt einfach“

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Eutin (ed). So ein ganz kleines bisschen geht das „normale“ Leben ja wieder los – Museen, Läden, Bibliotheken öffnen, aber das, worauf Wissenshungrige, Neugierige, Kunst-, Kultur- und Sprachinteressierte hoffen, die Öffnung der Volkshochschulen, die lässt mindestens bis zum 28. März 2021 auf sich warten. „Nichts deutet darauf hin, dass wir wieder loslegen dürfen“, sagt Annette Rudolph, die Leiterin der Eutiner Volkshochschule ein bisschen wehmütig. „Wir sind eine Einrichtung für außerschulische Bildung, stattfinden dürfen nur die prüfungsrelevanten Kurse.“ Sport, Malen, Sprachen, Kochen, Yoga, Nähen, alles liegt noch brach, alle Kurse bis zu den Osterferien abgesagt – aber die VHS Eutin ist vorbereitet und kann loslegen, sobald es wieder erlaubt ist, denn: „Wir haben das Programm gedrittelt, schon bei der Planung vieles nach hinten geschoben. Und natürlich ein Hygienekonzept, das es erlaubt, mit kleinen Gruppen gleich zu starten.“ Beim letzten Mal seien die TeilnehmerInnen, als es nach den Lockerungen wieder losgehen durfte, super diszipliniert gewesen, erzählt Annette Rudolph, „und das wird auch wieder so sein.“ Die Öffnung der VHS wird aber nicht nur von den TeilnehmerInnen sehnlich erwartet – „es ist nicht so, als hätten wir nichts zu tun, ganz im Gegenteil“, sagt Birte Petersen aus dem VHS-Team, „wir hatten sogar mehr zu tun als sonst – zuerst haben wir die Wiederöffnung geplant, dann losgelegt, dann alles wieder zurück, da musste allen Bescheid gesagt und die Beiträge neu gerechnet werden.“ „Und wir haben immer geguckt“, ergänzt Annette Rudolph, „was möglich ist, was geht. Auch in Sachen Online-Kurse – was können wir für wen anbieten und welche Schulungen brauchen wir dafür?“ Denn die Digitalisierung geht nicht aus dem Stand – sie braucht Know How, Equipment und vor allem Menschen, die sich damit beschäftigen. Ganz viele der DozentInnen hätten sich in Windeseile in die online-Kurse eingearbeitet, freut sich Annette Rudolph, „dabei sind die meisten nebenberuflich Kursleitung und die Zeit, die sich für die Fortbildung und das Einrichten aufwenden, geht on top, unentgeltlich.“ Das Schöne: Alle, die sich auf diesen Weg gemacht haben, hätten mehr Arbeit gehabt, seien aber jetzt nicht nur schlauer sondern auch total begeistert von dem, was geht – und megastolz auf sich, dass sie das geschafft haben. „Und natürlich wollen alle viel lieber Präsenzkurse“, sagt Annette Rudolph, „aber dank der online-Möglichkeiten konnte, weil einfach alle gerne wollten und es umgesetzt haben, wenigstens etwas passieren.“
So gab es ganz und gar nicht gar nichts während des Lockdowns – unter anderem fand ein online-Vortrag zu online-Mitgliederversammlungen zum Beispiel statt, ebenso ein Spanisch-online-Kurs und ein Qi Gong-Kurs. „Und auch der VHS-Chor, die Voice Company, probt online“, freut sich Birte Petersen, „das ist natürlich ganz anders, man hört nur sich, aber man bleibt drin, man sieht sich wenigstens und hält Kontakt.“
Neben allem, was aktuell stattfand und erledigt werden musste, hat sich das VHS-Team auch an die Planung des kommenden Volkshochschuljahres gesetzt und beschlossen, nach vielen, vielen Jahren erstmals wieder ein Halbjahres- statt eines Jahresprogrammes rauszubringen. „Das ist Corona geschuldet und einfach sinnvoll“, so die VHS-Leiterin, „es reicht von September bis Januar, das darauf dann von Februar bis Juni und dann können wir hoffentlich wieder jahresweise planen, das ist mit unserem kleinen Team einfach ein bisschen leichter zu händeln.“ Also geht es jetzt ans Kursideen-Sammeln, die Kursleitungen wurden angeschrieben und um Kruse gebeten, die sie gern anbieten wollen – ein Schwerpunkt allerdings steht schon fest und nicht nur für das kommende VHS-Jahr: Bildung für nachhaltige Entwicklung. Und das in allen Facetten und am liebsten in jedem Kurs. „Nachhaltigkeit betrifft ja alle Lebensbereiche, und es ist erstaunlich, wo man überall nachhaltig handeln kann“, so Annette Rudolph. „Damit wollten wir im vergangenen Jahr schon starten, aber dann (und ob das wohl der meistgesagte Satz des letzten Jahres ist?) kam Corona. Also ist das jetzt der Startschuss.“ Es wird also spannend und vor allem tun sich ganz neue Möglichkeiten an Kursen auf, auf die man sich freuen darf.
„Also langweilig war uns nicht“, sagt Annette Rudolph, „und einiges Positive hatte diese Zeit natürlich auch, vor allem in Sachen Digitalisierung…und wie immer sind wir optimistisch, versuchen, nur das Positive mitzunehmen…aber das Leben in der Bude fehlt einfach.“ Offiziell ist noch gar nichts darüber bekannt, wann die Volkshochschulen wieder öffnen, das nächste Mal darüber gesprochen wird am 28. März – „aber wir hoffen auf nach den Osterferien. Und wenn wir dann wieder öffnen dürfen, einigermaßen normal mit ausgeklügeltem Hygienekonzept, starten wir ab 19. April mit 104 neuen Kursen.“ Zu finden sind sie im aktuellen Programmheft der VHS und in vielen Kursen sind auch noch Plätze frei, für die sich gern schon angemeldet werden darf.


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