Reporter Eutin

Das Schloss plant mit vier Unvergesslichen

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Eutin (aj). 21 000 Gäste, 141 teilnehmende Kinder beim Maskottchenwettbewerb, 50 Hochzeiten im Rittersaal, sieben von 14 Themenführungen, die trotz Corona stattfinden konnten: Es sind Zahlen, die Mut machen und die zeigen, dass das Schloss Eutin auch in diesen Zeiten ein Anziehungspunkt in der Region ist. Das gibt Energie für die kommenden Monate und so präsentierte Brigitta Herrmann als Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Schloss Eutin jüngst im Rittersaal neben der Bilanz für 2020 auch einen Ausblick auf die kommende Saison, der Lust macht auf mehr. Neben den genannten Zahlen steht der Abschluss des Fassadensanierung im Süd- und Innenhof zu Buche. Die Maßnahme betrifft die Fensterrahmen und wird mit Arbeiten an der Westfassade zur Stadt hin und an der Nordfassade im Innenhof fortgesetzt.
Hinter den Fenstern wird es eine Reihe von Höhepunkten geben, wobei der Bereich der Bildung und Vermittlung im Fokus steht: „Wir freuen uns auf die Rückkehr der Schulkinder“, sagt Brigitta Herrmann mit Blick auf das Schloss als Außerschulischem Lernort. Zudem soll die Familienführung ab sofort in drei Varianten angeboten werden. Vorschulkinder erobern die Residenz als „Mein erstes Schloss“ spielerisch und mit vielen spannenden Geschichten, Grundschulkinder sollen mit „Von Puder, Pasteten und Seidentapeten“ begeistert werden und mit „Europa im Schloss Eutin“ ist eine Führung entwickelt worden, die sich gezielt an Teenager wendet.
 

Eine besondere Freundschaft ist das Thema der Sonderausstellung „Die Vier Unvergesslichen - eine Freundschaft zwischen dem Eutiner Hof und dem russischen Zarenhaus“, die am 5. Mai eröffnet wird. Dafür hat die Schloss-Stiftung eine Schau des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg übernommen und an die Eutiner Verhältnisse angepasst. So kann die enge Verbindung zwischen Peter Friedrich Ludwig von Oldenburg, seiner Frau Friederike von Württemberg, dem russischen Kaiser Paul I. und seiner Gemahlin Maria Fjodorowna, der Schwester Friederikes, nachvollzogen werden. Den Beinamen „Die Vier Unvergesslichen“ verdankt das Quartett Johann Caspar Lavater. Dieser war der Hauptvertreter der damals populären Physiognomik und traf die vier 1782 in Zürich.
Reichlich interessantes Hintergrundwissen zum Schloss liefert die Tablet-Führung, die ab Mai auch als App zur Nutzung auf privaten mobilen Endgeräten zur Verfügung stehen wird: „Das ist ein Angebot, das die Pandemie enorm beschleunigt hat, da wir unsere Tablet-Führung aus hygienischen Gründen nicht anbieten konnten“, erklärt Brigitta Herrmann. Aktuell werden Zuschüsse beantragt, um auch einen Rundgang durch die Gärten mit aufnehmen zu können.
Der Küchengarten hat im letzten Jahr noch an Beliebtheit gewonnen: „Es war und ist der Ort, an dem die Menschen aufatmen können“, stellt Brigitta Herrmann fest. Der Dank dafür gebührt in erster Linie der kontinuierlichen und tatkräftigen Arbeit der 60 Ehrenamtlichen: „Es ist beeindruckend, was sie leisten, wir schulden ihnen viel Dank“, betont die Schloss-Chefin. Dank ist auch das Schlüsselwort, wenn es um das Engagement des Freundeskreises Schloss Eutin geht: „Sie haben sich bei aller gebotenen Vorsicht nicht einschüchtern lassen“, berichtet Brigitta Herrmann mit Bezug auf zwei stark nachgefragte Vortragsveranstaltungen.
 

In diesem Jahr plant man gemeinsam unter anderem den Tag der Restaurierung am 12. September und das „Fest im Kerzenschein“, das am 30. und 31. Oktober erstmals zweitägig stattfinden soll. Und auch wenn hinter dem Internationalen Museumstag (16. Mai), dem Schlossplatzfest (30. Mai), der Eröffnung der Aktion Museumscard (4. Juni), der Projektausstellung „Romantik, Landschaft, Klima“ (18. Juli bis 5. September), dem großen Kinderfest (8. August), dem kleinen Küchengartenfest (5. September), der Sonderausstellung „Kunst und Freundschaft“ (10. September bis 4. November), der Hochzeitsmesse (16. und 17. Oktober) und der Weihnacht im Schloss (3. bis 5. Dezember) noch Corona-Fragezeichen stehen müssen, kann man sich auf Brigitta Herrmanns Wort verlassen: „Ob Museum, Schloss-Shop oder Schlossküche: Sobald es grünes Licht von der Politik gibt, sind wir bereit!“


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