Reporter Eutin

EutinerInnen erfüllen 101 Kinderwünsche

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Eutin (ed). Es gibt Dinge, denen nicht mal Corona etwas anhaben kann, eines davon ist die unglaublich liebevolle Großherzigkeit der Eutinerinnen, wenn es um die Kinder der Stadt geht. wieder einmal war der Wunschbaum des Kinderschutzbundes Eutin in Windeseile abgepflückt – und hundertundein Päckchen, bunt eingewickelt und fix und fertig für untern Weihnachtsbaum, stapelten sich in dem Boot, das Christian Aldrup Jahr in seinem Schuhhaus in der Peterstraße für Jahr für die vielen Wunschpakete freiräumt. „Und wie immer sind wir vollkommen überwältigt“, strahlt Heidi Feilke, die Vorsitzende des Eutiner Kinderschutzbundes, „es hat keine 48 Stunden gedauert, erzählt Herr Hoffmann, in dessen Buchhandlung der Wunschbaum stand, bis alle Wünsche abgepflückt waren.“
Die Wünsche stammen aus Familien, die vom Kinderschutzbund in KiTa oder Familienzentrum oder der Familienhilfe betreut werden - erstmals kommen auch Wünsche von Kindern, die im Moment mit ihren Müttern im Frauenhaus Ostholstein Zuflucht gefunden haben. Darüber freuen sich Sybille Rohowsky, Anke Struve und Lena Bartsch aus dem Team des Frauenhauses sehr. Denn auch hier wird nicht viel unterm Weihnachtsbaum liegen, die Frauen verlassen ihr Heim nur mit dem Notwendigsten, und Geld für Geschenke ist ohnehin keins da. „Wir sind sehr froh, dabei zu sein“, so Sybille Rohowsky, „denn der Bedarf ist da – und der an Weihnachtsfreude sowieso.“ Vier Frauen mit sechs Kindern wohnen derzeit im Frauenhaus – und Weihnachten wird auch oder gerade hier, in Sicherheit gefeiert. „Den Baum haben wir schon aufgestellt“, erzählt Anke Struve, „wir machen ein Weihnachtsfrühstück, den Rest organisieren die Frauen selbst.“ Und Geschenke gibt es jetzt auch.
Die Wunschkarten verraten, dass es im Großen und Ganzen kleine, bescheidene Wünsche sind, die die Kinder (oder ihre Eltern) äußern – so wünscht sich ein kleines Mädchen eine Kuscheldecke mit Anna- oder Elsa-Motiven, ein zweijähriger Dino-Fan bittet den Weihnachtsmann um ein Dino-Bilderbuch, eine Sechsjährige hätte so gern Knete, ein Zehnjähriger eine Leselampe zum Anstecken, ein kleines Mädchen möchte so gern eine Puppe, ein anderes wünscht sich Duplo, ein kleiner Junge ein ferngesteuertes Auto, eine Schwimmbrille ist ebenso dabei wie Winterstiefel, Malsachen, ein Schal oder ein Schlafanzug…. Die allermeisten Geschenke lassen erahnen, dass deutlich mehr drin ist als nur der erfüllte Wunsch, dazu ein Schokoweihnachtsmann, ein lieber Brief und alles zauberhaft weihnachtlich verpackt – dicke, wunderbare Weihnachtspakete und volle Weihnachtstüten, die unter einem Weihnachtsbaum, der ansonsten nur wenigen oder gar keinen Geschenken Platz bieten muss, ganz sicher Kinderaugen leuchten lassen wird. Und eben das ist der Sinn dieses Wunschbaumes: „Wir gucken, wo noch was hin muss, wo es sehr fehlt“, erklärt Heidi Feilke, „da haben unsere Familienhilfe und die KiTa ein sehr gutes Auge.“ Es sei nicht immer leicht, die Wünsche zu erfüllen, schmunzelt sie. Schon gar nicht in knapp 14 Tagen, denn am 15. Dezember muss alles abgeliefert sein, damit die Eltern die Geschenke abholen können, um sie unter den Weihnachtsbaum zu legen – und hier nähmen die EutinerInnen ganz selbstverständlich jede Mühe auf sich, das Geschenk zu besorgen, erzählt die Vorsitzende des Kinderschutzbundes. In diesem Jahr hat Jan Hoffmann Hilfestellung geleistet und die Wünsche im Internet bestellt, die hier schlichtweg nicht zu bekommen waren. „Oder die so speziell und ausgefeilt waren, dass jemand, der gerade nicht Kind oder Eltern eines Kindes in diesem Alter ist, wirklicht nicht wissen konnte, worum es sich handelt“, lacht Heidi Feilke. „Die Eutiner schrecken vor keinem Wunsch zurück, jeder wird erfüllt, egal wieviel Mühe es kostet, und dafür sind wir sehr dankbar.“ Ein großes Dankeschön gelte auch dem Team des Schuhhauses Aldrup, das die 101 Päckchen entgegengenommen, gelagert und für die Übergabe so schön drapiert hat – das größte Dankeschön aber gilt allen, die einem vollkommen fremden Kind einen großen Weihnachtswunsch erfüllt haben. „Die ersten Wünsche haben es gar nicht bis an den Baum geschafft“, erinnert sich Heidi Feilke, „und manche haben auch gleich drei Karten mitgenommen und sorgen damit für echte Weihnachtsfreude.“ Beim Anblick dieser Päckchen ist es schwer, nicht mehr an den Weihnachtsmann zu glauben…


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