Reporter Eutin

„Gemeinsam haben wir viel erreicht!“

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Gabriele Appel (Mi.) ist in den Ruhestand gegangen und freut sich mit Wilhelmine Stock (re.) vom SkF-Vorstand, dass mit Nina Bergmann eine fähige Nachfolgerin gefunden ist.

Gabriele Appel (Mi.) ist in den Ruhestand gegangen und freut sich mit Wilhelmine Stock (re.) vom SkF-Vorstand, dass mit Nina Bergmann eine fähige Nachfolgerin gefunden ist.

Foto: A. Jabs

Eutin (aj). Vor über dreißig Jahren entschied eine Handvoll katholischer Frauen in Eutin: „Wir wollen etwas bewegen!“ Frauen und Familien sollten gestärkt werden, einen Beitrag für eine Gesellschaft in der Balance wollten sie leisten und gründeten 1990 den Ortsverein des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF). Von einer umtriebigen Kieler SkFlerin kam die Anregung, eine Schwangerenberatungsstelle einzurichten. „Und in Monsignore Jansen fanden wir seinerzeit einen Fürsprecher, so dass wir 1994 mit der Beratung loslegen konnten“, erzählt Gabriele Appel. Was mit einigen wenigen Wochenstunden für sie begann, im Büro im Keller des Gemeindehauses, das man sich mit der Gemeindereferentin teilen musste, hat sich als Institution etabliert. Hier finden alle Frauen und Familien Rat, konkrete Unterstützung und Zuspruch – unabhängig Religion, Herkunft und ihrer persönlichen Geschichte. Gabriele Appel hat diesen Weg von Anfang an mitgestaltet. Nach Eutin kommt sie, als ihr Mann von der Bundeswehr hierher versetzt wurde. Die gelernte Groß- und Einzelhandelskauffrau arbeitet zunächst in der Verwaltung des Intermar in Bad Malente-Gremsmühlen: „Da habe ich das selbstständige Arbeiten gelernt“, meint sie rückblickend. Und auch nachdem ihre zwei Kinder geboren sind, erkennt sie schnell: „Nur zu Hause zu sein, das ist nichts für mich!“ Sie begleitet und betreut ältere Menschen und als die im Aufbau begriffene SkF-Beratungsstelle eine Verwaltungskraft braucht, ist sie da. Ihre Stimme am Telefon ist von da an häufig der erste Kontakt für die Frauen. Gabriele Appel versteht es zu ermutigen, ihre Botschaft ist klar: „Wir wollen hier mehr tun, als den Frauen Geld in die Hand zu drücken. Es geht darum, echte Perspektiven aufzuzeigen!“ Und so leistet sie weit mehr als nur eine funktionierende Verwaltung zu gewährleisten, steckt immer voller Ideen und setzt sie im Team um. Der Umzug in die Räume in der Plöner Straße ist nur ein Beispiel dafür: Auf ihren Botengängen sieht sie die ehemalige Pflegedienstzentrale immer wieder und bald schon wird viel Eigenarbeit renoviert und eingerichtet. Die ständige Entwicklung ist genau „ihr Ding“: „Ich habe immer gern hier gearbeitet“, sagt sie heute. Und wenn sie manchmal Mütter trifft, die es geschafft haben, für sich und ihre Kinder die Verantwortung selbst zu tragen, ist sie auch ein bisschen stolz – immer in dem Bewusstsein: „Das waren wir gemeinsam im Team!“ Das Wir in Großbuchstaben taugt auch als Schlüsselwort für die andere Seite von Gabriele Appel: Nach dem Wahldesaster um Heide Simonis tritt sie in die SPD ein: „Ich war so wütend, wie man mit ihr umgegangen ist!“ Immer schon hat sie sich für gesellschaftspolitische Fragen interessiert, in zehn Jahren Eutiner Stadtpolitik will sie nun selbst Akzente setzen. Und sie fällt auf, traut sich, Fragen zu stellen, den Finger in die Wunde zu legen – ist fähig und willens zu Kooperation. Fordernde Zeiten. Mit ihrem Umzug nach Zarnekau wechselt sie den Ortsverband. Auf Kreisebene bleibt sie weiter aktiv. Und sonst? Was wird Gabriele Appel tun mit der gewonnenen Zeit, über die sie seit ihrer Pensionierung am 1. November verfügen kann? Ihr Mann freut sich auf sie, Museen wollen besucht werden. Und sie malt gern Mandalas, mit schöner Musik im Hintergrund. Sie kann gut loslassen. Weil sie sich nie profilieren wollte. Und weil sie ihre Arbeit in gute Hände abgeben konnte: „Mit Nina Bergmann haben wir eine tolle junge Kollegin gefunden, der ich zutraue, eigene Schwerpunkte zu setzen und den Vorstand zu entlasten!“ Und natürlich wird man Gabriele Appel immer wieder treffen: in Eutin und in ihrer Gemeinde: „Da bleiben wir am Ball“, verspricht Wilhelmine Stock vom SkF. Fürs Erste aber: Alles Gute, liebe Gabriele Appel!


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