Reporter Eutin

„Guck, die freuen sich schon!“

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Benz (ed). Den Weg Luftlinie einen Kilometer quer durch den Wald laufen, bergauf und bergab, über Stock und Stein, dann einmal rechts und die Straße entlang, den kennen die Kinder der KiTa Alte Schule in Benz ganz genau, den gehen sie im Sommer ganz oft, denn er führt direkt zum Benzer See mit der Badestelle. Daneben aber wohnt eine ihrer Erzieherinnen mit ihrer Familie – bei Petra Soltau gibts die ganz großen Maschinen, Mähdrescher, Trecker und so, außerdem Hühner und das Allertollste: Eine ganze Herde freundlicher Schafe. Und weil die gerade Schafkinder haben, machen die Kinder noch lieber einen Ausflug zu Petras Bauernhof als sowieso schon – „Lämmer heißen die Kinder von den Schafen“, sagt Marla. Aber auf dem Weg zu den Lämmern liegen noch eine ganze Menge Abenteuer – am Waldrand wird erstmal der Tag begrüßt. Und auch irgendwie der Frühling, denn die Kinder entdecken jubelnd die ersten Löwenzähne, die dottergelb aus dem Gras lugen. „Da werden Pusteblumen draus“, weiß Linus – und auch, dass die Blumen, die aussehen wie Brennesseln nur mit rosa Blüten Taubnesseln heißen und gar nicht brennen. Natürlich werden auch die dicken Hummeln, die komischerweise problemlos in die schmalen Blüten passen, genau beäugt.
Im Wald dann sausen die Kinder den Berg runter, springen über Wurzeln und freuen sich über Buschwindröschen und Scharbockskraut, sogar Schlüsselblumen blühen hier. Den großen Tannenzapfenweitwurf-Wettbewerb gewinnt Malte mit einem eindrucksvollen Wurf – und Linus findet den geheimnisvollen Schatz unterm Lebensbaum. Raus aus dem Wald, vorsichtig die Straße entlang und noch ein bisschen gradeaus und links, da blökt es ihnen schon entgegen und die kleine Schafherde der Soltaus kommt angerannt.
„Guck“, ruft Tilda, „die freuen sich schon.“ Vor allem wohl auf das trockene Brot und die Brötchen, die Petra Soltau im Gepäck hat, aber auch gegen den kleinen Besuch haben die Wolligen gar nichts. Auf der Koppel angekommen werden an alle jetzt die Leckereien zum Füttern verteilt – und während Ole eher vorsichtig sein Brot in Richtung Prinzessin Leia ausstreckt, die mit ihren Lämmern auf ihn zukommt und das Brot ganz vorsichtig aus seiner Hand nimmt, kuschelt Lina ganz cool mit Lucy.
Lucy sieht aus wie ein waschechtes Coburger Fuchsschaf und ist ganz zahm, schon als kleines Lamm ist sie gern mit ihren Menschen spazierengegangen – und allen voran kommt sie angesaust, als sie Petra erkennt. Und in Sachen Brötchenfuttern ist sie ganz vorne mit dabei, steckt auch mal den Kopf in eine Tasche und guckt, ob es da noch was zu holen gibt. Super entspannt sind Petra Soltaus Schafe, von der ganz friedlichen Sorte. Sind ihnen die Kinder mal zu forsch, gehen sie einfach ein Stück weg, kommen aber auch schnell wieder, um noch ein Häppchen Brot zu ergattern. Die meisten lassen sich sogar das Fell zwischen den Ohren kraulen. „Die sind cool“, sind sich die Kinder einig, „und so nett.“ Das unangefochten wunderbarste Schaf ist allerdings der kleine Jesus – „er heißt so, weil er an Ostern geboren wurde“, schmunzelt Petra Soltau, „sein Bruder heißt Petrus, klar.“ Der ist auch noch ein bisschen zahmer als Jesus, denn weil er nicht so recht bei seiner Mama trinken konnte, hat ihn Petra mit einer Flasche gefüttert, erzählen die Kinder, deswegen sei er ihnen auch immer hinterhergerannt. Aber Petrus ist jetzt mit anderen Flaschenlämmern zusammen in einer Herde – sein Bruder steht ihm allerdings in der Beliebtheit kein bisschen nach. Jesus ist klein, wollig, gefleckt und kommt ganz vertrauensselig an und lässt sich kraulen. Damit sich das auch alle mal trauen können, nimmt Petra Soltau ihn auf den Arm – aber nicht lang, sind ja keine Rumtrageschafe. „Aber Kletterschafe sind das“, stellen die Kinder erstaunt fest, denn als sie auf den riesengroßen Steinehaufen mitten auf der Koppel klettern, sind die Schafe auch ganz schnell oben, es könnte ja noch Brot irgendwo übrig sein. Ist es auch, und die Kinder finden die Kletterkünste der Wolligen einfach super – Lucy kann sogar sehr eindrucksvoll springen und führt das auch sehr gern vor, wenn sie dafür das letzte Stückchen Brot bekommt. Fiete reicht es ihr durch den Zaun und sie nimmt es ganz vorsichtig aus seiner Hand. Am Ende kriegen auch die Kinder Hunger und laufen wieder Richtung KiTa, da gibts nämlich bald Mittagessen – aber auf dem Rückweg gehts natürlich noch durch die große Scheune, wo die riesigen Mähdrescher und Trecker begutachtet werden. Aber dann: Ein letztes Winken in Richtung Koppel – und die Schafe bedanken sich mit lautem Abschiedsblöken für ihren Besuch.


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