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Mit WLAN, App und neuer Homepage

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Eutin (hr). Würden die alten Herzöge und Herzoginnen von Schleswig-Gottorf heute noch leben, hätten sie in ihrer Residenz in Eutin in einigen Bereichen inzwischen WLAN - stattdessen kommen jetzt Besucher:innen in den Genuss, im Bereich des Museums-Shops kostenfrei surfen und vor allem natürlich die neue App herunterzuladen. Seit drei Wochen kann das Schloss Eutin auch digital erkundet werden - teilweise von zuhause aus, zur Vor- oder Nachbereitung des Besuchs, teils vor Ort in den jeweiligen Räumen des Schlosses, wenn man vor den Exponaten steht.
„Das ist für uns ein großer Schritt“, sagt Brigitta Herrmann, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Schloss Eutin. Dass überhaupt WLAN Access-Points eingerichtet werden können, ist der Baumaßnahme Sicherheitsbeleuchtung zu verdanken: Im Rahmen dieser Baumaßnahme wurden notwendige Kabel für den Internetzugang direkt mit verlegt, sodass es nach und nach sogar möglich sein wird, im gesamten Gebäude WLAN zur Verfügung zu stellen.
Eine App für Besucher:innen zu entwickeln stand schon lange auf der Wunschliste des Schlosses Eutin und war erst jetzt durch die Fördergelder des NEUSTART-Sofortprogramms der Bundesregierung möglich. Die App wurde auf der Basis von Medienguides programmiert, die vor Corona von Museumsbesucher:innen ausgeliehen werden konnten. Da das Desinfizieren der Tablets nicht in corona-gerechtem Maßstab möglich war, musste auf Medienguides verzichtet werden, als das Schloss seine Tore wieder öffnen durfte - jetzt kann man sich die umfangreichen Informationen zu den einzelnen Exponaten auch schon im Voraus zuhause anschauen oder im Nachhinein die zu den Zimmern passenden, kreativen Dialoge anhören, die unter anderem von Leslie Malton, Ulrich Noethen, Andreas Hutzel, Johann von Bülow und Felix von Manteuffel in unterschiedlichen Rollen gesprochen wurden. „Da sind sehr unterhaltsame Geschichten dabei, die man gut zuhause hören kann, wenn man vor Ort nicht genug Zeit dazu hat“, sagt Herrmann. „Zum Beispiel kann man in der Schlosskapelle bei der Taufe von Carl-Maria von Weber dabei sein.“
Sobald die Pandemiesituation es erlaubt, sollen auch wieder Tablets als Medienguides gegen eine Leihgebühr von 2 Euro erhältlich sein, die App wird es jedoch weiterhin kostenfrei geben.
Doch die App ist nicht die einzige Investition in die moderne Zukunft des Eutiner Schlosses: Inzwischen ist auch die neue Homepage online, die zeitgemäßer und nutzerfreundlicher sein soll. „Die Corona-Pandemie hat die Notwendigkeit zur Digitalisierung noch einmal sehr deutlich gemacht und uns regelrecht gezwungen, diese Aufgabe mit Priorität anzugehen“, so Herrmann. „Die Website ist quasi unsere Visitenkarte, wir müssen den Leuten zeigen, was wir hier haben.“ So sorgen viele stimmungsvolle Bilder für einen guten ersten Eindruck von Schloss, Gärten, Museum, Restaurant und Programm. „Uns ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehr wichtig, deshalb haben wir die auch auf der Homepage mehr in den Fokus gesetzt“, erklärt Herrmann. Unter dem Programmpunkt „Junges Schloss“ sind Angebote von Führungen bis zu Geburtstagspartys im Schloss aufgeführt und auch unter den anderen Punkten finden sich ausführliche Informationen zu jedem Thema.
Allerdings ist das Thema Digitalisierung für das Eutiner Schloss damit noch lange nicht abgeschlossen: Als nächstes steht eine professionellere Bespielung der Social Media-Kanäle auf dem Plan. Alte Schlösser beherbergen nur langweilige, verstaubte Geschichte? Das Schloss Eutin zeigt, wie man auch in alten Gemäuern zukunftsfähig sein kann!


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