Reporter Eutin

„Umdenken in Sachen Marktplatzsanierung!“

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Eutin (aj). Was wäre, wenn man den Eutiner Marktplatz in einem halben Jahr statt wie bisher veranschlagt in zwei Jahren sanieren könnte? Und was wäre, wenn damit nicht nur Zeit, sondern auch Geld gespart würde? Wäre es dann nicht sinnvoll, die bislang gültige und beschlossene Planung neu zu überdenken? Die Antwort gibt eine Marktplatzinitiative um Marcus Gutzeit. Der Brauhauswirt ist bei der Suche nach Alternativen zur geplanten Baumaßnahme auf eine Schweizer Fachfirma gestoßen, die die Steine der inneren Marktplatzfläche vor Ort abschleifen würde, ohne den Platz aufzubrechen. Eine weitere Spezialfirma übernähme dann die fachgerechte Sanierung der Fugen. Dass dies grundsätzlich möglich ist, hat ein Besuch der Schweizer vor einigen Wochen ergeben. An einer Präsentation des Konzeptes auf dem Marktplatz nahmen die Vorsitzenden aller Fraktionen sowie Vertreter der Verwaltung teil. Nächster notwendiger Schritt wäre nun die Erstellung einer Probefläche: „Dafür brauchen wir die Zustimmung der Politik“, so Gutzeit. Auf 20 Quadratmetern könnte dann nicht nur konkret getestet werden, wie der Marktplatz aussehen würde und ob das Verfahren der Schweizer Firma für Eutin geeignet ist. Es ist auch die Voraussetzung für das Inkrafttreten einer Gewährleistungspflicht. Für die Marktplatzinitiative, in der sich die anliegenden Geschäftsleute, die MarkthändlerInnen und die Eutiner Wirtschaftsvereinigung (WVE) zusammengeschlossen haben, liegen die Vorteile auf der Hand: „Die Sanierung ist notwendig, keine Frage. Aber wenn man es schneller und besser hinbekommen kann, sollte man das doch prüfen!“, meint der WVE-Vorsitzende Hans-Wilhelm Hagen. Grünes Licht für eine solche unvoreingenommene Prüfung wünscht sich die Initiative von den Stadtvertreterinnen und -vertretern. „Wir würden als WVE 5000 Euro dafür zur Verfügung stellen, so dass die Stadt nur die andere Hälfte der Kosten für die Probefläche übernehmen müsste“, so Hagen. Noch hätten viele der politischen EntscheiderInnen Bedenken: „Die betreffen die Tragfähigkeit des Platzes bei der vorgeschlagenen Methode, außerdem den Denkmalschutz und schließlich die Förderfähigkeit“, erläutert Marcus Gutzeit. An der Tragfähigkeit, so der Geschäftsmann, ändere sich nichts, da von den 10 Zentimeter hohen Steinen nur etwa 0,5 Zentimeter abgehobelt würden. Ob die Fördermittel von Bund und Land, die für die aktuelle Planung bewilligt sind, auch für das neue Verfahren gelten würden, vermag die Initiative nicht zu sagen. Hans-Wilhelm Hagen merkte diesbezüglich an, dass eine objektive Prüfung hier auch hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit Klarheit bringen würde. Der Denkmalschutz indes hat die Straßenführung vor dem Rathaus moniert. Auch darin mögen die Initiatoren kein unüberwindliches Hindernis erkennen.Zu den wirtschaftlichen Interessen der Geschäftsleute kommt der optische Gesichtspunkt. Auf einer kleinen Fläche vor dem „tohuus“ ist zu sehen, wie der Markt nach einer Umgestaltung wie derzeit geplant aussehen würde: „Beliebig!“ lautet das Urteil der Gruppe: „Bei uns an den Ständen ist das natürlich auch Thema und zu 90 Prozent sind die Menschen der Meinung, dass Eutin einen unverwechselbaren historischen Marktplatz hat, der in seinem Charakter erhalten bleiben muss“, berichtet Jan Maaß.
Der Fischhändler hat in Hamburg bereits zweimal Erfahrungen mit Marktplatzumgestaltungen gemacht: „Es gehen Leute verloren, die Einbußen während der Bauphase lagen bei 20 bis 25 Prozent. Und es dauerte zwei bis drei Jahre, bis der Stand vor der Bauphase wieder erreicht war“, legt er dar. Im Zusammenhang mit Corona und der bevorstehenden Baumaßnahme in der Königstraße ergebe sich eine schwer zu verkraftende Belastung. „Dazu kommt, dass bei zwei Jahren Bauzeit auch Veranstaltungen ausfallen müssen“, ergänzt Marcus Gutzeit, der den Vorschlag einbringt, in jedem Fall zwischen Mai und September eine Baupause einzuplanen. Für alle steht fest: Eine auf ein halbes Jahr verkürzte Bauphase würde weniger Abwanderung und weniger Einbuße bedeuten. Die Arbeiten rund um den Marktplatz sind von dem Vorschlag der Initiative nicht betroffen.
Auf der Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch, dem 16. September um 18 Uhr in der Kfz-Halle der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung soll über das Thema beraten werden.
Die Marktplatzinitiative sieht dem hoffnungsvoll entgegen: „Wir wünschen uns, dass man unvoreingenommen an etwas herangeht, was schneller und günstiger als die ursprüngliche Planung sein könnte“, formuliert Jan Maaß. Es sei fünf Minuten vor zwölf: „Also ist es noch nicht zu spät für ein Umdenken!“


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