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Der Verein Bürgerbus Malente zieht die Bilanz für 2023

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Bad Malente-Gremsmühlen (cb) Es war eigentlich kein gutes Jahr für den Bürgerbus Malente. Ein unverschuldeter Unfall am 13. Mai brachte den Fahrbetrieb zunächst für dreieinhalb Wochen zum Erliegen. Die vielen Nachfragen der regelmäßigen Nutzerinnen und Nutzer des „Lütten Lenters“ nach dessen Befinden zeigte dem Vorstand des Trägervereins, dass dringend eine Ersatzlösung gefunden werden musste.
„Die Versicherung des Unfallverursachers war dabei nicht gerade sehr hilfreich. Aber nach über drei Wochen konnten wir dann mit einem Ersatzfahrzeug unser Angebot für die Menschen in der Gemeinde Malente wieder aufnehmen“, berichtet der Sprecher des Vereins Bürgerbus Malente, Michael Winkel. Aber auch nach der überstandenen Reparatur kränkelte das Fahrzeug und musste immer mal wieder für einige Tage aus dem Verkehr gezogen werden, ohne dass dann dafür ein Ersatz zur Verfügung stand.
Und trotzdem wurde das Jahr 2023 doch noch halbwegs erfolgreich. Denn trotz der verhältnismäßig vielen Ausfälle durften die Fahrerinnen und Fahrer durchschnittlich 18,2 Fahrgäste täglich befördern. Das war nach dem Jahr 2019, in dem täglich 23 Mitfahrende im Durchschnitt registriert wurden, das bisher zweitbeste Ergebnis.
„Im Dezember konnten wir unseren insgesamt 30.000. Fahrgast begrüßen. Und hätte es nicht die Ausfälle während der Covid-Pandemie gegeben, wären wir fast bei 40.000“, ist sich Winkel sicher.
Der Bürgerbus Malente hatte am 9. Januar 2017 seine allererste Tour über die Nord- und Südschleife in der Gemeinde absolviert. Bis zum 31. Dezember 2023 haben insgesamt 30.282 Menschen dieses kostenlose Angebot in Anspruch genommen. „Unter den Mitfahrenden sind einige Stammgäste, die ohne unseren Service nicht so einfach beispielsweise von Benz nach Malente zum Arzt oder zum Einkaufen kommen könnten. Es sind übrigens bei weitem nicht nur Seniorinnen und Senioren, die den Bus nutzen. Und manchmal steigen auch Touristen in den „Lütten Lenter“ und genießen unsere schöne Landschaft“, erzählt Winkel und weist darauf hin, dass der Betrieb ohne das ehrenamtliche Engagement der Fahrerinnen und Fahrer überhaupt nicht stattfinden könnte. „Zurzeit haben wir 23 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer. Darüber hinaus stehen noch zwei Frauen und ein Mann zur Verfügung, um spontan bei Krankheits- und anderen Ausfällen einzuspringen. Mit dieser Anzahl ist jeder der Fahrenden alle 14 Tage im Einsatz.“
Der Bürgerbus fährt nach einem festen Fahrplan und hat sich in der Bevölkerung mittlerweile als Teil des öffentlichen Nahverkehrs etabliert. Aber der Betrieb ist auch wirtschaftlichen Zwängen unterworfen, da er zum großen Teil von der Gemeinde Malente und dem Kreis Ostholstein mit öffentlichen Geldern gefördert wird. Daher sind Leerfahrten tunlichst zu vermeiden. „Bei der Analyse unserer Fahrgastzahlen haben wir festgestellt, dass die erste Samstagstour um 8 Uhr sehr oft ohne Fahrgäste stattfindet. Da der Aufwand daher in keinem Verhältnis zum Nutzen steht, haben wir uns nach Absprache mit dem Kreis Ostholstein und der Gemeinde Malente dazu entschlossen, diese Tour ab sofort zu streichen, sodass der ,Lütte Lenter‘ auch sonnabends seine erste Tour um 9.08 Uhr mit der Südschleife beginnt“, begründet Michael Winkel die Fahrplanänderung.
Einen besonderen Dank richtet der Vorstandssprecher an den Bauhof der Gemeinde Malente: „Die Mitarbeiter waren und sind immer sehr hilfsbereit und sorgen auch durch die regelmäßige Kontrolle des Fahrzeugs für einen sicheren und zuverlässigen Einsatz des Busses.“
Für das neue Jahr freut sich der Bürgerbus Malente e.V. auf jede Menge Fahrgäste des „Lütten Lenters“ und wünscht allseits ein gesundes, zufriedenes und hoffentlich friedliches 2024.

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