Reporter Eutin

„Illegale Gartenabfallentsorgung nimmt zu”

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Rathjensdorf (los). Rathjensdorfs Bürgermeisterin Gertrud Henningsen und Hans Martin Hay, Forstverwaltung Rixdorf sind es leid: Immer wieder kommt es im Gebiet der Gemeinde zu Ansammlungen von Gartenabfällen. Besonders beliebt scheint der Bereich der Badestelle am Plußsee zu sein, um schnell unbemerkt loszuwerden, was eigentlich auf den Kompostplatz gehört. Das eine oder andere verräterische Papiertaschentuch offenbart, das hier noch andere Hinterlassenschaften dem Kreislauf der Zersetzung preisgegeben ist. Das alles sieht nicht nur unschön aus, „man riecht es auch“, ärgert sich Henningsen. Ein leidiges Thema. „Peu à peu ist es immer mehr geworden“, berichtet sie. So wartet ein ausgeladener Haufen abgestochener Bambusausläufer an einem Aussichtsplatz an der Straße von Theresienhof nach Tramm auf das Frühjahr, um dann mit neuer Wachstumskraft den Feldrand zu erobern.
Die Badestelle am Plußsee wird von den Rathjensdorfern im Sommer gern genutzt. Dafür habe die Gemeinde sie vom Gut Rixdorf gepachtet, so Henningsen. Jetzt müsse sie für die Entsorgung des Abfalls aufkommen. Die Kosten für das Aufnehmen und Abtransportieren tragen somit die Rathjensdorfer Bürger. „Bei einer Menge bis drei Kubikmeter ist die Gemeinde zuständig, bei größeren Haufen der Kreis Plön“, erklärt Hay. Er befürchtet, dass vorhandene Haufen Nachahmer animieren könnten. In letzter Konsequenz müsse die Badestelle einschließlich der als Parkplatz genutzten Rückeplätze an der Straße geschlossen werden.
Besonders unverständlich: Der Plöner Kompostplatz beim Klärwerk Tweelhörsten, wo die Gartenabfälle hingehören, liegt nur rund fünf Kilometer weit vom Fundort entfernt. Vom besagten Aussichtsplatz aus ist es nur Kilometer. „Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, diese Verklappung zu unterlassen“, meint Hans Martin Hay. Der Förster hat die Vorfälle gemeldet, die „Strauchdiebe“ als Verursacher bisher aber nie auf frischer Tat beim heimlichen Entladen ertappt.
Auf den Wald und die Natur hat das Ablegen Folgen: Wo sich Gartenabfall schichtet, blüht im Frühjahr kein Buschwindröschen mehr zwischen den Bäumen. Auch Bucheckern werden darunter nicht keimen und den dicken Teppich durchdringen können, erläutert Hay. Zudem erfolge durch die Ansammlungen ein hoher Nährstoffeintrag, der für bestimmte Spezies nachteilig ist, während andere, die davon profitieren, diese verdrängen – die Zusammensetzung der Pflanzengesellschaft verändert sich. Seltene Arten können von der Bildfläche verschwinden.
Das illegale Ablegen des Grünabfalls aus dem eigenen Garten ist deshalb kein „Kavaliersdelikt“, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Nicht zuletzt, weil sich nicht selten Verunreinigungen anderer Art darin befinden. Das Problem: Über solche Gartenabfallhaufen können sich nicht heimische Pflanzen ausbreiten. Dieser Vormarsch hat die Verdrängung schwächer wachsender Pflanzen zur Folge, erklärt Diplom-Biologe Carsten Pusch, Leiter der NABU Natur-, Umwelt- und Abfallberatungsstelle in der Lange Straße 43 in Plön. So werde eine unerwünschte „Invasion“ ausgelöst. Heimische Arten könnten von wuchsstarken Eindringlingen ganz verdrängt werden. Ein bekanntes Beispiel für ungebremsten Ausbreitungsdrang ist der Sachalin-Staudenknöterich (Reynoutria sachalinensis). Die Pflanze hat längst auch im Plöner Schlosspark Fuß gefasst und kommt mangels Gegenmaßnahmen Jahr für Jahr ungehindert zur Samenreife.
Die Folgen der Entsorgung von Grünabfall sind mitunter auch nicht ungefährlich. So hat die „Herkulesstaude“ alias Riesenbärenklau (nicht zu verwechseln mit dem heimischen Wiesenbärenklau) phototoxische Eigenschaften. Der Kontakt mit der Haut kann in Kombination mit Licht Verbrennungen hervorrufen.
Eigentlich ist alles klar geregelt: Grünabfall gehört auf den eigenen Komposthaufen oder einen Kompostplatz. Zudem können Küchen- und andere organische Abfälle, die kompostierbar sind, im Kreis Plön über die braune Biotonne entsorgt werden. „Die Abfallwirtschaft Kreis Plön sammelt darüber rund 13000 bis 14000 Tonnen Bioabfälle pro Jahr ein“, informiert Jennifer Starke vom Amt für Abfallwirtschaft. Diese würden zur weiteren Verarbeitung in Bioabfallverwertungsanlagen gebracht, die BAV Neumünster, die Kompostier- und Häckselanlage Gut Kattenhöhlen bei Scharbeutz und ABE Borgstedt (AWR Bioenergie von der Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde).


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