Reporter Eutin

Jongleure, Akrobaten und Feuerschlucker

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Plön (t). Nach der Himmelfahrtswoche erwartete die Grundschüler der Rodomstorschule Plön etwas ganz Besonderes auf ihrem Schulhof: das große rot-weiß gestreifte Zirkuszelt des Projektcircus Fellini. In einer Woche wuchsen die kleinen Akteure als große Akrobaten in einer begeisternden Show über sich hinaus.
Ihre Nummern studierten die jungen Artisten in Gruppen ein und nach vier Tagen war das Programm reif für die erste Vorstellung. Beim Betreten des Zeltes duftete es nach Zuckerwatte und Popcorn. Gespannt und voller Vorfreude saßen Eltern und Freunde, Jung und Alt, auf den Zirkusbänken, sichtlich bewegt von den Künsten der Kleinsten. Denen gelang ein spektakulärer Auftritt unter dem Zeltdach.
„Wir hatten echte Zuschauer und eine echte Manege“, schwärmt Zweitklässler Felix nach seinem großen Auftritt. Er war einer der schwarz gekleideten sonnenbebrillten Feuerschlucker, die zu Rockmusik und gruftigem Nebel eine brennende Fackel über ihre Hand und dann sogar über die Zunge rollen ließen. „Das geht, weil man die Fackel vorher in eine Flüssigkeit hält“, verrät er verschwörerisch. Cool fand er, dass der Zirkusdirektor auch Felix heißt.
Zirkusdirektor Felix Frank und seine Familie erwiesen sich als die heimlichen Stars der Kinder. Tochter Josi etwa leitete die Hula Hoop Gruppe mit glitzernd glänzenden Reifen. In der Show zeigte sie eine atemberaubende Nummer im Reifen in luftiger Höhe.
Die Seiltänzer traten als Katzen verkleidet auf, während zu ihren Kunststücken auf dem Seil das Musikstück „Memory“ aus dem Musical „Cats“ erklang. Es wurde mit Ringen und Tüchern jongliert und auf Stäben Teller gedreht und von Stab zu Stab weitergegeben. Familie Frank agierte helfend im Hintergrund, während die Kinder bei ihren Auftritten im Mittelpunkt standen. Zirkusdirektor Felix hatte die akrobatischen Einlagen einstudiert: Auf seinen Händen balancierten die Nachwuchsakrobaten, machten Hand- oder Kopfstand. Zur rasanten Filmmusik von „Piraten der Karibik“ hielt er die Trapezkünstlerinnen auf dem Leitertrapez beim Spagat oder „Vogelnest“ an der Hand. Auch wenn die lustigen Clowns zu Beginn nacheinander behaupteten, SIE seinen die Zirkusdirektoren und immer wieder ihren Schabernack mit den Zuschauern trieben, hatte Felix Frank eindeutig die Zügel in der Hand.
Seine hohe Professionalität im Umgang mit Kindern beeindruckte insbesondere die Eltern. Die Kinder erlebten mit Mut, Spaß, Geduld, Lampenfieber, Vertrauen, gegenseitigem Respekt und Motivation wie es ist, miteinander etwas ganz Großes auf die Beine zu stellen. Jedes Kind bekam für die Aufführung die zu ihm passende Rolle. Dabei waren sie innerhalb ihrer Gruppen mit Kindern anderer Klassen vermischt, lernten sich so näher kennen und erfuhren, dass es bei vielen Übungen auf gegenseitiges Vertrauen und auf sich Acht zu geben ankommt. „Das war sooo toll“ schwärmt Feuerschlucker Felix.
Die übrige Unterrichtszeit war dem Zirkus gewidmet, um Einladungskarten zu malen, selbstgestaltete Plakate in der Innenstadt zu verteilen und für ein volles Zirkuszelt ordentlich Werbung zu machen. Mit Erfolg: Die drei Vorführungen waren ausverkauft.
Der Zirkus besucht die Grundschule alle vier Jahre. Jedes Kind kommt so einmal in den Genuss dieses Erlebnisses. Und nicht nur die Kinder werden sich lange daran erinnern. So hatten die Eltern als Helfer beim Auf- und Abbau des Zirkuszeltes eine wichtige Rolle übernommen. Fazit einer Mutter: „Bis heute wusste ich nicht, dass es mein sehnlichster Wunsch war, einmal ein Zirkuszelt abzubauen - ist das großartig!“


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