Petra Remshardt

Corona-Krise spaltet die 3. Handball-Bundesliga

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Das junge Team der HSG Ostsee will auch in der kommenden Saison in der dritten Liga Siege feiern.

Das junge Team der HSG Ostsee will auch in der kommenden Saison in der dritten Liga Siege feiern.

Corona-Pandemie hat auch die 3. Handball Liga fest im Griff, der geplante Re-Start am 1. März wird wegen der Lockdown Verlängerung nicht stattfinden können und damit wird die Liga abgebrochen.
Das ist für alle Aktiven eine Hiobsbotschaft, denn kein Spieler hat jemals so wenig Handball gespielt wie in diesen „Corona Zeiten“. Aber nicht nur das ist problematisch, denn gerade die 3. Liga hat ein besonderes Problem. Während die 1. und 2. Liga - eben die HBL - ihre eigenen Regeln machen kann und alle 36 Vereine eine Gleichbehandlung erfahren, so ist dies in der 3. Liga deutlich komplexer und deutlich anders. Die Staffeleinteilung in Nord-Ost, Nord-West, Mitte und Süd erstreckt sich innerhalb der Staffeln auf mehrere Bundesländer. In der Nord-Ost Staffel sind es insgesamt 8 Bundesländer aus denen die spielberechtigten Vereine stammen. Das hatte schon innerhalb der Spielzeit zu vielen Fragen geführt, denn in jedem Bundesland gelten andere Corona Regelungen. Jetzt allerdings wird deutlich wo das eigentliche Problem dieser Konstellation liegt, denn die finanzielle Unterstützung in den einzelnen Bundesländern ist komplett ungleich ausgelegt. Bislang gab es in Schleswig-Holstein für die drei 3. Liga Vereine keinerlei Unterstützung vom Land. Das sieht in Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel ganz anders aus. Dort gab es für die Mecklenburger Stiere aus Schwerin und den HC Empor Rostock jeweils eine Unterstützung in Höhe von 173.000 beziehungsweise 177.000 Euro von der Landesregierung. Zum Vergleich, die HSG Ostsee N/G agiert mit einem Jahres Budget von 160.000 Euro.
Frank Barthel, sportlicher Leiter der HSG Ostsee sieht das so: „Ich gönne jedem Verein maximale Unterstützung, aber so wie diese gewährt wird, führt sie zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung. Wir haben durch diese sehr unterschiedliche finanzielle Situation, die nicht durch Sponsoring sondern per Dekret erzeugt wurde, riesengroße Nachteile gegenüber anderen Vereinen in der Liga. Ich empfinde das als massive Benachteiligung auch und vor allem deshalb weil wir sportlich im Sinne der 3. Liga aufgestellt sind. Die 3. Liga ist eine Ausbildungsliga, in der die Talente aus dem Nachwuchsbereich die Chance bekommen sich im Seniorenbereich weiter zu entwickeln. Bei uns spielen keine Vollprofis, sondern Amateure oder Halbprofis, die alle samt aus der Region kommen. Nur so können wir den relativ überschaubaren Etat überhaupt realisieren und wir haben in der jetzigen Saison gezeigt, dass dieses Konzept funktioniert. Auch wenn es bei fünf Spielen nur zu einer begrenzten Aussagekraft reicht, haben wir mit 6:4 Punkten beweisen können, dass unser Konzept bestehen kann und in dieser Art richtig für den Handball in der 3. Liga ist.“
In den kommenden Wochen wird sich zeigen wie sich die Entwicklung innerhalb der 3. Liga weiter darstellt. Sportlich geht es nur für die Vereine mit Aufstiegsambitionen weiter, zu denen auch der HC Empor Rostock gehört. Denn Absteiger aus der 2. Liga wird es in jedem Fall geben und dementsprechend müssen die frei gewordenen Plätze auch wieder besetzt werden. Alle anderen Clubs der 3. Liga werden nicht absteigen und können in der kommenden Saison wieder antreten, sofern sie es denn finanzieren können.
„Um auch in der kommenden Saison wieder antreten zu können, benötigen wir massive Unterstützung. Ich hoffe vor allem für unsere junge Mannschaft, dass wir weitere Unterstützung erfahren damit es weiter gehen kann. Die Jungs hätten es mehr als verdient“, so Barthel abschließend. (red)


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