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„Braucht Malente noch einen Kinderschutzbund?“

„Braucht Malente noch einen Kinderschutzbund?“
Ohne neue Vorstandsmitglieder steht der Malenter Kinderschutzbund vor der Auflösung
Malente (ed). Heute um 15 Uhr wird der Spielplatz am Bärwalder Weg eingeweiht – oder besser: Wieder eröffnet, nachdem der Malenter Kinderschutzbund sich nachdrücklich für seinen Erhalt und die Anschaffung neuer Spielgeräte eingesetzt hat. Der Spielplatz könnte aber eines der letzten Projekte des Kinderschutzbundes gewesen sein, denn wenn sich niemand findet, der im Vorstand mitarbeiten will, steht der Malenter Verein vor der Auflösung. „Nicht mehr in diesem Jahr“, sagt Kathrin Bauer aus dem Vorstand des Kinderschutzbundes. „Und wir wollen auch weitermachen, aber wir brauchen Menschen, die Verantwortung im Vorstand übernehmen und mitarbeiten wollen.“
Dem Kinderschutzbund geht es wie nahezu allen Vereinen in diesen Zeiten: Es gibt zwar ehrenamtliche HelferInnen, aber ein Vorstandsamt, will kaum jemand übernehmen. Aber ohne vollständigen Vorstand kann ein Verein nicht arbeiten. „Deshalb sind unsere Vorstandsmitglieder schon viel länger dabei, als sie eigentlich wollten“, sagt Kathrin Bauer, die selbst seit 12 Jahren im Malenter Kinderschutzbund ist, den größten Teil der Zeit im Vorstand tätig. Spätestens bei der nächsten Vorstandswahl wird es schwierig: „Unsere 1. Vorsitzende Lina Harfst zieht demnächst weiter weg und möchte das Amt gern abgeben, auch unsere Schriftführerin Johanna Zeis steht nicht nur Wiederwahl.“ Übrig bleiben Kathrin Bauer selbst und Renata Wohlert, die zwar beide berufstätig sind, dem Verein aber als 2. Vorsitzende und Kassenwartin die Treue halten würden. „Wenn wir Menschen finden, die sich bereiterklären, die beiden anderen Ämter zu übernehmen. Zu zweit machen wir nicht weiter, dann wird der Verein zum Ende des kommenden Jahres aufgelöst.“
Den Malenter Kinderschutzbund gibt es seit mehr als 30 Jahren – als damals dank der Initiative einiger Eltern die Spielstube ins Leben gerufen wurde, hatten sie als Träger den Kinderschutzbund gegründet. Von da an hat sich der Verein für die Interessen der Malenter Kinder eingesetzt – mit der Spielstube für die Kleinsten und als dann die Betreuten Grundschulen eingeführt wurden, haben die Mitglieder des Kinderschutzbundes in Malente und Sieversdorf dafür gesorgt, dass die Kinder auch betreut wurden. Drumherum wurden Flohmärkte organisiert, der Wunschbaum aufgestellt und die unterschiedlichsten Projekte unterstützt oder selbst auf die Beine gestellt.
Die beiden betreuten Grundschulen der Gemeinde Malente und die Spielstube hat der Kinderschutzbund Malente bis vor wenigen Jahren betrieben – „aber das ging irgendwann nicht mehr rein ehrenamtlich.“ Der bürokratische Aufwand wurde wie die Anforderungen immer größer. Nach und nach hat der Kinderschutzbund Malente die drei Einrichtungen dann an den Kreisverband Ostholstein übergeben und beschlossen, kleinere Projekte in Angriff zu nehmen, die ehrenamtlich zu wuppen sind. So wie das Schwarzlicht-Theater-Angebot in den Herbstferien, die Flohmärkte oder der Spielplatz am Bärwalder Weg, der eigentlich Garagen weichen sollte. Unterstützt werden weiter Projekte für Kinder wie kürzlich der Happy Integration Day, ein bunter Fußball-Tag für alle Kinder. Auch die neuen Spielgeräte auf dem Spielplatz am Steenkamp gehen auf die Kappe des Malenter Kinderschutzbundes – nachdem der Bauausschuss dank der Hartnäckigkeit von Kathrin Bauer und ihrer MitstreiterInnen den Erhalt des Spielplatzes beschlossen hatte, hat der Kinderschutzbund sich auf die Socken gemacht, um Spielgeräte zu ersetzen, sie von Mitgliedsbeiträgen und Spenden angeschafft.
Rund 80 Mitglieder hat der Kinderschutzbund – „daran scheitert es nicht“, sagt Kathrin Bauer, „aber es will niemand die Vorstandsämter übernehmen. Wir stellen uns jetzt natürlich auch die Frage: Braucht Malente überhaupt noch einen Kinderschutzbund?“, so die langjährige 2. Vorsitzende – und gibt selbst die beste Antwort darauf: „Der Kinderschutzbund macht es so leicht, helfen und etwas bewegen zu können, für Kinder da zu sein. Wir vertreten die Interessen der Kinder und Jugendlichen, und wenn jemand mit Ideen und Zeit käme, dann könnte noch viel mehr bewegt werden.“ Fänden sich also Menschen, die Lust und Zeit hätten, für die Malenter Kinder etwas auf die Beine zu stellen, dafür ein Vorstandsamt zu übernehmen, müsste der Kinderschutzbund nicht vor dem Aus stehen. Und solche Menschen sucht der Kinderschutzbund jetzt – „wir wollen uns nicht sang- und klanglos auflösen“, macht Kathrin Bauer deutlich, „damit dann keiner sagen kann: Hättet Ihr doch mal was gesagt! Genau jetzt haben alle die Chance, sich zu beteiligen und mitzuarbeiten.“ Die Vorstandsarbeit sei kein Fulltime-Job, vielmehr flexibel gestaltbar: Von der Kinderbetreuung über Projekte für Kinder bis hin zum Kinderfest wäre der Phantasie keine Grenze gesetzt – alles kann, nichts muss, wie Kathrin Bauer sagt. Wer Lust hat, sich aktiv für die Malenter Kinder einzusetzen, meldet sich gern unter 0176-24 666 067 bei Kathrin Bauer – meldet sich niemand, ist das Ende des Malenter Kinderschutzbundes absehbar.


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