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Daniel Hettwich will Bürgermeister werden

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Foto: A. Jabs

Eutin (aj). Sichtbar zu werden - mit dieser Motivation hat sich Daniel Hettwich in das Licht der Öffentlichkeit begeben. Der Wahl-Eutiner ist Flüchtlingsbeauftragter des Kirchenkreises Ostholstein und er kandidiert für das Eutiner Bürgermeisteramt. „Allparteilich“ nennt er die Ausrichtung seiner Bewerbung und das schließt ein, dass er sich allen Fraktionen schriftlich vorgestellt hat. Mit CDU, SPD und der Freien Wählergemeinschaft hat es bereits Gespräche gegeben, ein Termin mit der FDP steht: „Ich trete an mit dem Willen, ein Brückenbauer zu sein“, so Hettwich. Das SPD-Parteibuch hat er vor vielen Jahren abgegeben. Heute sieht er sich den Werten der Evangelisch-Lutherischen Kirche verpflichtet. Für das Bürgermeisteramt formuliert er drei Kernaufgaben: Als Dienstherr der Verwaltung müsse er die Kompetenzen der Mitarbeiter*innen erkennen und stärken, politische Beschlüsse zum Wohle der Eutiner umsetzen und die Stadt nach außen repräsentieren. „Letzteres auf eine Weise, dass die Bürgerinnen und Bürger angesichts einer brüchig werdenden Welt sagen: In unserer Stadt mit Bürgermeister, Stadtvertretung und Verwaltung ist Beständigkeit“, sagt er. Dafür gelte es, ein althergebrachtes Gruppenverhalten aufzulösen und neue Wege zu gehen, so Hettwich, der damit die Überwindung von parteipolitischen Interessen ebenso meint wie eine Erweiterung der Kreise, in denen anstehende Entscheidungen diskutiert würden. Als Beispiel nennt er die Frage nach dem Schulstandort: „Bei solchen Prozessen müssen Lehrer und Eltern mit ins Boot geholt werden“, erklärt er. Eutin stehe vor Problemen, die ein Gruppenverhalten nicht mehr erlaubten. Wichtig sei ihm, dass das soziale Gewissen eine Rolle spiele. Daniel Hettwich selbst stammt aus prekären Verhältnissen, ist in Berlin aufgewachsen und hat nach einer turbulenten Vita in Eutin mit Ehefrau Kirsten Ullrich in seiner Patchworkfamilie seinen Hafen gefunden. Zum Lebenslauf gehört das dunkle Kapitel einer DDR-Hafterfahrung nach einem Autounfall dort. Später absolvierte er eine Ausbildung zum Pharmakanten und arbeitete in diesem Beruf, bis er 1991 nach Thüringen ging, wo er nicht nur ein Bauunternehmen gründete, sondern sich auch in der Kommunalpolitik engagierte. Die Sanierung denkmalgeschützter Wohn- und Geschäftshäuser und die Erstellung von Sanierungs- und Finanzierungsplänen sowie die Vermietung und Verwaltung von Immobilien waren seine Arbeitsfelder. Nachdem der Betrieb 2003 geschlossen werden musste, orientierte sich Hettwich gen Norden und arbeitete als Kaufmännischer Angestellter in einem hiesigen Baumarkt. Die von ihm genannten „neuen Wege“ führten ihn in ein neues Arbeitsfeld: Hettwich wurde 2011 Intensivbetreuer im Kinder- und Jugendhilfeverbund in Lübeck. Um mehr Zeit für seine Kinder zu haben, nahm er 2014 eine Stelle als Erzieher in der Flüchtlingshilfe der Gemeindediakonie Lübeck an, wo seine Schwerpunkte auf der Wohnraumbeschaffung und der Kooperation mit den verantwortlichen Stellen der Hansestadt Lübeck lagen. Parallel studierte er in Teilzeit Sozialökonomie mit Schwerpunkt BWL und Personal/Organisation.
Seite 2018 ist er Flüchtlingsbeauftragter im Kirchenkreis Ostholstein. Sein Verantwortungsbereich im Kirchenkreis umfasst 36 Gemeinden. Zu seinen Tätigkeiten gehören die Unterstützung und Qualifizierung der Ehren- und Hauptamtlichen im Bereich der Flüchtlingssolidarität, das Begleiten und Beraten bei Einzelfallhilfen, im Ausländerrecht und bei der Entscheidung zum Kirchenasyl. Propst Peter Barz gehört zu denjenigen, die Hettwichs Kandidatur unterstützen. Der entscheidende Rückhalt und die nötige Motivation kommen von seiner Ehefrau Kirsten Ullrich.
Nun will Daniel Hettwich, der seit 2019 Vorstandsmitglied der Gedenkstätte Ahrensbök ist, mit den Menschen in Eutin ins Gespräch kommen, getreu seiner Überzeugung: „Eutin braucht engagierte Menschen, die sich für die Belange der Stadt einsetzen, und nicht für ein blödes Parteiengeplänkel!“


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