Reporter Eutin

Eine starke Lobby für die Mathematik

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Eutin (aj). “Es ist toll, wenn die Aula voll ist mit jungen Menschen, die Spaß an Mathematik haben”, mit dieser Begeisterung war Tanja Dietrich nicht allein. Wie die Schulleiterin des Johann-Heinrich-Voss-Gymnasiums freuten sich die Fachlehrkräfte aus Bad Schwartau, Oldenburg und Eutin darüber, dass der diesjährige Regionalentscheid als gemeinsames Erlebnis der teilnehmenden Schulen ausgerichtet werden konnte, nachdem sie im letzten Jahr an ihren jeweiligen Häusern über den Aufgabenzetteln gebrütet hatten. Nun also wieder: Alle zusammen! An der Voss-Schule hat man, Birgit Behr sei Dank, viel Erfahrung mit der Organisation dieses Events. Die Mathelehrerin koordiniert den Wettbewerb, pflegt das kollegiale Netzwerk und wird nicht müde, ihren Schülerinnen und Schülern die Begegnung mit einer Wissenschaft zu ermöglichen, die spannend und facettenreich ist: 72 zahlenaffine Köpfe hatten sich Wettstreit angemeldet, die Aula war voll besetzt und in die besondere Mischung aus Konzentration, einer guten Prise Bauchkribbeln und dem Stolz, dabeizusein, mischte sich das Rascheln der Aufgabenzettel und das leise Kratzen von Stift auf Papier.
Einen Vormittag lang Mathe? Oh ja! “Das Schöne an der Matheolympiade ist, dass die Aufgaben anders sind als im normalen Matheunterricht”, erklärt Niklas Mohr. Der Neuntklässler ist ein alter Hase, wenn es um die Matheolympiade geht, er ist seit der Unterstufe mit dabei und hat es schon zweimal eine Runde weiter nach Flensburg geschafft, wo im Februar die Besten der Regionalausscheide auf Landesebene aufeinander treffen. “Schon die Qualifikation für die Regionalrunde ist ein Erfolg”, betont Birgit Behr. In der fünften und sechsten Klassenstufe sind die Aufgaben für Mathebegabte gut zu bewältigen und die Teilnahmezahlen zeigen die hohe Motivation, die in diesem Alter maßgeblich ist. “Ab Klasse 8 gibt es dann einen Umbruch: Die Aufgaben orientieren sich nicht mehr so nah am Schulstoff”, so die Pädagogin. Dann gilt es, eigene Denkwege zu finden. Und genau darin liegt der Reiz. Übrigens auch für die Birgit Behr selbst: Die nämlich vertieft sich gern in die Aufgaben für die Oberstufe, “wo ich auch sehr gern unterrichte.” Ein Selbstgänger sind die Aufgaben auch für sie nicht: “Da gibt es immer auch Punkte, die mir nicht so leichtfallen und wirklich anspruchsvoll sind. Aber man kann das Format trainieren”, weiß sie. Und ihre Erfahrung belegt: Wer einmal Feuer gefangen hat, bleibt der Mathematik zumeist treu. Darin liegt der Wert des Wettbewerbs, bei dem es eben nicht vorrangig um Platzierungen und Punktzahlen geht, sondern darum, das Abenteuer Denken aufs Tableau zu heben. Spannend ist es natürlich trotzdem, was letztlich unter dem Korrekturstrich steht. In Teams wird korrigiert, so dass die Ehrungen für die Jüngsten schon mittags über die Bühne gehen können. Für einen reibungslosen Ablauf hatte Birgit Behr in diesem Jahr mit Jana Piotrowski eine zusätzliche Unterstützungskraft an der Seite. Die angehende Referendarin flitzte zwischen der Aula und den Korrekturräumen hin und her und so konnte sich Birgit Behr ganz darauf konzentrieren, zulässige Fragen zu beantworten und den Anblick einer Aula voller Mathe-Lobbyist*innen zu genießen.


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