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Fenster und Fassade nach historischem Vorbild

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Fensterrestaurator Volker Marten, Stiftungsratsvorsitzender Harald Werner, Bibliotheksleiter Dr. Frank Baudach, Geschäftsführerin Anja Sierks-Pfaff, Architekt Thomas Uhlen (von rechts).

Fensterrestaurator Volker Marten, Stiftungsratsvorsitzender Harald Werner, Bibliotheksleiter Dr. Frank Baudach, Geschäftsführerin Anja Sierks-Pfaff, Architekt Thomas Uhlen (von rechts).

Foto: hfr

Eutin (t). Der gesamte Fensterbestand und die Fassade des Kavalierhauses am Schlossplatz werden bis 2023 nach historischem Vorbild denkmalgerecht instandgesetzt. Damit erhält das von der Eutiner Landesbibliothek genutzte Gebäude seinen ursprünglichen Charakter aus dem Entstehungsjahr 1840 zurück. Harald Werner, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Eutiner Landesbibliothek (ELB), zeigte sich erfreut, dass das Vorhaben auch Fördergeber überzeugte. Sowohl die Landesdenkmalpflege Schleswig-Holstein als auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützen die Instandsetzungsmaßnahme mit Fördermitteln.

Das im Eigentum der Stiftung ELB stehende, durch den Oldenburger Architekten Heinrich Strack als Kavalierhaus erbaute Gebäude, zählt aus Sicht der Denkmal- pflege zu den wertvollsten klassizistischen Gebäuden der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Schleswig-Holstein. Als stadtseitiger Abschluss des zwischen 1836 und 1840 neu geschaffenen Schlossplatzensembles ist es von hervorgehobener stadtraumprägender Bedeutung. Besonders die Fenster, aber auch die Fassade zeigten inzwischen erhebliche Schäden auf, nicht zuletzt war die Farbgestaltung in Rotbrauntönen äußerst unbefriedigend. Recherchen der ELB im Landesarchiv, die die Original-Bauzeichnung zu Tage gebracht hatte, ergaben schließlich, dass die ursprünglichen Farbtöne von Fenster und Fassade eine deutlich andere Farbgebung als die jetzige aufwiesen.

In Abstimmung mit der Landesdenkmalpflege wurde somit bereits vor zwei Jahren die Restaurierung eines Musterfensters mittels Verwendung der traditionellen Leinölkonservierung beauftragt, auch um den historischen Farbbefund genauer bestimmen zu können. Nur wenige Handwerksbetriebe in Deutschland haben sich auf die Verwendung der althergebrachten Technik mit Leinöl spezialisiert. Fensterhandwerker Volker Marten aus Runkel an der Lahn, der inzwischen auch den Auftrag für die Instandsetzung aller Fenster erhalten hat, ist ausgewiesener Experte für die Aufarbeitung alter Fenster mittels Leinölverfahren und erwies sich als Glücksfall für die geplante Maßnahme.

„Der bei der Musterrestaurierung herausgearbeitete gräuliche Farbton entspricht auch Vergleichsbeispielen und kann nun nach dankenswerter Unterstützung der Landesdenkmalpflege für die Instandsetzung der 55 Fenster verwendet werden“, so Anja Sierks-Pfaff, Geschäftsführerin der Stiftung ELB. Die in der historischen Bauzeichnung mit einem Braunton gekennzeichneten Eingangstüren würden in einem an den Farbton der Fenster angepassten Braun, die Fassade in gebrochenem Weiß und der Dachüberstand wiederum gräulich entsprechend der Bauzeichnung und passend zu den Fenstern gestrichen. Die traditionelle, durch die Landesdenkmalpflege unterstützte Leinöl-Konservierung von Holzfenstern sei zwar zunächst aufwendiger und teurer, so Sierks-Pfaff, schütze jedoch das Holz auf lange Zeit von innen heraus. „Überzeugend war zudem, dass durch dieses Verfahren der wertvolle Fensterbestand des Kavalierhauses dauerhaft gesichert sowie Multifunktionalität und Wirtschaftlichkeit der Verbundfenster auch mit Blick auf die Ener- gieeffizienz wiederhergestellt werden kann“.

Die Gesamtkosten der Instandsetzung belaufen sich in zwei Bauabschnitten auf insgesamt rund 320.000 Euro. Architekt Thomas Uhlen und die Liegenschaftsabteilung der Kreisverwaltung begleiten die Maßnahme fachlich.

Mit Unterstützung der Landesdenkmalpflege konnte auch die Deutsche Stiftung Denkmalpflege (DSD) von dem besonderen Vorhaben überzeugt werden. Für den ersten Bauabschnitt mit veranschlagten 149.000 Euro hat die DSD 20.000 Euro Fördermittel für die Tischlerarbeiten bewilligt. Die Landesdenkmalpflege ist mit 25.000 Euro Fördermittel am ersten Bauabschnitt beteiligt. Nach Ausschreibung und Vergabe über den Sommer wurde Anfang September 2021 mit den Arbeiten für den 1. Bauabschnitt (Fassaden Schlossplatz und Ostholstein-Museum) begonnen. Sie sollen im Frühjahr abgeschlossen sein. Für den zweiten Bauabschnitt wurden erneut Fördermittel beantragt.


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