Reporter Eutin

Fielmann komplettiert die Gröger-Sammlung des Kreismuseums

Bilder

Plön (t). Wenn Jürgen Ostwald von der Fielmann AG das Plöner Kreismuseum besucht, ist stets große Freude angesagt. „Es ist ein bisschen so, als wenn der Weihnachtsmann mehrmals im Jahr vorbeikommt und ein schönes Geschenk für das Museum vorbeibringt“ schmunzelt Museumsleiterin Julia Meyer, die ein neues Bild in Empfang nehmen durfte. Susanne Danz, Leiterin der Fielmann-Filiale in Plön, überreichte zusammen mit Jürgen Ostwald ein Selbstporträt des Plöner Kunstmalers Friedrich Carl Gröger (Plön 1766 - 1838 Hamburg) im Rahmen einer Schenkung. Und es ist nicht die erste: Bereits zwölf in Öl gemalte Porträts hängen bereits im Obergeschoss des Museums auf der galerieroten Wand. Die Hälfte dieser Gemälde sind Schenkungen von der Fielmann AG. „Wir haben uns seit ca. 10 Jahren vorgenommen, die Sammlung der Gemälde dieses aus Plön stammenden Malers auszubauen“, erklärt Jürgen Ostwald, der für die Fielmann AG auf Auktionen und aus Privatbesitz für die kleineren Museen im Land Werke für ihre Sammlungen erwerben darf.
Friedrich Carl Gröger ist 1766 in Plön geboren worden und war Anfang des 19. Jahrhunderts einer der bedeutendsten Porträtmaler Norddeutschlands.
Das kleine Gemälde, auf dem Gröger sich abgebildet hat, ist in Pastell gemalt. Die Bezeichnung rührt von pasta (Teig) her, denn es handelt sich um eine trockene Masse aus staubförmigen Farbpigmenten, rund gerollt, die mit einem wasserlöslichen Bindemittel (zum Beispiel Gummi arabicum) versetzt wird. Durch die Verwendung dieser trockenen Farben erhält das Porträt eine samtige Ausstrahlung und durch das nahezu durchscheinende Papier eine gesteigerte Ausdruckskraft. Dass eine solche empfindliche Arbeit bereits zwei Jahrhunderte überdauert hat, ist bemerkenswert, gibt es doch von F.C. Gröger kaum erhaltene Pastelle. In der Gemäldegalerie in Dresden befindet sich das selbige Selbstporträt im größeren Format als Ölgemälde und ist auf das Jahr 1812 datiert. Kurze Zeit davor dürfte dieses Pastell entstanden sein. Demnach war Friedrich Carl Gröger beim Malen dieses Bildes rund 46 Jahre alt und war ein gefragter Porträtmaler. Er stellt sich mit selbstbewussten Blick mit Schirmkappe und gut gekleidet dar. In dieser Zeit hält er sich häufig in Kopenhagen auf, wo er bereits 1809 mit Bildnissen der dänischen Königsfamilie beauftragt worden ist. Er arbeitet auf Seeland, Lolland und Fünen für den dänischen Adel. Seine bedeutende Stellung als Bildnismaler in Kopenhagen und Dänemark gab Gröger 1816 auf, um nach Hamburg zu ziehen. Bis zu seinem Tod 1838 war er dort einer der bekanntesten und meistbeschäftigten Porträtmaler. Neben der Technik der Ölmalerei entwickelte er in der noch jungen Kunst der Porträtlithographie eine große Meisterschaft.
In Plön hat Friedrich Carl Gröger lediglich seine Jugend verbracht. In Plön in einem Haus am Marktplatz geboren, erinnert zumindest sein Vorname an den letzten Plöner Herzog, für den noch sein Großvater Hofschneider war. Er bildete sich autodidaktisch zum Kunstmaler aus, verließ als 19-jähriger die ehemalige Herzogsstadt, die damals unter dänischer Verwaltung stand, und lässt sich nach Studienaufenthalten in Altona, Braunschweig und Hamburg 1785 vorerst in Lübeck nieder.
„Das Selbstbildnis aus der Zeit um 1812 komplettiert unsere Gröger-Sammlung auf wunderbare Weise. Schaut man doch dem Künstler direkt in die Augen und wird angeregt, sich mit seinem Lebensweg auseinanderzusetzen, der eng verwoben ist mit der deutsch-dänischen Vergangenheit unserer Region. Wir sind für die Schenkung der Fielmann AG sehr dankbar“, freut sich Julia Meyer.


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