Reporter Eutin

Vom Block bis zum Bleistift

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Plön (los). Die Bagger haben Fakten geschaffen. Ein hoher Bauzaun sichert das Grundstück Rodomstorstraße 29, das ein neuer Eigentümer nun bebauen will. Nichts erinnert mehr an den Altbau aus den 20er Jahren mit dem kleinen Laden von Agnes Herzfeldt (in erster Ehe Agnes Fasch, geb. Voss), die dort einmal lebte.
Generationen Plöner Schüler suchten das Einzelhandelsgeschäft auf, um sich mit Schulheften, Bastelartikeln oder Schreibzeug einzudecken. Auch Süßigkeiten und Zeitschriften führte Agnes Fasch - jahrzehntelang.
„Eigentlich wollte sie ihr vierzigstes Dienstjubiläum noch voll machen“, erinnert sich ihre Tochter Cornelia Wisser. Doch Agnes Fasch, Jahrgang 1929, verstarb ein Jahr zuvor im Januar 1999 kurz vor ihrem 70-sten Geburtstag. Ihr Kapitel Plöner Stadtgeschichte hatte fast vier Jahrzehnte Bestand. Es erzählt von einer Frau, die bei der Industrie und Handelskammer ihre Prüfung in „Kaufmännischer Betriebsführung“ ablegte, um sich als „Einzelhändlerin für Gemischtwaren“ selbständig machen zu können. Am Dienstag, 16. Februar 1960 eröffnete die Jungunternehmerin ihr Geschäft und erfüllte sich ihren Traum. „Damals noch bei der Alten Meierei“, weiß Plönerin Cornelia Wisser. Gegenüber der Rodomstorschule, der Volksschule damals, war dieser Platz zunächst günstig gelegen. Agnes Fasch richtete ihren Laden erst 1967 im Souterrain ihres Wohnhauses ein, „in der Wohnung meiner verstorbenen Großmutter“. Das erwies sich als günstig. Als Ende der 70-er Jahre der Bau der B76 mitten durch Plön anstand, wurde es schwieriger. „Da hatte meine Mutter wegen der Baustelle weniger Umsatz“.
Dann wurde der bekannte „Büffelpfad“ angelegt, der unter der Straße hindurch führt und namentlich dem „Büffeln“ paukender Schüler entlehnt ist. „Vorher reichte unser Grundstück noch bis an den See heran“, blickt Cornelia Wisser zurück. Familie Fasch besaß einen Steg, „an dem unser Tretboot lag“, es gab eine Gartenhütte „und viele Obstbäume“. Das Haus hatte einmal ein Stellmacher gebaut, weiß sie. 1931 sei die Familie ihrer Mutter dort eingezogen. Agnes wurde allerdings früh Halbwaise und habe ihren tauben und erblindeten Vater versorgen müssen. Berufsausbildung? Fehlanzeige. „Mit 21 Jahren wurde sie Vollwaise. Und als einziges Kind erbte sie das Elternhaus“, erzählt Cornelia Wisser.
1950 heiratete Agnes Heinz Fasch, bekam drei Söhne und Tochter Cornelia. Dennoch gelang es ihr, die Prüfung zu machen und ihre Geschäftsidee umzusetzen. „Sie war immer im Laden“, blickt die Tochter mit gemischten Gefühlen zurück. Und schien häufig erschöpft. Auch mit täglichen Aufgaben waren die Kinder deshalb beschäftigt, mussten Verantwortung übernehmen: „Von der Apfelernte bis zum Staubsaugen“, erzählt Cornelia Wisser, „da der Laden so viel Arbeit mit sich brachte.“ Nebenbei gab Agnes Fasch den Kindern praktisches Handwerkszeug für den Ernst des Lebens mit auf den Weg: „Tägliches Spielen mit ihr war das abendliche Kasse machen“, berichtet Cornelia Wisser. Rechnen stand in der Rodomstorstraße 29 hoch im Kurs: „Was wir in der Hand haben, ist nicht die Einnahme, lernten wir von ihr.“


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