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Petra Remshardt

Kein Wintersport auf dem Bungsberg?

Schönwalde. Der Bungsberg mit seinem Erlebniszentrum und der Gastronomie ist nach jahrelangem Stillstand wieder aus dem Dornröschenschlaf erwacht und im vergangenen Jahr zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Ein touristischer Magnet für die gesamte Region.
 
Wie es aktuell allerdings scheint, kommen Wintersportler und speziell Ski- und Snowboardfahrer in dieser Saison nicht mehr auf ihre Kosten. Schleswig-Holsteins einziger Skilift, der zum Eigentum der Gemeinde gehört, ist noch nicht aufgebaut. Streitigkeiten zwischen Bürgermeister Hans-Alfred Plötner und der Familie Schnoor, Grundstückseigentümer und Betreiber des Lifts, haben sich längst zu einer Posse zulasten der Skifans hochgeschaukelt. Aufgrund einiger Vorfälle hatte Familie Schnoor den Vertrag mit der Gemeinde Schönwalde im Sommer gekündigt. So soll Bürgermeister Plötner unter anderem ein Feuerwerk auf dem Bungsberg ohne Absprache mit Familie Schnoor genehmigt haben.
 
Daraufhin gab Bürgermeister Hans-Alfred Plötner nachfolgende Erklärung heraus:
 
„Zu meinem großen Bedauern stelle ich fest, dass meine in „nicht öffentlicher Sitzung“ gemachte Äußerung - und auch bei anderen Anlässen verlautbare Äußerung „Frau Schnoor hat mich angezeigt“ zu einer nachhaltigen Störung und letztlich zum Bruch der Zusammenarbeit zwischen der Firma Schnoor und mir, und damit auch mit der Gemeinde Schönwalde a.B. geführt hat.
 
Ich stelle weiter fest und richtig, dass es sich im Nachhinein herausstellte, dass es sich um keine Anzeige handelte, insofern führte meine Aussage zu weiteren Irritationen.
 
Durch das Abhängen von Verbotsschildern auf dem Gelände der Familie Schnoor kam es zu erneuten Meinungsverschiedenheiten. Durch versäumte Kommunikation zwischen mir, und teilweise auch mit der Verwaltung, erfolgte ihre wohl daraus vorgenommene Kündigung des Vertrages zum Betrieb des Skiliftes.
 
In Anbetracht der hieraus resultierenden Kündigung des Vertrages zum Betrieb des Skiliftes halte ich es im Sinne der Gemeinde Schönwalde a.B. für das Beste, wenn künftig meine Stellvertreterin Bärbel Seehusen alle erforderlichen Gespräche mit der Familie Schnoor verantwortlich führt, damit eine langfristige Fortsetzung dieses für den Tourismus in der gesamten Region so wichtigen Skiliftbetriebes erfolgen kann.“
 
Seit Wochen versucht Robert Trede, Mitglied im Gemeindebeirat „Schönwalde aktiv“, zwischen den beiden Parteien zu vermitteln.
 
Und am vergangenen Freitag schien tatsächlich eine Einigung erzielt. Nach einem Gespräch zwischen der stellvertretenden Bürgermeisterin Bärbel Seehusen und Alexandra Schnoor war die Zusage zum Aufbau des Skilifts erteilt. „Es hätte sofort losgehen können“, berichtete Robert Trede. Da Bürgermeister Plötner jedoch nicht mehr zu erreichen war und auch am Samstag, als Familie Schnoor schon die Skihütte an den Bungsberg fuhr, kam der Aufbau nicht zustande. Auch ein neuerlicher Anlauf am Montag brachte nicht den erhofften Erfolg. Warum nicht? Gegenüber dem reporter äußerte sich Bürgermeister Plötner wie folgt: „Die derzeitigen Witterungsverhältnisse lassen einen Aufbau nicht zu. Wir bekommen die notwendigen Verankerungen nicht in den Boden. Wenn der Frost raus ist, kann der Aufbau sofort starten. Wir bleiben am Ball.“ Dieser Aussage widersprach Alexandra Schnoor vehement: „Wir haben seit 40 Jahren Erfahrungen mit dem Aufbau des Skiliftes und der frostige Boden hätte keine Probleme bereitet. Verlierer sind die Gäste des Bungsbergs, Einheimische und Touristen, die den Berg als Skiparadies nutzen möchten.“ Einzig die Rodler können den Spaß genießen - wenn es dann schneit. (mg)


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