Kristina Kolbe

Funktion und Aufbau der Verdauung: Das müssen Sie wissen

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Jeder Mensch muss täglich mindestens zwei Dinge tun: essen und zur Toilette gehen. Aber was passiert eigentlich dazwischen? Die Verdauung ist ein lebenswichtiger Vorgang im Körper, bei dem die aufgenommene Nahrung zerkleinert wird. Enzyme sorgen dafür, dass Nährstoffe ins Blut gelangen und die Organe mit Energie versorgen. Wie das genau vonstattengeht, erfahren Sie hier!

 

Was gehört alles zu den Verdauungsorganen?

 

Wer Verdauung liest, denkt vermutlich am ehesten an Funktion und Aufbau des Darms. Sie umfasst jedoch deutlich mehr. Immerhin beginnt sie schon im Mund und endet erst am Anus. So wandert die Nahrung vom Gaumen durch die Speiseröhre in den Magen, von dort weiter in den Dünndarm und schließlich in den Dickdarm. Zum Verdauungstrakt zählen aber nicht nur die Abschnitte, die der Speisebrei auf dem Weg durch den Körper passiert. Auch andere Organe wie die Leber mit der Gallenblase und die Bauchspeicheldrüse sind direkt an der Verdauung beteiligt.

 

Mund und Speiseröhre: Die Verdauungsorgane an vorderster Front

 

Die Verdauung der Kohlenhydrate fängt tatsächlich schon im Mund an. Die Zähne zerkleinern die Nahrung beim Kauen, die Speicheldrüsen vermengen sie zusätzlich mit Speichel, der unter anderem das Enzym Amylase enthält. Dieses beginnt bereits in der Mundhöhle, die aufgenommenen Kohlenhydrate zu spalten.

 

Nach dem Schlucken wandert der Nahrungsbrei dann durch die Speiseröhre in den Magen. Die Speiseröhre (medizinisch: Ösophagus) ist ein elastisches, muskulöses, etwa 25 Zentimeter langes Hohlorgan. Die Muskulatur dieses Verdauungsorgans befördert dabei den Speisebrei aktiv in Richtung Magen - was auch über Kopf funktioniert.

 

Zum Magen hin schließt der sogenannte unter Ösophagussphinkter die Speiseröhre ab. Diese Struktur aus Muskel- und Bindegewebe verhindert den Rückfluss von Mageninhalt nach oben.

 

Verdauung im Magen: Eine saure Angelegenheit

 

Auch der Magen ist ein muskulöses Hohlorgan, das beim Menschen etwa 1,5 Liter Volumen fassen kann. Hier vermengt sich der ankommende Nahrungsbrei mit Magensaft. Letzterer enthält neben Salzsäure auch das Enzym Pepsin, mit dem die Verdauung von Eiweißen beginnt. Im Magen kommt zudem der Intrinsic Faktor (ein Glykoprotein) zum Nahrungsbrei dazu, der später im Darm essenziell für die Vitamin-B12-Aufnahme ist.

 

Neben der Verdauung hat der Magen aber noch eine andere Funktion: Das stark saure Milieu tötet Keime ab, die mit der Nahrung hierhin gelangen. Wie lange der Speisebrei im Magen bleibt, hängt von seiner Zusammensetzung ab. Leichtverdauliches wie Gemüse oder Obst wandert schon nach ein bis zwei Stunden weiter, Schwerverdauliches wie sehr fette Gerichte erst nach sieben bis acht Stunden.

 

Die Verdauung der Kohlenhydrate pausiert im Magen und auch Fett wird hier noch nicht verdaut.

 

Dünn, aber oho: Der Dünndarm als Verdauungsorgan

 

Die Aufspaltung von Fetten beginnt erst im Dünndarm, wo auch die Verdauung von Proteinen und Kohlenhydraten weitergeht. Das muskulöse Hohlorgan besteht aus drei Abschnitten: Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm. Zusammengenommen sind sie etwa sechs bis sieben Meter lang. Dieses längste Verdauungsorgan hat durch die feinen Darmzotten eine Oberfläche von 400 bis 500 Quadratmetern. Mit wellenförmigen Bewegungen, der Peristaltik, befördert der Dünndarm den Speisebrei langsam voran.

 

In den Dünndarm münden auch Gänge von Gallenblase und Bauchspeicheldrüse ein, deren Enzyme die Fettverdauung starten und die Verdauung von Kohlenhydraten fortsetzen. Hier schließt auch die Zerlegung der drei Makronährstoffe ab und sie werden über die Darmwand in den Blutkreislauf übernommen. Vitamine, Mineralstoffe und andere Inhaltsstoffe des Nahrungsbreis gelangen ebenfalls von hier ins Blut und zur Leber, einem zentralen Kraftwerk des Körpers bei der Verdauung und Weitergabe lebenswichtiger Stoffe.

 

Last but not least: Der Dickdarm

 

Der rund einen Meter lange Dickdarm besteht aus Blinddarm, Grimmdarm und Mastdarm. Der Blinddarm ist mitnichten so überflüssig, wie manche vielleicht denken. Er ist Teil des Immunsystems und dient der Abwehr von Parasiten und Keimen. An der Verdauung ist er aber nicht direkt beteiligt. Der Grimmdarm dagegen schließt die Verdauung ab, entzieht den Resten des Speisebreis das Wasser und produziert Schleim, der den fester werdenden Stuhl gleitfähig hält, während ihn die Peristaltik weiterschiebt. Kommt der Stuhl im Mastdarm an, ist die Verdauung der Nahrung bereits abgeschlossen. Dieser Darmabschnitt dient lediglich der Speicherung des Stuhls bis zum nächsten Toilettengang. Hier kann er bis zu fünf Tage lang verbleiben, bevor er dann durch den Anus ausgeschieden wird.

 

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"Mund und Speiseröhre". Gesundheitsportal, https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/verdauung/info/mund-speiseroehre.html. Zugegriffen 15. September 2022.

"Das Gastroenterologie-Portal: Magen". Dasgastroenterologieportal.de, https://dasgastroenterologieportal.de/Magen.html. Zugegriffen 15. September 2022. "Magen - Aufbau und Funktion".

Internisten-im-netz.de, https://www.internisten-im-netz.de/fachgebiete/magen-darm/aufbau/magen-aufbau-und-funktion.html. Zugegriffen 15. September 2022.

"Dünndarm - Aufbau und Funktion". Internisten-im-netz.de, https://www.internisten-im-netz.de/fachgebiete/magen-darm/aufbau/duenndarm-aufbau-und-funktion.html. Zugegriffen 15. September 2022.

"Dickdarm - Aufbau und Funktion". Internisten-im-netz.de, https://www.internisten-im-netz.de/fachgebiete/magen-darm/aufbau/dickdarm-aufbau-und-funktion.html. Zugegriffen 15. September 2022.


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