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Ribera del Duero: Spaniens Rotweinregion im Porträt

Bild: Adobe stock

Wer in einer spanischen Bar einen Rotwein bestellt, wird oft gefragt: Rioja oder Ribera? Ribera del Duero ist der Wein vom Duero-Fluss im Herzen Kastiliens. Er gehört zu den beliebtesten Rotweinen Spaniens und hat sich auch im Ausland einen Namen gemacht. Lange Zeit war es vor allem ein Weingut, für das die Region bekannt war: Vega Sicilia. Seine Tropfen waren so gefragt, dass man sich sogar auf eine Warteliste eintragen ließ, um eine einzige Flasche zu ergattern. Mittlerweile stehen über 300 Bodegas hinter dem Namen Ribera del Duero.

Die Weinberge der Ribera del Duero liegen auf einem bis zu 1.100 Meter hohen Hochplateau. Hier sind die Sommer für spanische Verhältnisse relativ kurz, aber intensiv, und die Winter ziemlich hart. Manchmal kann es sogar minus 20 Grad kalt werden, während das Thermometer im August auf stolze 40 Grad im Schatten klettert. Da es normalerweise auch nicht viel regnet, müssen die Reben arbeiten. Ihre Wurzeln graben sich tief in die kargen Kalk- und Sandböden, um Wasser zu finden. Aufgrund der starken Temperaturunterschiede erfolgt die Reifung der Trauben langsamer, was wiederum dabei hilft, die Säure und Frische der Reben zu erhalten.

Eine Region mit langer Geschichte

Seit 1982 ist Ribera del Duero eine offizielle spanische Weinregion mit D.O.-Status, die sogenannte Denominación de Origen. Die Weintradition reicht allerdings weitaus länger zurück. Während Ausgrabungen in einer antiken Siedlung, die direkt am Duero lag, fand man einen Trinkbecher mit Weinspuren. Er war 2.500 Jahre alt.

Kurioserweise waren es Benediktinermönche aus dem Kloster Cluny in Burgund, Frankreich, die ins Duero-Tal kamen und anfingen, Weinberge im großen Stil anzulegen. Was anfangs für den Eigenbedarf gedacht war, machte schnell die Runde. Am Ende war die Weinproduktion für die komplette Region ein rentables Geschäft.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Rebfläche auf fast 50.000 Hektar angewachsen. Aber dann kam die Reblaus und verwüstete nicht nur den spanischen Weinbau, sondern auch die Weinberge in Frankreich und anderen europäischen Ländern. Auch Ribera del Duero traf es hart. Am Ende schrumpfte die Region, die Winzer resignierten, gaben auf, und ganze Dörfer starben aus. Als die D.O. kam, gab es gerade mal eine Handvoll Bodegas, die überlebt hatten.

Den Wendepunkt im Jahr 1982 brachte Alejandro Fernández, der in der Region auch als der „Prophet“ verehrt wurde. Mit seinem Tinto Pesquera Wein erlangte er Weltruhm, nachdem ihn der amerikanische Weinkritiker Robert Parker zu einem der besten der Welt gekürt hatte. Schnell sprach sich die Sensation herum und löste einen wahren Investitionsboom aus. Ribera del Duero war gerettet.

Was auf den Tisch kommt, wenn Ribera del Duero im Glas ist

Ribera del Duero Weine sind sehr kraftvoll, darum vertragen sie sich gut mit Gerichten, die ähnlich viel Charakter mitbringen. Ideal passt rotes Fleisch wie Lamm vom Grill, Rind oder Wild. Auch deftige Eintöpfe oder gereifter Hartkäse wie ein spanischer Manchego harmonieren mit dem Rotwein.

Leichte Fischgerichte oder Gemüse eignen sich eher nicht so gut, weil der Wein diese Gerichte übertönen würde. Serviert wird der Ribera del Duero bei etwa 16 bis 18 Grad – auf keinen Fall bei Zimmertemperatur um die 20 Grad, weil er sonst seine Frische und Eleganz verlieren könnte.


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