Simon Krüger

Seriöse Angebote im Netz finden

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Werden die Tage kürzer, ist Kuscheln zuhause für die meisten Menschen die deutlich attraktivere Alternative zum Spaziergang bei Nieselregen und Wind. Die Herbst-Winterzeit ist deshalb für viele die wichtigste Zeit, um sich im Internet nach Schnäppchen und interessanten Produkten/Dienstleistungen umzusehen. Schließlich geht es kaum leichter, als eingemummelt auf der Couch das Smartphone oder Tablet zur Hand zu nehmen und in die Welt der Reisen, Hotelbuchungen, Kleider und anderen Kategorien einzutauchen. Allerdings schwingt dabei bei allen Themen immer die Frage nach der Seriosität mit und damit, bei den unterschiedlichsten Themen gute und schlechte Anbieter zu unterscheiden.
 
Onlineshops generell
Draußen ist es nass und kalt. Vielen kommt angesichts dieser Ungemütlichkeit das Thema Wellness in den Sinn. Nicht nur deshalb, weil viele Profis diese Dienstleistung anbieten, sondern auch zahllose Onlineshops entsprechende Produkte zwischen Cremes, Masken und Peelings feilbieten.
 
Kommt dann noch, zumindest in der ersten Winterhälfte, die digitale Jagd nach Weihnachtsgeschenken hinzu, gibt es viele Gelegenheiten, im Netz zu shoppen. Allerdings stellt sich dabei immer die Frage, wie seriös diese Shops sind - vor allem diejenigen, die nicht durch große Namen wohlbekannt sind.
 
Damit es keine Enttäuschung gibt und die Ware tatsächlich wie gewünscht ankommt, sollte jeder den Fake-Check beim Onlineshop seiner Wahl machen. Die wichtigsten Kriterien, die berechtigte Zweifel aufkommen lassen sollten, sind schnell aufgezählt:

  • Eine Internetadresse (URL), die verdächtig derjenigen einer bekannten Seite ähnelt.
  • Preise, die nicht nur normal-günstig sind, sondern eigentlich zu gut, um wahr zu sein.
  • Zahlungsmittel, die ausschließlich den Verkäufer bevorteilen (nur Vorkasse und dergleichen).
  • Extrem schlechte Rechtschreibung auf allen Seiten.
  • Gütesiegel, auf deren Herausgeberseiten dieser Shop gar nicht gelistet ist.

Ein weiteres, sehr kritisches Kriterium ist ein fehlendes oder mangelhaftes Impressum. In der ganzen EU herrscht eine umfangreiche Impressumspflicht mit genau vorgegebenen Kriterien. Fehlt ein solches bei einem angeblich in Europa residierenden Shop, sollten Interessenten besser Abstand halten. Ganz besonders dann, wenn noch einer oder gar mehrere der angegebenen Punkte hinzukommen.
 
Gefälschte Marken
Die Auswahl wird im Internet vielfach von großen Ketten dominiert. Nicht nur, aber besonders im Bereich Mode und Accessoires. Für Kunden ist das prinzipiell gut, sie können darauf vertrauen, dass es bei den großen, bekannten Namen mit rechten Dingen zugeht. Schwieriger wird es jedoch auf den Onlinemarktplätzen. Dort werden häufig gefälschte Waren angeboten, die zwar täuschend echt aussehen, aber eben Fakes sind. Um solche Angebote zu enttarnen, sollten Käufer genauer hinschauen:

  • Generell werden große, hochpreisige Marken besonders häufig gefälscht. Designer wie Louis Vuitton, Gucci oder Dior werden ebenso preisgünstig nachgemacht und auf vermeintlich seriös wirkenden Websites verkauft wie große Sportartikelhersteller.
  • Innerhalb dieses Feldes finden sich die meisten Fakes bei Accessoires und hier speziell bei Handtaschen, Uhren und Sonnenbrillen.

Das heißt zwar nicht, dass andere Dinge nicht ebenfalls gefälscht werden, aber in dieser Gruppe ist das Risiko am größten. Damit Käufer darauf nicht hereinfallen und am Ende vielleicht sogar noch Probleme mit dem deutschen Zoll bekommen, ist vor allem der Blick auf die gesamte Gestaltung der Website bzw. Verkaufsanzeige wichtig. Unseriöse Anbieter lassen sich vor allem aufgrund der Artikelbeschreibungen identifizieren:

  • Ist der Text tatsächlich in einwandfreiem Deutsch verfasst oder gibt es grobe Fehler in der Satzstellung und Interpunktion, die auf die Verwendung von digitalen Übersetzer-Tools hindeuten?
  • Auch eine gemischte Artikelbeschreibung aus deutschen und englischen Vokabeln und wirren Aneinanderreihung deutet meist darauf hin, dass es sich hier um eine Fake-Website handelt.
  • Ein weiterer Hinweis sind abermals enorm niedrige Preise, die vor allem bei ausländischen Fake-Angeboten immer wieder zu finden sind. Eine Designerhandtasche von Louis Vuitton würde es beispielsweise auch im gebrauchten Zustand nie unter 100 € geben. Wer solche Angebote in einer Anzeige findet, kann davon ausgehen, dass es sich hier entweder um einen Preisfehler des Anbieters handelt oder tatsächlich (und häufiger) um ein unseriöses Angebot.

Sind die Produktpreise auf einer ganzen Shopseite im Vergleich zu anderen Anbietern exorbitant günstiger, ist die Fake-Wahrscheinlichkeit ebenfalls oft sehr hoch.
 
Das große Thema digitale Unterhaltung
Nicht jeder ist begeistert vom Shopping, sondern würde viel lieber einer legeren Unterhaltung nachgehen; sich einfach "berieseln" lassen. Eine erste große Gefahr dafür lauert bei Filmen, Serien, ferner Hörbüchern und E-Books. Zwar sind diese in aller Regel nicht gefälscht, dafür aber droht die Gefahr, sie von Quellen zu beziehen, die dafür nicht die Erlaubnis der Urheber haben - die bekannten Raubkopien. Zwar sind die Strafverfolgungsbehörden hier sehr bemüht, Portale zeitnah abzuschalten, aber dazwischen tauchen immer wieder neue auf.
 
Letzte Sicherheit finden Verbraucher nur bei den großen Portalen zwischen Amazon, Netflix, Hugendubel und Konsorten. Das heißt nicht automatisch, dass die Unterhaltung hier Geld kosten muss; durch Abos ist vieles inkludiert. Äußerste Vorsicht sollte jedoch immer dort gelten, wo der Mediengenuss weder durch einen Produktpreis noch Abo-Gebühren finanziert werden muss. Hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, einem nichtlizensierten Anbieter aufzusitzen - und Unwissenheit schützt auch in diesem Fall nicht vor Strafe.
 
Ein weiteres Unterhaltungsthema sind digitale Glücksspiele. Sie sind nach einem jahrelangen Ringen der Bundesländer mittlerweile in Deutschland endlich legalisiert. Allerdings unterliegen auch die legalen Anbieter zahlreichen Regularien und müssen auch Fairness gewährleisten.
 
Der erste Blick sollte in das Impressum bzw. die angegebene Lizensierung gehen. Lizenzen aus Malta oder der Isle of Man sind in der Branche üblich - allerdings nur dann unbedenklich, wenn der jeweilige Anbieter auch auf den Seiten der entsprechenden Glücksspiel-Ministerien gelistet wird. Hier sollten Kunden sich unbedingt die Mühe machen, zuvor zu recherchieren.
 
Elektronik und Hardware - die andere Unterhaltung
Unterhaltung gibt es nicht nur im Netz, sondern auch auf ganz andere Weise. Wie wäre es beispielsweise mit einem neuen Handy, Laptop oder Fernsehgerät? Auch hier kommt es wieder darauf an, ganz genau bei der Gestaltung der Website hinzusehen. Abermals gelten die Regeln des vollständigen Impressums sowie der insgesamt seriös gestalteten Seite.
 
Allerdings tun Verbraucher gerade beim Thema Elektronik gut daran, generell bei den großen Warenhäusern zu kaufen - nicht nur zum Schutz vor Fakes. Denn durch ihre Größe und die oftmals zahlreichen Filialen können die Großen wesentlich umfangreichere Produktmengen von den Herstellern abnehmen. Das schlägt sich meistens in dramatisch reduzierten Einkaufspreisen nieder, die zumindest teilweise an die Kunden weitergegeben werden.
 
Im Klartext also: Je größer der Händler, desto günstiger ist dort meistens die Elektronik zu bekommen. Bei solchen Anbietern, die zudem auch Ladengeschäfte betreiben, haben Kunden überdies auch noch Vorteile im Schadfall - denn es ist schlicht einfacher, ein nicht ordnungsgemäß funktionierendes Gerät im nächsten Laden umzutauschen, als das gesamte Prozedere von Rücksendung, digitalem Briefkontakt und Rückbuchungen zu durchlaufen.
 
Dazu noch ein Spartipp: Da Elektronik zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken der Deutschen gehört, lassen sich in der ersten Winterhälfte nur wenige echte Schnäppchen machen. Profis warten deshalb bis kurz nach Neujahr. Dann fallen bei den meisten Anbietern die Preise dramatisch, um die Bestände zu leeren, bevor nach den ersten Messen des neuen Jahres neue Produktserien Einzug halten.
 
Reisen und Urlaub
Internet-Angebote sind auch in anderen Bereichen interessant und bieten viel Sparpotenzial. Die Buchung von Reisen online macht dabei Vorfreude auf den nächsten Urlaub und kann im besten Fall auch etwas für das Sparschwein bringen. Wichtig ist nur, bei seriösen, das heißt, namhaften Anbietern zu buchen, denn auch hier gibt es schwarze Schafe. Sicherheit geben abermals verschiedene Siegel sowie positive Erfahrungsberichte - besonders, wenn sie nicht auf dieser Seite veröffentlicht wurden, sondern beispielsweise auf neutralen Bewertungsportalen.
 
Allerdings haben sich auch lokale Reisebüros dem Trend der Digitalisierung angepasst und stellen tolle Angebote zur Verfügung. Im Notfall haben Kunden hier sogar einen Ansprechpartner direkt vor Ort, sodass es zur Seriosität kaum Zweifel gibt. Schnäppchen lassen sich auch für Flüge oder Mietwagen online nutzen, vor allem bei Buchungen im Voraus. Wer beispielsweise den nächsten Sommerurlaub bereits Monate vorher planen möchte, kann sich über seriöse Anbieterseiten oftmals einen Frühbuchervorteil sichern. Damit bleibt deutlich mehr in der Urlaubskasse.
 
Leckeres für den Gaumen
Wer sich schon einmal kulinarisch auf die Urlaubsreise einstimmen möchte, kann sich zudem online auch mit Delikatessen aus der gewünschten Region versorgen. Mittlerweile gibt es unzählige Onlineshops, in denen erlesene Weine, Spirituosen und Lebensmittel angeboten werden. Seriöse Websites lassen sich vor allem durch das Impressum und Gütesiegel erkennen. Regionale Produzenten beispielsweise bieten ihre Produkte meist online unter gleichem Namen an und haben Informationen zur Produktion und zum Standort.
 
Wer sich unsicher ist, kann den Anbieter auch in der im Impressum angegebenen Telefonnummer kontaktieren, um sich selbst von der Seriosität zu überzeugen. Dieser Hinweis gilt im Übrigen für alle unsicheren Käufer, die ein Impressum auf der Website finden. Manchmal sind Fake-Website-Betreiber sogar so clever und stellen falsch Angaben zur Telefonnummer oder E-Mail-Erreichbarkeit online. Um Betrügereien aufzudecken, reicht der Griff zum Telefonhörer und schon stellt sich in Sekunden heraus, ob der Shop tatsächlich seriös ist oder nicht. Aber Vorsicht, denn befindet sich der Shop im Ausland, könnten durch den Telefonanruf Zusatzkosten lauern.


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