Kristina Kolbe

Sicherheit durch Sichtbarkeit Sind Ihre Kinder verkehrssicher unterwegs?

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Neustadt. „Safety first“ ist die Devise, vor allem, wenn es darum geht, seine Kinder den Schulweg bestreiten zu lassen. Aus diesem Grund wurden kürzlich wieder Fahrrad-Kontrollen an der Grundschule Neustädter Bucht durchgeführt. Die Bilanz: Von 100 Rädern waren 18 nicht in Ordnung. Hier fehlte oder funktionierte die Beleuchtung nicht und Bremsen waren teilweise defekt.
 
Dabei ist die Verkehrstauglichkeit von Fahrrädern immens wichtig. Allein im Jahr 2018 (die Zahlen für 2019 werden im März veröffentlicht) verzeichnete die Polizei 4.493 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrradfahrern in Schleswig-Holstein, Tendenz steigend. Als ungeschützte Verkehrsteilnehmer sind die Fahrradfahrer dem zweithöchsten Risiko im Straßenverkehr ausgesetzt.
 
Bei der Betrachtung der verunglückten Fahrradfahrer nach Altersgruppen zeigt sich, das neben der Altersgruppe der 55- bis 65-Jährigen Kinder zwischen 10 und 15 Jahren besonders stark gefährdet sind. Morgens zwischen 8 und 9 Uhr und am Nachmittag zwischen 14 und 17 Uhr verunglücken die meisten Fahrradfahrer auf dem Weg zur Bildungsstätte oder zur Arbeit.
 
Die Polizei hat ein paar einfache Tipps worauf Eltern und Kinder achten sollten, um sicher mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.
 
Zunächst sollte das Fahrrad natürlich die passende Größe haben. Die Fußspitzen sollten den Boden berühren können. Auch sollen mindestens zwei funktionstüchtige Bremsen am Fahrrad sein. Für Fahrrad-Anfänger wird eine Rücktrittbremse empfohlen.
 
Ebenfalls ein wesentlicher Faktor für ein verkehrssicheres Fahrrad ist das Licht. Das Rücklicht sollte zum Beispiel eine Standlicht-Funktion haben, akkubetriebene Beleuchtung oder ein Narbendynamo sind gängige und zulässige Systeme. Die Kinder sollten immer ein Ersatz-Stecklicht dabei haben, falls das Licht unterwegs kaputt geht, rät die Polizei. Auch sollten Eltern einmal kontrollieren, ob das Vorder- und Rücklicht gut eingestellt und überhaupt sichtbar ist. Es kann zum Beispiel von einem Fahrradkorb verdeckt werden. Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gibt, sind die Reflektoren. Hier müssen zwei sogenannte Katzenaugen an jedem Reifen angebracht sein. Es gibt aber auch noch auffälligere Alternativen, wie ein reflektierender Ring, der um den Reifenmantel gespannt wird, oder reflektierende Verkleidung der Speichen. Darüber hinaus sollten auch die Kinder selbst gut sichtbar gekleidet sein. Am einfachsten geht das mit einer Warnweste. Aber auch Rucksack und Schulranzen können mit reflektierenden Hüllen überzogen und aufgepeppt werden. Zusätzlich gibt es Handschuhe mit LED-Leuchten, die auch die Handzeichen des Fahrad-Fahrers sichtbarer machen. Im Prinzip sind bei der Sichtbarkeit des Fahrradfahrers selbst keine Grenzen gesetzt. Er darf lediglich keine blinkenden Lichter an sich oder dem Fahrrad tragen.
 
Das Fahrrad regelmäßig zu prüfen, rät auch Richard Dippel, der in der Fahrradwerkstatt gemeinsam mit Schülern Zweiräder ehrenamtlich wieder auf Vordermann bringt. Die häufigsten Mängel seien Defekte bei Bremsen und Licht, so Dippel. Ein funktionstüchtiges und verkehrsicheres Fahrrad sei wichtig, aber am Ende hänge auch viel von der Fahrweise ab. „Kinder müssen darauf achten, die Verkehrserziehung von Schule und Polizei auch umzusetzen, da sind auch die Eltern gefragt“, findet der Fahrrad-Experte.
 
Die Fahrradfahrer müssen gleichermaßen auf ihre eigene Sicherheit und auf die Sicherheit der Fußgänger achten. Sie stehen sozusagen dazwischen. Denn wer Fahrrad fährt hat die Verantwortung für sich selbst und für die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Alle Interessierten können an jedem 1. und 3. Dienstag im Monat von 15 bis 17 Uhr in der Fahrradwerkstatt, dem Werkraum der Schule am Rosengarten vorbei schauen. Das Angebot richtet sich explizit an Schüler und ist kostenlos, es sei denn es werden seltene, spezielle Teile für die Reperatur benötigt.
 
Schon bald werden weitere Kontrollen an den Schulen durchgeführt, teilte die Polizei mit. (ko)


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