Alexander Baltz

„Wir sind vorbereitet! Und Sie?“ - Stadt Neustadt zeigt sich für Katastrophenlagen bestens gerüstet

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Neustadt. So richtig wahrhaben will es niemand. Dass auch Neustadt von schweren Katastrophen getroffen werden kann, scheint den meisten Menschen völlig abwegig. Der Strom ist immer da, die Wohnung immer warm, die Supermärkte sind voll. Aber was ist, wenn doch etwas passiert? Wenn der Strom wegbleibt, keine Heizung mehr läuft, kein Telefon mehr funktioniert und kein Supermarkt mehr öffnen kann? Bereits nach wenigen Stunden würde es für diejenigen ungemütlich werden, die sich nicht vorbereitet haben und nicht wissen, was dann zu tun ist. Wer den Winter 1978/79 erlebt hat wird sich erinnern, wie wichtig Vorsorge sein kann.
 
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnt bereits seit 2016 mit Hilfe eines neuen Zivilschutzkonzeptes, sich auf solche Extremfälle (durch Stromausfälle, Hochwasser oder Terroranschläge) mit einem Notvorrat an Lebensmitteln und Trinkwasser vorzubereiten.
 
 
Die Stadt Neustadt hat ihre Hausaufgaben gemacht und sich auf zwei mögliche Szenarien vorbereitet. Am wahrscheinlichsten sind demnach Hochwasser bei Sturmfluten und ein Blackout, also ein lang anhaltender Stromausfall über Stunden oder sogar mehrere Tage. In der vergangenen Woche präsentierte Stadtwehrführer Alexander Wengelewski gemeinsam mit Bürgermeister Mirko Spieckermann und Axel Seeger, Leiter der Polizeidienststelle Neustadt, wichtige Ergebnisse, die in einer Arbeitsgruppe zum Thema Katastrophenschutz erzielt worden sind. Wichtig für die Bevölkerung: Bürger der Stadt Neustadt sollen für einen flächendeckenden Stromausfall besser vorbereitet sein.
 
 
„Durch die Energiewende werden längere Stromausfälle realistisch“, so Alexander Wengelewski. Die Versorgungsicherheit mit Strom sei durch eine enorme Verflechtung von Stromnetzen und den Transport über längere Wege, teilweise aus anderen Ländern, instabiler geworden. Während früher der Stromausfall durch das Beschädigen einer Hochspannungsleitung höchstens ein paar Stunden andauerte, könnten heute daraus leicht einige Tage werden und große Gebiete betroffen sein, so Wengelewski weiter. Taschenlampe, Campingkocher, Radio mit Batterien und Vorräte für mindestens 10 Tage an Konserven und Trinkwasser seien dann überlebenswichtig.
 
 
Genaue Hinweise kann man hier nachlesen. Hier ist also der Bürger selbst gefordert.
 
Um aber auch für Hochwasser-Notlagen besser gerüstet zu sein, hat die Stadt Neustadt kräftig in die Freiwillige Feuerwehr investiert und den Fuhrpark ergänzt. Dazu gehört auch ein Wechsellader-Fahrzeug mit Kran, das mit einem riesigen Container beladen werden kann, um Sand oder Notstrom-Aggregate zu transportieren. Mit einem Informations-Flyer, der durch das Ordnungsamt in den hochwassergefährdeten Gebieten verteilt wird, werden die Anwohner zu mehr Eigenleistung aufgefordert, um im Ernstfall die Rettungskräfte zu entlasten. Hierzu gehöre beispielsweise das Befüllen von eigenen Sandsäcken mit frischem Sand, das Leeren von Kellerräumen und das Entfernen von Fahrzeugen aus dem Überflutungsgebiet. Den Verantwortlichen besonders wichtig ist aber, dass die Bevölkerung weiß, dass sie in echten Notsituationen, wenn auch kein Telefon mehr funktioniert, Polizei und Feuerwehr persönlich aufsuchen können, um Schutz zu suchen. Die Wachen seien immer besetzt - und auch Notunterkünfte würden bei Bedarf, zum Beispiel in der Jacob-Lienau-Schule, eingerichtet.
 
 
„Wir wollen der Bevölkerung ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, da wir vorbereitet sind, sie aber auch dafür sensibilisieren, selbst Maßnahmen zu ergreifen“, betonte abschließend Bürgermeister Mirko Spieckermann.
 
Was also tun? Sich informieren und selbst aktiv werden. Den Flyer aufmerksam lesen, Notvorräte anlegen und im Smartphone die WarnApp „NINA“ installieren. Diese schickt Warnmeldungen bei Katastrophenlagen direkt an den Benutzer. (ab)


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